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Hamerling 262 Hamernik
seinem ersten Auftreten im Jahre
also seit kurzer Zeit. einen ehrenvollen
Namen erworben. Zuerst gab er heraus:
„Gin Zungesgruss uam Strande der Adrm"
(Trieft 1837, 16".); — diesem folgte:
„Venus im Gnl. Gin Gedicht in 5 Gesängen.
Mit lyrischem Anhang" (Prag 1888, Kober,
16o.), ein philosophisches Gedicht, reich
an poetischen Schönheilen, weder für
Poesie zu philosophisch, noch für Philo-
sophie zu poetisch: — und jüngst erst
erschien: „Sinnen und Minnen. Gin Nieberbuch"
(ebd. 1860, 16o.), in welchem der „San»
gesgruß vom Strande der Adria" und
„der lyrische Anhang zu Venus im Exil"
wieder aufgenommen erscheinen. Zum
Drucke vorbereitet liegt die größere Dich»
tung:- „Gin Fchulllnenlied der Allinantik",
wovon die „Iris" inGratz (1361, I.Mai)
eine Probe „Der Dampf" mitgetheilt hat.
Deutsche Kritiker, welche den österrei«
chischen Poeten nicht immer hold sind,
wie Gutzkow und Marggraff, haben
dem neuen Lyriker ein freudiges Will'
komm zugerufen. ^ A i
Erinnerungen (Prager Unterh. Zeitschrift, 4<>.)
1358, S. 287. — Carinthia (Klagenfurter
Unterhaltungsblatt. 4°.) 186l. Nr. 3, S. 23. —
Klagenfurter Zeitung 1860, Nr. 269. —
Blätter für literarische Unterhaltung 1861,
Nr. 13. S. 227. Daselbst heißt es über H..-
„Hamerling hat sich durch seine Dichtungen
schnell einen geachteten Namen gemacht und
das ist bei der Ueberfülle der Productionen in
dieser Richtung eine nicht kleine Empfehlung.
Dabei hat er weder den Götzen des Tages
geopfert, noch nach solcher Originalität gehascht,
im Gegentheile es ist der reine Culws des
Schönen, die ideale Anschauung, die Würde
und der Ernst, mit der er an seine Aufgabe ging,
die uns den Dichter lieb und werth gemacht
haben. Hamerling ist ein Dichter aus der
idealen Schule, vollkommen Herr des Reims
und des Rhythmus, mit einer Fülle von zarten
sinnigen Gedanken, die klar, rund, bestimmt
und poetisch ausgesprochen werden. Die Form
beherrscht der Dichter meisterhaft und paßt sie
jedesmal dem Gedanken mit Geschmack an." ßamernik, Joseph (Arzt, geb. zu
Pacow in Böhmen). Zeitgenoß. Stu-
dierte die Medicin, trat nach erworbenem
Doctorgrade in die Praxis und wurde
Professor der Klinik und Primararzt am
Prager allgemeinen Krankenhause. Im
Jahre 1848 wurde er zu Neuhaus in
Böhmen zum Abgeordneten in den öfter»
reichischen Reichstag erwählt, wo er in den
nationalen Fragen mit der Rechten, in den
liberalen mit der Linken stimmte, später
jedoch sein Mandat zurücklegte und wieder
seinen Posten als Professor der Medicin
einnahm. Als medicinischer Schriftsteller
gab er heraus: „Nie clwlela eMnüca. IM
besonderer Berücksichtigung der allgemeinen und
therapeutischen Beziehungen bearbeitet" (Prag
1880, Calve, 3ex. 8".); es ist dieß der
an die Ministerien des Innern und des
Unterrichts erstattete Cholerarapport; —
lhqsilllogisch - pathologische Untersuchungen
über die Grscheinungen an den Arterien und
Denen und die quantitaurn Verhältnisse des
Blutes im Verlaute uerschiedener Krankheiten"
,(Prag 1847, Ehrlich, gr. 8<>.); — .Ms
Herz und seine Bewegung. Beiträge zur Anatomie,
nMlogie und Pathologie des Herzens, des
Herzbeutels und des Brustfelles" (Prag 1838,
Dominikus, gr. 8o.) ftergl. Zarncke's
Literarisches Centralblatt für Deutsch,
land" 1839, S. 327, und die „Viertel-
jahrschrift für praktische Heilkunde", her«
ausgegeben von der med. Facultät in
Prag, 62. Bd. S. 1 des literar. Anzei-
gers); — in der von der medicinischen
Facultät in Prag herausgegebenen „Vier»
teljahrschrift für die praktische Heilkunde"
standen von ihm die Abhandlungen:
„FVsHttT'M H^6^iz oc>?2Fs?il'FH und VemelltUN"
grn über die Hrrzlage« sBd.42^, und „Neaut-
nmrtnng der englischen Vaerinations-Fragen"
Bd. 86, Analekten S. 70).
ll'iisi'sösT'L, X2V05H1 Ziovniook (1880). Vä. I,
L. 363.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon