Seite - 272 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
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Hammer-Purgftall. 272 Hammer-Purg stall.
,,BetrachtungendesMarcAurel"(Nr.37),
für welche ihm der Schah von Persien
das Diplom des Sonnenlöwen'Ordens,
welches im XV. Bande der Jahrbücher
der Literatur, in Original wie in deutscher
Uebersetzung, abgedruckt ist, übersandte;
der Uebersetzungen in's Deutsche von
„Wamik und Afra" (Nr. 47), „Samach-
schari" (Nr. 49), und der „Mithriaca"
(Nr. 24). Im letztgenannten Jahre 1833
wurde er durch Verfügung der ver
witweten und kinderlosen Gräfin Purg
stall, mit der ihn langjährige Freund
schaft verband, Erbe von Hainfeld in
Steiermark, auö welchem Anlasse mit
Allerhöchster Entschließung vom 19. No-
vember 1835 ihm und seinem jeweiligen
Rechtsnachfolger im Besitze der Fideicom»
mißherrschaft Hainfeld, Namen und Wap.
pender Familie Purgstal l , mit Diplom
vom 8. December des näml. I . der erb«
ländische Freiherrnftand verliehen und mit
Allerhöchster Entschließung vom 8. März
1836 die Annahme von Namen und
Wappen der Purgstal l auf die ganze
eheliche Descendenz ausgedehnt wurde.
In das Jahr 1835 zurück datiren auch
seine rastlosen Bestrebungen, die Wissen,
schaften im Kaiserstaate durch den Bestand
einer kais. Akademie, welche die Kory.
phäen derselben wie in einem Brenn«
puncte zusammenfaßte, würdig vertreten
zu sehen. Seine noch ungedruckten Memoi«
ren dürften höchst interessante Einzeln-
heiten über die Hindernisse enthalten,
'die sich seinem Beginnen entgegenstellten,
bis nach 12 Jahre langem Harren durch
Allerhöchste Entschließung vom 14. Mai
1847 sein und vieler anderer Männer
der Wissenschaft sehnlichster Wunsch durch
die Stiftung der kais. Akademie erfüllt,
er aber auch zugleich zum ersten Prä-
sidenten derselben erwählt wurde. Hain«
mer gab jedoch diese Würde nach Ablauf der statutenmäßig bestimmten Functions-
zeit auf, aber bis zu seinem Ableben einer
der thätigsten Mitarbeiter an den von ihr
herausgegebenen Schriften verbleibend.
Im Jahre 1834 wurde ihm noch
die Freude, die Säcularfeier der k. k. orien-
talischen Akademie zu erleben, deren
ältester, zugleich aber auch berühmtester
Zögling er war. Durch das von Sr.
Majestät an diesem Tage ihm verliehene
Commandeurkreuz des Leopold'Ordens
wurde das Jubelfest der Anstalt zugleich
zu einem Huldigungsfeste ihres einstigen
Eleven. Mit den zunehmenden Jahren
an seiner körperlichen Rüstigkeit nichts
verlierend, nahm seine geistige Thätigkeit
in überraschender Weise zu. Von seinem
60. bis zum 70. Jahre veröffentlichte er
den „Gemäldesaal der Lebensbeschrei«
bungen moslemischer Herrscher" (Nr. 3),
die „Duftkörner" (Nr. 30), die ethische
Abhandlung G Hasal is ' „o Kind!"
(Nr. 32), die Uebersetzungen des „Rosen«
flors deS Geheimnisses" (Nr. 31), des
„Falknerklee's" (Nr. 83), der „Zeltwarte
des Gebetes" Mr. 54), die zwei Geschichte
werke „Neber die Mongolen in Rußland"
(Nr. 4), „Und die Mongolen in Per«
sien" (Nr. 3); und in seinem 76. Lebens«
jähre begann er die Herausgabe der
Geschichte der Wissenschaften und Lite«
ratur bei den Arabern" (Nr. 33), eines
auf 12 große Quartbände berechneten
Riesenwerkes, wovon 7 im Drucke vor-
liegen, der 8. druckfertig und das Material
zu den übrigen 4 vorbereitet ist. Zu den
in der vorstehenden Lebensskizze bereits
angeführten Auszeichnungen gesellten sich
im Laufe der Jahre noch viele andere.
Indem bezüglich ihrer Vollständigkeit auf
den Almanach der kais. Akademie der
Wissenschaften für das Jahr 1836 (VI.
Jahrg.), S. 87, wo sich sein vollständiger
Titel befindet, hingewiesen wird, sei nur
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon