Seite - 283 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
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Hammer-'PurgftaĂ 283 Hammer-Purg stall
neller Geist noch viel gröĂere Fehler verzeihen
lieĂen. In seiner Jugendzeit war das Studium
der orientalischen Sprachen in Europa nur
ein Hilfsmittel fĂŒr das Studium der Theolo-
gie, sie waren von Wichtigkeit nur soweit man
sie fĂŒr die Interpretation der Bibel benutzen
konnte. Herr von Hammer war der Erste,
der in Deutschland that, was Sir W. Iones
uor ihm in England gethan hat, er erhob das
Studium der orientalischen Literatur zu durch-
aus selbststÀndiger Bedeutung, und machte die«
selbe ganz unabhÀngig uon der Verkettung mit
der Theologie. Er verlieĂ niemals die Bahn,
die er eingeschlagen, und mit rastlosem Eifer
verbreitete er durch seine Werke Licht ĂŒber
mehr Thatsachen aus der Geschichte und den
Anschauungen der drei groĂen muselmĂ€nnischen
Völker, als irgend einer seiner VorgÀnger.
Man kann sich heutzutage nicht mit irgend
einem Theile der Geschichte der Araber, der
Perser oder der TĂŒrken beschĂ€ftigen, ohne zu«
gleich genöthigt zu sein, auf seine Werke zurĂŒck-
zugehen; man kann die Genauigkeit seiner
Uebersetzungen untersuchen mĂŒssen, man kann
seine Methode kritisiren oder die Form seiner
Schriften zu orientalisch finden, aber Niemand
kann ĂŒber dieselben hinweggehen, ohne sie
benĂŒtzt zu haben" ^Gratzer Zeitung 1837,
Nr. 259^. â Eduard Laboulaye widmet in
seinem Nachruft Hammer's demselben fol-
gende Worte: âO'ost Is moinsnt Ă€s rappolor
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Ă€s I'avonir". â E(duard) M(autner)
schreibt in der âPresse" anlĂ€Ălich von Ham-
mer's Tode: âEs war ein reiches, schönes und
edles Leben, das erlosch, ein Ieben des Gedan-
kens und der That, dem die Gunst der Götter
herrliche GĂŒter in seltener FĂŒlle bescheert hat.
Ein heiterer Greis, der in seiner milden Ruhe
an Goethe's verklÀrte Gestalt erinnert, blickte
H.-P. mit dem verstĂ€ndniĂvollen Blicke in die
Gegenwart, der er
sich
nie entfremdete, in die
Vergangenheit, die ihm gewaltige Erinnerungen
bot, und in die Zukunft, in deren Tempel ihm
eine Nische gesichert war. Diplomat, Gelehrter
und Dichter, vor Allem aber ein echter Weiser,
ĂŒberflog sein jugendlich helles Auge den ganzen
unendlichen Kreis menschlicher Bildung. Er
war nachsichtig in seinem Urtheile ĂŒber Andere,
wie Alle, welche selbst der Nachsicht nicht bedĂŒr«
fen; anspruchslos wie Alle, die das Recht
hĂ€tten, anspruchsvoll zu sein; liebenswĂŒrdig
wie Alle, die sich dafĂŒr, daĂ
sie bedeutend sind,
Verzeihung erringen wollen Mit H a m»
mer»Purgstall ist eine LĂŒcke mehr in den
kleinen Kreis jener illustren Persönlichkeiten
gerissen, die, wie Alex. 0. Humboldt, als
riesenhafte Denkmale noch aus dem vergangenen
Jahrhunderte in die Gegenwart hereinragen.
Wer dem groĂen Verblichenen je im Leben
begegnet ist, wird eine unvergÀngliche Erinne-
rung an ihnbewahren" Messe 1536, Nr.277).
â Selbst Professor Constantin Schlott«
mann, dessen Schrift ĂŒber Hammer denn
doch nur ein Pamphlet im höheren Style und
hervorgegangen ist aus dem UmstÀnde, daà die
âAllgemeine Zeitung" zwei das Andenken H a m«
mer's feiernde Artikel von Um breit und von
Fallmerayer gebracht, und es Schlott»
mann nöthig erschien, das öffentliche Urtheil
ĂŒber Hammer, aber nicht fĂŒr die gelehrte
Welt, welche Hammer'S schwache Seiten
kannte, sondern fĂŒr das groĂe Publikum,
welches sich an diesem Beweise literarisch
kritischer PietÀt erbauen soll, zu berichtigen,
selbst Schlottmann, nachdem er S. 1â63
die Nolle des kritischen Rhadamant ĂŒber H a m»
mer gespielt, kann nicht umhin, S. 66 und 66,
ĂŒber Hammer zu schreiben.- âDie fördernde
Anregung, welche Hammer der BeschÀftigung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der UniversitÀts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon