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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
Seite - 285 -
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Hammer-Purg stall 286 Hamnrer-Purgftall diese gallige Krittelsucht und Herabsetzungs- manier ist schon so eine beliebte Art und Weise in der deutschen Gelehrten-Republik.) — Ber- liner Figaro 1837, Nr. 270.» „Wiener- Dichter". l^Sehr bezeichnend heißt es in einer Stelle dieses Aufsatzes über Hammer, nüt welchem die Reihe der Wiener-Dichter eröffnet wird, nachdem die ungezwungene Haltung in seinem Salon beschrieben wird: „Die Elastici- tät seines Geistes ist um so unbegreiflicher, da er den Tag über mit gelehrten Studien, poeti« schen Productionen und Geschäften aller Art überhäuft ist; und doch findet dieser Mann, der nie altert (H ammer zählte damals etwas über 60 Jahre) , noch Zeit genug, oft am Tage vier Treppen hinanzusteigen, um jüngere Freunde und Gelehrte mit seinen Besuchen zu überraschen, und wenn irgend einer von ihnen seiner Fürsprache, seines Beistandes bedarf, unermüdlich für ihn Gänge zu thun; Herr von Hammer läßt sich in seinem rastlosen Eifer für Freunde, in seiner aufopfernden Gastfreund- lichkeit, durch Nichts, selbst durch Undankbar' keit nicht irre machen . .. .") — Kertbeny (K. M.), Silhouetten und Reliquien. Erinne. rungen an Albach, Bettina u. s. w. (Wien und Prag 186t, Kober und Markgraf, 8".) Theil I, S. 203 ^zeichnet eine lebensvolle und nach den Aeußerlichkeiten ziemlich getroffene Silhouette H.'P.'s^. — Seidl ih (Julius Dr.), Die Poesie und die Poeten in Oesterreich im Jahre 1836 (Grimma 1837, I . M. Geb« hardt, kl. 8".) Bd. I, S. 104 l.faßt wesentlich den Poeten in's Auge und findet, daß seine kleinen Originalgedichte „mehr wahr als poetisch" sind). — Als Gegensätze zu den bisherigen Aussprüchen und Urtheilen des Ge« lehrten über den Gelehrten und des Schrift« stellers über den Schriftsteller mögen hier zwei Charakteristiken stehen, die jede Bemer« kung überflüssig machen, aber als Curiosa ihrer Art den Artikel Hammer vervollständigen. Der erste Pamphletist, welcher in der Schrift: „Oesterreichischer Parnaß, bestiegen von einem heruntergekommenen Antiquar"<Frey«Sing, bei Athanasius u. Comp. ^Hamburg (1841), Hoff» mann und Campe^), die österreichischen Poeten und Schriftsteller beschimpft, zeichnet H a m me r: „Scharfes ausdrucksvolles Gesicht, Adlernase, zerstreut, enormes Gedächtniß, weniger Geist, schreibt mit Cyklopenfäusten, davon nicht Alles auf die Nachwelt kommen wird; Mitglied aller Akademien, große Erudition, noch größere Ehr» sucht, allseitig gelobt, damit noch unzufrieden. Als orientalischer Sprachforscher verdienstlich, als Historiker mittelmäßig (!), als Poet unleid. lich; abgedankter Hofdolmetsch und Erbland- vorschneider, deßhalb Opposition machender Doctrinär; verheirathet, herumschweifender Egoist". — Ein Seitenstück zur vorstehenden, nur etwas zurückhaltender, ist die Silhouette, welche Cajetan Cerri in der „Iris" (Gratzer Modezeitung), Februar 1851, von Hammer gibt: „Kleiner alter Herr mit vertrockneter Figur und schleichendem Gange; spitziges aus- drucksvolles Gesicht, kühne Adlernase, kleine schelmische Augen, struppiges Haar, kurze Stirne, kreischendes Organ; höchst leidenschaft« liche, ehrsüchtige, fast bissige Natur; Kleidung und Tracht auS der Blüthe des vorigen Jahr« Hunderts; enormes Gedächtniß und noch enor« mere Zerstreutheit; doctrinäres Benehmen; man wittert den Gelehrten schon auf zehn Meilen Entfernung; für ihn gibt es nur einen Welt- theil : Asien, und er dürfte uns einmal beweisen, daß Gott die Welt auf Türkisch oder Arabisch geschaffen habe; übrigens genießt er verdienter« massen als orientalischer Sprachforscher, Gelehr« ter und Historiker einen großen, weit über Deutschlands Grenzen hinausreichenden Ruf". IV. Tod, Testament und Nachlaß. Hammer starb wie ein Philosoph; seine Leichenfeier, welcher die zahlreiche Intelligenz Wiens, Alt und Jung, beiwohnte, fand in der Stephans- kirche Statt. Nach geschehener Einsegnung wurde der Sarg nach Weidling am Bach, wo Hammer sein Grab bei Lebzeiten hatte herstellen lassen, geführt. Der Einsentung des Sarges daselbst wohnten außer der Familie Freiherr vonBaumgartner, 3. A. Frankl, Ritter von Karajan und A. Schröter bei. F r a n t l dichtete aus diesem Anlasse das Ge« dicht: „Hammer's Bestattung". — Freiherr von Hammer« Purastall hat den Director der Staatsdruckerei, Auer Ritter vonWelsbach, zum Erben seines handschriftlichen Nachlasses, mit Inbegriff seiner literarischen Correspondenz, gemacht, worunter sich-die von ihm geschriebenen, bis auf die jüngste Zeit fortgeführten Denk- würdigkeiten aus seinem Ieben befinden. Voll- kommen geordnet und im druckfertigen Zustande umfassen sie an 2000 Schreibbogen. Hammer» Purgstal l war Gelehrter, Schriftsteller, Staatsmann, verkehrte mit den höchsten Per« sönlichkeiten dreier Welttheile und zweier Jahrhunderte, besaß scharfes Urtheil und einen unabhängigen Charakter; seine Memoiren müßten also für die politische und Cultur« geschichte, sowie sein ausgebreiteter Briefwech« sel mit den ersten Gelehrten seiner Zeit für die
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Band 7
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Habsburg-Hartlieb
Band
7
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1861
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
472
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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