Seite - 286 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
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Hammer-'Purg stall 286 H am mer-Purg stall
Literawrgeschichte eine reiche Ausbeute liefern.
Eine sehr große Anzahl (mehrere Hundert) von
Briefen Hammer's befindet sich im Besitze
3. A. Frankl 's, an den er sie vom Jahre
1832—1848 gerichtet; der Inhalt ist wesentlich
literarhistorisch. Mit der Sammlung seiner
poetischen Arbeiten und der Herausgabe seines
poetischen Nachlasses ist Ioh. Gabr. Seidl
betraut sDeutsche allgem. Ztg. 4836 Nr. 283;
— Presse 1856. Nr. 278; — Wanderer 18S6,
Nr. 590^. — Das Frankfurter Konversations«
blait 1859, Nr. 214, berichtet das Folgende-.
„ In Hammer's Familie gilt eine eigenthüm-
liche testamentarische Bestimmung. Nach dem
Absterben des alten steiermärkischen Grafen«
geschlechtes von Purgstall wurde Joseph
von Hammer von der letzten Sproßin dieses
Namens im Jahre 1833 zum Universalerben
eingesetzt und gelangte dadurch in den Besitz
der Herrschaft Hainfeld. Dabei wurde aber
von der Erblasserin bestimmt, daß die Erbes«
einsetzung nur auf drei Generationen gelten
und nach deren Absterben die gefammte Erb«
schaft an entfernte Verwandte der Grafen von
Purgstall in England fallen soll. Sobald
also der letzte Enkel des zuerst Belichenen der»
einst verstorben sein wird, muß die Familie die
ganze Erbschaft herausgeben und verbleibt nur
mehr im Besitze des uon Purgstall'schen
Namens und Wappens." ^Der Ursprung dieser
aus der Luft gegriffenen Bestimmungen dürfte
in den Verleumdungen und böswilligen Lügen
zu suchen sein, welche Capitän'Basil Hal l
über Hammer in seiner Schrift: „soliloL»
Haiulsiä: oi- a, V/Wtsr in I^vsr 8t?ria>"
(Näin'burFli t830, 8«.) in'ö Publikum zu brin«
gen Grund zn haben glaubte.)
V. Denkmal. Consiantin Graf Wicken bürg,
der nunmehrige Minister des Handels und
einstige Gouverneur von Steicrmark, hat in
dem von ihm geschaffenen Curorte Gleichcnberg
seinem verewigten Freunde H a m mcr«Purg»
stall, wohin derselbe im Jahre 1836 eine in
Constantinopcl gearbeitete marluorne Brunnen-
schale gespendet, cin öffentliches Denkmal zu<
gedacht und mit dessen Ausführung den in Wien
arbeitenden Bildhauer Johann Mcixner be-
traut. Das Denkmal soll dic colossale, aus
weißem Marmor gemeißelte Büste H a m m cr's
(4 Schuh) auf einem 8 Schuh hohen Sockel
darstellen und im Parke zu Gleichenbcrg aufge-
stellt werden ^Ostdeutsche Post 1826, Nr. 287).
VI. Medaillen, Mstcn und Statuetteu. Im
Jahre 4847 wurde Hammer-Purgstall zu Ehren auf Frankl's Veranlassung von dem
Medailleur Karl Nadnitzky eine Medaille
geprägt. Avers: UnbedecktcrKopfH a m m er's
6n proM, rechts (d. i. links vom Beschauer)
gewendet. Umschrift: ^082?II NKNIHLRK
von N^IKINÜ. ?II I i . ( ;81^I. . Im Seg.
mcnt: 6. I ^VNI12X^ 1847. Revers:
Die zwölf Zeichen des mongolischen Thierkrei-
ses in arabeskenähnlichen Verzierungen rund
um ein mcdaillonförmiges glattes Feld, in
dessen Mitte die kleine reliefe Memnonsstatue
sn 5k<n, mit der Umschrift: I8'l? ONI5 NOK-
6NN NIOI!''!' N.4.II? OOI^VN. 8. XI. V. 80.
Um die Randleiste der Medaille läuft die ein»
gepunzte Schrift: ä2I.4N I^r?W«I 21^«.
511^^. Gewicht der Goldmedaille 24"/,^«..
der Silbermedaille 4 Loth. Größe: 2 Zoll im
Durchmesser. Die Exemplare in Gold (wovon
H. sein Handexemplar dem Münz« und Antiken«
Oabinete testamentarisch vermachte) und in
Silber wurden bloß an Verwandte und Be«
kannte abgegeben, und sie al lein führen an
der Randleiste die oben erwähnte eingepunzte
griechische Rundschrift. Bei den in die Oeffent-
lichkeit gelangten Exemplaren von Bronze fehlt
dieselbe, wodurch es wahrscheinlich geschah,
daß die Existenz zweier verschiedener Medaillen
vermuthet wurde, was nicht der Fall ist.
^L. A. Frankl 's Sonntagsblätter 1847,
Kunstblatt Nr. 12, S. 71.) — 'Eine lebens-
große Büste Hammer-Purgstal l 'ö von
dem Bildhauer Sch aller, welcher das Hofer«
denkmal vollendet, befindet sich in der kais.
Hofbibliothck zu Nien. — Eine andere Büste
aus Marmor ließ H a m m r r von 3ladnitzk y
ein Jahr vor seinem Tode mit der Bestimmung
anfertigen, dns; sie nach seinem Tode einer von
ihm bezeichneten Person als Andenken zuzu-
stellen sei, was auch erfolgte. — Der Bildhauer
Hirsch häut er verfertigte eine Statuette
Hammer's, die ihn in ganzer Figur, sitzend,
als hielte er einen Vortrag, darstellt.
VII. Porträte. !) Swbcnrauch p(wx.), Passini
äv. (Wien, 4".); — 2) nach Lawrence gestochen
von Bcnedetti (Äcrliw, H. Reimer, 8".).
Dieses Bildniß von Hammer in des englischen
Künstlers entsprechender Manier gemalt, wollte
schon Fürst Sinzendorf in Kupfer stechen
lassen, aber der Tod deS Fürsten vereitelte sein
Vorhaben; — 3) lithogr. von Krepp (Wien,
Ios. Bcrmann, gr. 4".); — 4) lithogr. von
Dauthagelsö3(Wien.Ios.Bermann.Fol.).
mit demFacsimile der Unterschrift; — 5) Unter-
schrift: Joseph Ritter von Hammer, in dem
von Bohr und Höfel herausgegebenen Werke
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon