Seite - 289 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
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Htmmerschmid 289 Hammerschmid
sehen sind. Die Kopfhaare sind vorn kurz,
rückwärts aber lang und gekraust; vom Ge-
sichte wallt ein voller Schnur« und Backenbart
über die Brust herab, wovon letzterer mit drei
Reihen Perlen quer durchflochten ist. Den
Hals schmückt ein breites, mit farbigen Edel-
steinen und Perlen belegtes Halsband. Auf
den Rippen und Schenkeln des Stierleibes sind
je ein Büschelchen gekrauster schwarzer, gleich'
falls mit drei Reihen Perlen besetzter Haare
zu sehen. Der aufwärts geschlagene Schweif
endet in einen dichten schwarzen, von sechs
Doppelreihen vonPerlen durchflochtenenHaar-
büschel. Der Kopf ist mit einem blauen cylin-
derformigen, mit Perlen und Edelsteinen ge-
zierten Diademe bedeckt, welches mit grünen
Lotosblättern ringsum besteckt ist. Devise.
Auf einem rothen, sich wellenförmig winden-
den, mit seinen Enden auswärts flatternden
Bande, worauf die oben beschriebenen Schild-
halter stehen, in schwarzer-Kanzleischrift die
Devise: „Schlag' und Trag'".
Hlllmuerschmid, Johann Florian
(Domherr und Geschichtschreiber,
geb. zu Stab im Pilsner Kreise Böh«
mens 4. Mai 1632, gest. zu Prag
1737). Sohn bürgerlicher Eltern, den
diese, da er Lust zum Lernen zeigte, nach
Klattau auf die Schule schickten. Die
Philosophie hörte er zu Prag, wo er
auch in'S erzbischöfliche Alumnat eintrat,
um Theologie zu
studiren. 1677. 23 Jahre
alt, wurde er Priester, trat dann in die
Seelsorge, zuerst als Capellan zu Bud»
weis, und wurde 1680 Pfarrer zu Stein«
kirchen, einem den Herzogen von Krumau
gehörigen Dorfe. 13 Jahre versah er
diese Stelle und rettete durch seinen
Glaubensmuth einen verstockten Bösewicht
vom Verderben. Dieser, nachdem er einen
Mord gebeichtet, verlangte von H. die
Absolution. H. knüpfte die Ertheilung
der Letzteren an Bedingungen, die der
Mörder zu erfüllen
sich
weigerte. Als H.
nun auch seinerseits nicht zu bewegen
war, dem Mörder die Lossprechung zu
ertheilen, zog dieser seinen Degen und
stürzte damit auf H. los, und ihn mit
y. Wurzbach, biogr. Lerikon. VII. dem Tode bedrohend, verlangte er die
Lossprechung. H. entblößte aber seine
Brust und forderte den Frevler auf. den
Priestermord zu vollziehen. Dieser Muth
blieb nicht ohne Wirkung auf das Gemüth
des Mörders, der erschüttert zu den
Füßen des Priesters sank, Buße that und
mit dem Vorsatze einen besseren Lebens»
wandel einzuschlagen die Kirche verließ.
1698 wurde H. Vorsteher der erzbischöf-
lichen Geistlichen in Klattau, bald darauf
Rector des erzbischöflichen Alumnats in
Prag und stufenweise
Doctor der Theolo«
gie, ProtonotariuL ^ostolioug, O0M68
?3.iHtinu3) Domherr auf dem Wifsehrad
und zu Bunzlau, zuletzt 1710 Pfarrer
am Tein in der Prager Altstadt. 1727
feierte er sein 30jahriges Priesterjubiläum,
welches er zehn Jahre noch überlebte,
indem er 1737, im Alter von 85 Jahren,
starb. H.'s Werke sind: „
" (?ra.F 1683) 612'b.
" (okä. 1690); — „
. 1690); —
(obä. 1700);
, d. i. Die Geschichte der
Stadt Klattau in sieben Theile abge-
theilt; — „Oöo?'?'« si Hla/es^s
H.
1713). Von seinem Weck: „<
aLsnse's", welches eine Beschreibung
der Stadt Prag, ihrer Kirchen, Klöster
und anderen Merkwürdigkeiten enthält,
und in zwei handschriftlichen Banden im
erzbischöflichen Seminar zu Prag auf»
bewahrt wird, ist nur die Einleitung
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon