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Hammerjlein-Ecq'uord 292 ammerstein-EcqMrd
bei Lübbenau mit seinem Huszaren-Regi«
mente, den Kaiser Napoleon verlassend,
zur österreichischen Armee über. Nun
erhielt Hammerstein seine Eintheilung
bei der österreichisch-deutschen Legion, mit
welcher Bubna Anfangs März 4844
vor Genf lag, und machte die Gefechte
derselben mit; bei Lyon (20. März) zeich-
nete er sich besonders aus und nöthigte
durch seinen ungestümen Angriff den Feind,
die Stadt zu räumen. Nachdem die
Legion — nach dem ersten Pariser Frie«
densschluffe — aufgelöst ward, wurde
er in die österreichische Armee eingereiht,
und zwar als Oberst des 1. Nhlanen»
Regiments GrafMeerveldt. Indem er
nun mit seinem Regimente öfter die
Stationen wechselte, wurde er 4823
General-Major und Brigadier in Pilsen,
4824 dasselbe in Prag; im Juli 4832
Feldmarschall'Lieutenant in Großwardein
und nach einer im Jahre 4836 nach
England und 4837 in Deutschland, Ruß«
land und Griechenland unternommenen
Reise, bei welch' letzterer er dem großen
Cavallerielager der 60.000 Garden in
Wosnozensk beiwohnte, am 4. November
4837 Divisionär in Lemberg. 4840 das«
selbe in Ofen und dann zweiter Inhaber
des 2. UhlaneN'Regiments Fürst S ch w a r-
zenberg. Im Jänner 4842 zum Com-
mandanten des 2. Armeecorps in Italien
ernannt, erhielt Hammerstein 4843
die geheime Rathswürde und wurde 4846
in Lemberg Retsey's Nachfolger als
Commandirender in Galizien. Seine letzte
That war, als am 4. November 4848
die Unruhen in Lemberg eine bedenkliche
Wendung nehmen zu wollen schienen, die
Beschießung der Stadt, bei welcher die
Universität, die 60.000 Bände starke
Bibliothek und das Rathhaus in Flammen
aufgingen. Hammer stein's Freunde
haben die Worte, die er an diesem Tage in eben dem Augenblicke, als der Con-
ducteur der Wiener Eilpost die Nachricht
von dem Falle Wiens brachte, gesprochen,
und welche gelautet: „Auch ich bin fertig",
aufgezeichnet, und wir wollen sie der
Geschichte nicht vorenthalten, aber auch
nicht das Urtheil aller der Regierung
Ergebenen, daß ein Feuer auf das Univer«
sitätsgebäude uNd das Rathhaus ein
unter diesen Umständen unv er antwort»
liches gewesen sei. Am 9. November
4848 war er zum General der Cavallerie
und bei der Organisirung der Armee
zum Commandanten der IV. Armee in
Galizien und der Bukowina ernannt
worden; bei dem Fortschritte der unga-
rischen Revolution verhängte er den Beta»
gerungszustand über Galizien und die
Bukowina, und traf sonst alle erforder-
lichen, jede Ruhestörung im Lande ver«
eitelnden Gegmanstalten, in deren Aus«
führung er von der braven Landbevöl-
kerung auf das energischste unterstützt
wurde. Im Jahre 1849 trat er wegen
Schwerhörigkeit in den Ruhestand. Bei
dieser Gelegenheit erhielt er das Groß.
kreuz des Leopold-Ordens, wie schon
früher ihm von Sr. Majestät dem Kaiser
der Orden der eisernen Krone I. Classe
und von fremden Mächten, als Rußland,
Preußen, Hannover und Schweden ähn»
liche' Auszeichnungen verliehen worden
waren. Hammerstein war zweimal
verheirathet, zuerst seit 7. October 4846
mit Karoline gebornen Baronin von
Könitz, gestorben nach 20jähriger Ehe
26. Juni 4836; zum andern Male seit
1. Februar 4839 mit Maria Gräsin
von Salis.Zizers (geb. 4. Februar
4820). Beide Ehen sind kinderlos geblie-
ben und Hammerstein hatte seinen
Neffen Herbert (geb. 20. December
4833), Sohn des kön. hannover'schen
Majors und Forstmeisters Karl Baron
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon