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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
Seite - 302 -
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Hanka 302 Hanka serbische sogenannte Peterwardeiner Regi ment Nr. 9 in Königgrätz stationirt war, förderten seine Kenntniß der slavischen Sprache und als er 1810 die Schule ver- ließ, besaß er außer der Kenntniß seiner Muttersprache bereits einige Kenntnisse in der serbischen, croatischen und russischen. Bei seinem erwachten Wiffensdrange erbat er sich vom Vater, seine Absicht Geistlicher zu werden aussprechend, die Erlaubniß, seine Studien fortzusetzen; er kam nach Prag und dort begann er nicht nur sich selbst in der Muttersprache auszubilden, sondern für deren Verbreitung in den Kreisen, in denen er lebte und namentlich unter seinen Collegen zu wirken. Die Annäherung cmDobrowsky sBd. I I I , S. 334^, der damals mit Studien über die serbische Sprache sich beschäftigte und welchem Hanka einige Ausdrücke, deren Kenntniß er eben durch den vorerwähnten Umgang mit den Grenzsoldaten gewon- nen, glücklich übersetzte, war unter solchen Umstanden leicht ermöglicht und gestal» tete sich immer freundschaftlicher und bezie- hungsvoller. Die Idee jedoch, sich dem geistlichen Stande zu widmen, mit der H. sich ursprünglich getragen, wich bald der weltlichen Anschauung der Dinge, welche eine Frucht des heiteren Studentenlebens war. Er entschloß sich, die Rechte zu studiren, brachte in dieser Absicht Ein Jahr, 1813/1814, in Wien zu und kehrte dann wieder nach Prag zurück, wo er seine Studien beendete. Weit über seinen rechtswissenschaftlichen Eifer erfüllte ihn aber der Drang sprachlicher Studien im Gebiete der heimischen Sprache und der mit ihr nah und fern verwandten Mund» arten. Im Jahre 1813 erschienen seine ersten Lieder (Nr. 1) stie bibliographi- schen Titel von Hanka's Werken siehe unten in den Quellen bei der Aufzählung seiner Schriften^, deren Ausgaben ver» mehrt sich öfter wiederholten. Auch gab er, als Dobrowsky's „Neues Hilfsmittel, die russische Sprache leichter zu verstehen". 1813 in neuer Auflage erschien, in einem Anhange die „Beschreibung der russischen Staats- und Kriegsmacht "(18! 5) (Nr. 63) heraus, ein Werkchen, welches mit sprach» lichen Studien nichts zu schaffen hatte, aber Hanka's Sympathien zur nordischen Großmacht, welche mitdenIahren sich stet- gerten, schon damals beurkundeten. Der Umstand, daß Tomcischek, der beliebte Componist, Hanka's Lieder in Musik setzte und dessen leicht sangbare und dem Volkscharakter trefflich angepaßte Melo« dien bald ihren Weg in's Volk fanden, trug auch wesentlich dazu bei, Hank a's Namen im Volke bekannt und beliebt zu machen. ImIahre18j7 kam Hanka's „Üechische Grammatik" (Nr. 3) heraus. Mit diesem i'll.vo^iL öoLkF", denn unter diesem Titel war die Sprachlehre erschienen, be- gannen die ersten Fehden, durch welche die Slavisten in zwei Lager getheilt wurden, deren Charakter mitunter ein sehr erbit- terter war, und die später, alsHanka mit seinen literarischen Funden auftrat, in Ge- hässigkeit ausarteten, bis sie in neuester Zeit, eben alsHanka starb, seiner Partei eine glänzende Veranlassung gaben, dem Todten Ovationen darzubringen, die kaum mehr einen literarischen, als viel« mehr einen politischen Anstrich trugen. Der Kampf über die Grammatik endete aber mit der Thatsache, daß die Schreib« weise, die übrigens nicht sein, sondern nur Dobrowsky's auf die Praxis angewandtes System war und für welche H. muthig eine Lanze brach, gegenwärtig in ganz Böhmen durchgängrg eingeführt ist. Für die Angriffe der Gelehrten wurde Hanka durch den gerechten Beifall der Menge reichlich belohnt, mit dem seine öechische Uebersetzung (1817) der Herr»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Band 7
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Habsburg-Hartlieb
Band
7
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1861
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
472
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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