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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
Seite - 306 -
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Hanka 306 Hllttka Quartalschrift stvi öes^Iio" zugleich mit einer deutschen; wovon letztere schon in 3 Jahren aufhörte, erstere aber noch besteht und im Augen- blicke in ihrem 34. Jahrgange erscheint. Hanka hat in ihr einen großen Theil seiner Arbeiten aus verschiedenen Disci- plinen des menschlichen Wissens, vornehm- lich aus der sprachlichen und historisch- literarischen niedergelegt. Theilweise war der 7,öa30i)i8" auch das Feld, auf welchem die verschiedenen Fehden aus» gefochten wurden, zu denen vornehmlich die von Hanka octroyirte öechische Rechtschreibung reichen Anlaß bot, und welche mit der von ihm besorgten Aus- gabe des von dem Grafen Mussin Puschkin 1793 entdeckten Igorliedeö (Nr. 26) wieder aufgenommen wurden. Hanka hatte nämlich, um dieses Ge- dicht allen Slavenstammen zugänglich zu machen, zu seiner Rechtschreibung eine eigene Schrift ersonnen, welche aus cyril- lischen, lateinischen und von ihm er- fundenen Buchstaben zusammengesetzt ist. Das war Nahrung genug zu neuem Streite, er wurde auch von allen Seiten, theils mit Erbitterung, theils mit Hef- tigkeit und einer den wissenschaftlichen Endzweck wenig fördernden Mikrologie geführt. Hanka war indessen nicht lite- rarisch unthätig geblieben, er vollendete die Herausgabe des deutsch-böhmischen Wörterbuches vonDobrowsky (Nr. 6). dessen Etymologikonder slavischen Sprache (Nr. 19). arbeitete seine (xla^olitioa (Nr. 43), seine Grammatik der polnischen Sprache (Nr. 14); übersetzte die polnischen Volkslieder, Krakowiaken (Nr. 4), unter- hielt mit den Gelehrten des Auslandes eine lebhafte Korrespondenz und wirkte namentlich nach Rußland hin, wo er die Anlage slavischer Bibliotheken und die Errichtung von slavischen Lehrkanzeln, ob im österreichischen Interesse und um das öechenthum für die Monarchie zu starken, ist noch nicht festgestellt, eifrig betrieb. Einem in jener Zeit an ihn ergangenen Ruft als Bibliothekar der in Petersburg begründeten slavischen Bibliothek, mit dem Range eines Hofrathes und dem Iahrgehalte von 4000 Rubel gab H. keine Folge; auf sein Ablehnungsschrei- ben war die Verleihung des russischen St. Wladimir-Ordens die diplomatische Antwort. Die im Jahre 1836 inPrag statt- findende Krönung gab mit einem Male den Studien Hanka's eine veränderte Richtung; er begann mit der Numismatik sich zu beschäftigen und veröffentlichte nach dieser Richtung mehrere schätzenswerthe Monographien über Böhmens Krönungs- münzen (Nr. o7), die Reverslegenden, die böhmischenMünzen des 10. Jahrhunderts, über Familienmünzen und Medaillen des Hauses Rosenberg (Nr.60), der Grafen Schlick (Nr. 39), Albrech t's, Herzogs von Friedland (Nr. 38) u. dgl. m. Auch begann er, von seiner weit verzweigten liter arischen Korrespondenz unterstützt, seine Forschungen nach dem slavischen Evangelien-Codex in Rheims, den man seit 1790 vermißte und welchen der russische Geheimrath A. I . von Turgeniew im December 1833 bei einem Besuche der Stadtbibliothek in Rheims wirklich wieder auffand. Von den verschiedenen Ausgaben dieses Codex besorgte 4846 Hanka die eine (Nr. 34). Die Herausgabe dieses Sprachdenkmales veranlaßte einen neuen, nichtweniger heftigen Federkrieg, als es die früheren gewesen. Hanka behauptete den böhmischen Ursprung dieses Codex und nach diesem wäre er von dem Abte Prokop von Sazawa im Jahre 1030 verfaßt. Kopitar verlegte den Ursprung des Codex nach Rußland und in's 14. Jahr- hundert. Kopitar veröffentlichte diese
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Band 7
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Habsburg-Hartlieb
Band
7
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1861
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
472
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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