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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
Seite - 307 -
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Hanka 307 Danka Ansicht in seiner erst nach seinem Tode 4843 auf Kosten des Kaisers Nikolaus zu Paris erschienenen Prachtausgabe dieses Codex, und zwar in den dem Codex vorausgeschickten „?r0l6Fc>in6 KiLtoriok«, und Hanka in seiner oben angeführten, ein Jahr später erschienenen. Den numismatischen Forschungen folgten deren über das alte böhmische Recht und im Jahre 1341 veröffentlichte H. in dem ersten öechischm Actenbande der kön. b mischen Akademie der Wissenschaften seine aus 35 böhmischen handschriftlichen Rechts büchem geschöpfte Quellenkunde, dann das Neunbücherrecht des Victorin Corne» lius von Vsehrd aus dem Ende des 13. Jahrhunderts und mehrere Ueberreste aus dem 14. Jahrhundert, als: das Rosenbergerbuch, Duba's Nechtsaus- legung, die Landgerichtsordnung und die KI^sLwZ c^rolwa. (Nr. 36). Diese Arbeiten find sämmtlich zu einer Zeit ausgeführt, als sich das deutsche und oechische Element in Böhmen feindlich gegenüber standen und das Verhalten der Uröechen nichts weniger als darnach angethan war, diesen Zwiespalt friedlich auszugleichen. Hanka nahm an allen diesen feindseligen Kundgebungen,keinen äußerlichen Antheil, und es wird ihm nur das Eine zur Last gelegt, an Io rdan 's slavischen Jahrbüchern auch dann noch thätig mitgewirkt zu haben, als diese in ihrer Polemik gegen das Deutsche in die schmutzigsten Tiefen der Gemeinheit herab» gestiegen waren. Bis vor dem Jahre 1848 erschienen noch einige historische und sprachliche Arbeiten: Eine Korrespondenz zwischen Kaiser Rudolph I I . und Kö- nigMathias in Betreff des pafsauischen Kriegsvolkes (Nr. 61), die Herausgabe der Geschichte des Kaisers Kar l IV. von Prokop Lupas (Nr. 62), über die slavische Kirchensprache (Nr. 13), über die cyrillische Orthographie (Nr. 17) und über die Reformen der öechischen Recht- schreibung (Nr. 20). Der politische Um« schwung des Jahres 1848 blieb auch nicht ohne Einfluß auf Hanka's lite» rarische Thätigkeit. Nunmehr in der Lage, für seine Lieblingsidee, eine Hege» monie der öechen, in der slavischen Lite- ratur unmittelbar wirken zu können, unterließ er nichts, was in seinen Kräften stand, den nationalen Geist anzufachen. Bemerkenswerth erscheint es uns aber, wie Hanka, diesen Lebenszweck unverrückt im Auge behaltend, immer alles Aufsehen vermied, jedoch durch sein ruhiges aber sicheres und ununterbrochenes Vorwärts« gehen immer mehr Terrain für seine Zwecke zu gewinnen und deren Erreichung immer näher zu rücken wußte. In der Politik eine rein demokratische Richtung verfolgend, lehnte er, als ihn sein Wahl» bezirk Königgrätz zu seinem Abgeordneten für den vorbereiteten böhmischen Landtag, und als dieser nicht zu Stande kam, für den Reichstag erwählte, beide Wahlen ab, übernahm aber opferwillig das Präsidium des eine energische Thätigkeit entwickeln« den Vereines der slavischen Linde (slo- nsilH U^a), welches er bis zu dessen Auflösung führte. Auch habilitirte er sich im Jahre 1848 als Docent der slavischen Sprachen an der Prager Hochschule und laS seither alljährlich über altslavische und russische Sprache und Literatur und seit Koubek's Tode auch über die pol» nische, indem er 1849 bei der Reform des Studienwesens zum Professor dieser Sprachen ernannt worden war. Zu 'einen literarischen Arbeiten, meist pole« mischer Natur und gegen den berühmten Slavisten Miklosich gerichtet, gesellen ich nun noch mehrere politische Lieder, zu denen wir auch die Dithyrambe auf den gewesenen Unterrichtsminister Leo Grafen 20 5
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Band 7
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Habsburg-Hartlieb
Band
7
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1861
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
472
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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