Seite - 319 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
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auf langen, schmalen, leichten Holzleitern eigener
Construction in den 444 Fuß tiefen, 330 Fuß
langen und 210 Fuß breiten Felsentrichter
herab, nach acht Minuten hatte er den Grund
glücklich erreicht, welchen Umstand er mit einem
in der Tiefe abgefeuerten Pistolenschuß signali»
sirte. Nun folgten Karl Ver ger, sein Schreiber,
und Heinrich Preuß, fürstlich Salm'scher
Beamter. Der letztgenannte Herr verließ noch
amselbenAbend dieMacocha wieder. Hankeli-
ste in und sein Schreiber blieben aber bis
Montag Nachmittags zwei Uhr, also volle
29 Stunden, unten. Eine bleierne Tafel mit
den Namen der genannten Herren wurde als
Denkzeichen an den Felsen befestigt. Hanken-
stein hat uiele große interessante Stücke Tropf-
stein, seltene Gras- und Moosarten u. dgl. m.
aus der Tiefe heraufgebracht sBohemia t8:;6,
S. 449).
Haul, Karl (Bischof von König»
grätz, geb. zu Großkörblitz im Ganzer
Kreise Böhmens 4. September 1782).
Der Sohn unbemittelter Eltern, studirte
zu Komotau die Gymnastalclassen, zu
Prag die Philosophie und Theologie,
wurde am 8. September 18l)!5 zu Leit»
meritz zum Priester geweiht und hierauf
in der Stadt Kralupp im Saazer Kreise
als Caplan, am 20. Jänner 1810 als
Erposit im Dorfe Warta, am 27. De-
cember 1813 als Administrator in der
Stadt Priesen, am 1. April 1814 als
wirklicher Pfarrer daselbst, am !). März
1821 als Pfarrer in BrunnerSdorf
angestellt. Am 28. August 1822 wurde
er zum Canonicus des Prager Metro»
politan-Domcapitels gewählt; im Iän«
ner 1824 vom Prager Fürsterzbischofe
Chlumzansky zum Prager Consisto-
rialrathe. am 23. Juni 1824 von Sr.
Majestät Kaiser FranzI. zum wirklichen
Gubemialrathe und geistlichen Referenten
im Königreiche Böhmen, am 23. October
1831 zum Bischöfe von Königgratz ernannt
und am 24. Februar 1832 vom Papste
Gregor XVI. consirmirt. Am 10. Mai
1832 erhielt er vom Prager Erzbischofe Kolowrat in der Prager Allerheiligen-
kirche die bischöfliche Weihe und am
10. Juni 1832 wurde er in der König,
gräher Domkirche als Bischof intronifirt.
Im Jahre 1836 asststirte er bei der
Krönung Ihrer Majestäten des Kaisers
FerdinandI. und der Kaiserin Maria
Anna Pia in Prag und wurde hierauf
zum wirklichen geheimen Rathe ernannt.
Im Jahre 1848 ernannte ihn die Präger
Universität zum Doctor der Theologie.
Am 8. September 1833 feierte er sein
30jähriges Priesterjubiläum und am 10.
Juni 1837 seine 2-)jährige bischöfliche
Consecration. Mit Allerhöchster Ent«
schließung vom 1. Februar 1861 ertheil»
ten Se. Majestät Kaiser Franz Joseph
ihm das Großkreuz des k. k. Franz Joseph«
Ordens, dessen Insignien ihm der Statt»
Halter Graf Forgach persönlich über»
reichte. Bischof Hanl hat die ihm an»
vertraute, sehr ausgedehnte und volkreiche
Diöcese Königgratz bereits zum dritten
Male visitirt. Unter ihm werden mehrere
neue Pfarreien errichtet und viele Localien
zu Pfarreien erhoben. Von deutscher
Abstammung, eignete er sich
die Kenntniß
der öechischen Sprache erst an. als er zur
bischöflichen Würde erhoben worden, um
mit den Unterthanen seiner Diöcese unmit»
telbar verkehren zu können. Die bischöf»
liche Residenz zu Chrast hat Bischof H.
durch zweckmäßige Bauten vervollkomm-
net und im Kirchenbezirke viel für Her.
stellung und Verbesserung von Straßen
verwendet; sich auch Verdienste durch
Hebung und Förderung der Obstbaum-
zucht erworben. Ueber 12.000 Stück edle
Obstbäume wurden daselbst auf seine
Veranlassung und seine Kosten an Orten,
wo früher keine gestanden sind, gepflanzt.
Hochverdient hat er sich um die Hebung
religiösen Sinnes und des böhmischen
Kirchengesanges gemacht, indem 1847 er
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon