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Hannusch 324 Hansal
mannstadt !882. Theodor SteinhauĂźen.
Bd. I, S. 90—158. — Oesterreich. Militär«
Konversations-Lerikon, herausg. von
I. Hirtenfeld und Meyne rt (Wien 1850,
8«.) Bd. I I I , S. 47.
Ăźammsch, I. Joseph (Schriftstel.
ler, geb. zu Wien 19. November 1790.
gest. ebenda 1833). Trat nach den in Wien
beendeten Studien in die Dienste der
niederösterreichischen Stände, und beklei-
dete zuletzt die Stelle eines landständischen
Erpeditsdirectors. Seit mehr als drei
Iahrzehenden begegnet man seinem Namen
in den österreichischen Unterhaltungsblät
tern und Almanachen, welche von ihm
lyrische Gedichte, Balladen und Roman
zen brachten; so z. B. enthält schon der
2. Jahrgang (1821) von Hormayr's
„Taschenbuch für vaterländische Ge-
schichte" (S. 420): „Die Sage vom
Kanonenkreuze am 18. October 1813
von H. Zuletzt trat er mit einer
selbstständigen historischen Arbeit auf,
welche unter dem Titel: „Umnr Nnrl V.
5eme Ai t nnll Seine Aeitgenll25rn. ^m geschicht-
Uchrr Anm55" (Wien 1833, Fr. Beck, 8«.),
im Drucke erschien, ihm aber, nach
dem Ausspruche der Kritik, eine Stelle
unter den Geschichtschreibern einzuräumen
nicht vermag. I n seinem Nachlasse soll
sich ein Curiosum, nämlick eine Art
Umarbeitung der Shakespeare'schen
Dramen zur FraumlectĂĽre befinden, in
welcher alle derben und obscönen Stellen
sorgfältig gestrichen sind. Interessanter ist
H. als Mensch und seine EigenthĂĽmlich-
keiten stempeln ihn zu einem originellen
Sonderlinge. So z.B. kam er nie aus dem
Weichbilde der innern Stadt Wien her»
aus, sein täglicher Spaziergang war ein
Gang um die Basteien, AusflĂĽge auf das
Land waren ihm zuwider — er fürchtete
benenbei stets „angepackt" zu werden —
und er sah selten ein anderes GrĂĽn, als
jenes der wenigen Bäume, welche auf den Basteien und dem Glacis sich befinden.
Charakteristisch war sein Groll gegen alle
Eisenbahnen und er hätte
sich
durch nichts
bewegen laffen, sie zu benutzen. Diese
Engherzigkeit war in seinem ganzen
Leben ausgeprägt und machte sich in
verhängnißvoller Weise auch an seinen
Kindern bemerkbar, die alle einem in
seiner Familie herrschen'den ĂĽbertriebenen
Verhätschelungssysteme zum Opfer sielen.
Oesterreich isches Balladenbuch. Heraus-
gegeben von Ludwig Bow itsch und Alexander
Gigl (Wien 1836, Dorfmeister, kl. 8".) Bd. I I ,
S. 719. — Blätter für literan'sche Unterhat«
rung 1854, S. 699.
Hammsch, siehe auch: HlMllö, Ignaz
Johann.
HlUlslll, Martin Ludwig (Mitgl ied
der Heuglin'schen Erpedition nach Mit-
telafrika, geb. zu Groß'Thaiax inMähren
am 17. October 1823). Der Sohn eines
Häuslers, besuchte er in seinem Geburts»
orte die Schule, widmete
sich unter der Lei-
tung des Schullehrers Kern dem Lehr-
fache und diente als Schulgchilfe an den
Schulen zu Frainspitz, Hanfthal, Laa und
Gaunersdorf, von wo er „in Anbetracht
seiner ausgezeichneten Leistungen und sei»
nes eifrigen Strebens" als Hauptschul-
lehrer nach Wien berufen wurde. Wäh-
rend seines 13jährigen pädagogischen
Wirkens betrieb er mit besonderer Vor»
liebe Geographie und Naturgescbichte und
bei seinem lebhaften Dränge, die Welt
zu sehen, ergriff er 1853 mit Begierde
die Gelegenheit, sich der Knoblecher'«
sehen Mission für Centralaftika anzu»
schlieĂźen. Nach besonderen Vorstudien in
der arabischen und in anderen Sprachen
reiste er im Sommer genannten Jahres
nach Chartum ab, und wurde als Secre-
tär des Missionschefs und zugleich als
Instructor der Negerjugend der öfter»
reichischen Mission zugetheilt. Als solcher
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon