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Zansch 329 Bausch
aber die Theologie zu seinem Berufe
erwählte und 1709 in Rostock die theo-
logische Doctorwürde erhielt. Wie er
in seiner Vaterstadt in den Besitz von
19 handschriftlichen Bänden des Kepp..
ler'schen Nachlasses kam, darüber liegt
nichts Bestimmtes vor — nach Meusel
hätte er dieselben um 100 fl. erkauft —
diese durch den Druck zu veröffentlichen,
machte er verschiedene Versuche, und als
mehrere derselben fehlschlugen, begab er
sich 1714 nach Wien, wo Leibnih,
der ihm übrigens wohl wollte, eben auch
anwesend war. Durch dessen Unterstützung
gelang es ihm, von Seite des kaiserlichen
Hofes die namhafte Summe von 4000 fl.
zur Herausgabe der Kepp ler'schen
Werke zu erhalten. H. begab sich nun
nach Frankfurt a. M. und gab auch
1718 den ersten Band unter dem Titel:
(^ranool. H. N06HUIN 1718,
?0i.) 18 lal.) ftergl. Ebert : Bibliogr.
Lexikon I, Nr. 11345), heraus. Als er
denselben dem Kaiser Kar l VI . über-
reichte, wurde er überdieß mit einer
goldenen Gnadenkette und dem Titel
eines kais. Rathes ausgezeichnet; eine
fernere Geldunterstützung zur Fortsetzung
der Herausgabe von Keppler's Werken
zu erhalten, gelang ihm aber nicht. Auch
von anderer Seite blieben seine Bitten
und Vorstellungen unberückfichtiget und
endlich war er genöthiget, Schulden hal«
ber Frankfurt zu verlassen und den Rest
des Kepp ler'schen Werkes zum Unter»
Pfande zurückzulassen. Die ihm 1721 in
Leipzig verliehene Stelle eines Seniors
des Frauencollegiums verlor er, weil er
sich nicht entschließen konnte, in Leipzig
seinen bleibenden Aufenthalt zu nehmen.
Nun hielt er sich, meist mit Herausgabe mathematischer und philosophisch.theo-
logischer Werke beschäftiget, zu Frank-
furt, Regensburg, Nürnberg auf und
begab sich 1727 nach Wien, wo er sich
bis an seinen Tod, der nach den Quel«
len, die über ihn berichten, um 1732
erfolgt sein mochte, aufgehalten haben
soll. Ohne daselbst ein öffentliches Amt
zu bekleiden, beschäftigte er sich nur
mit Herausgabe verschiedener Werke und
behielt immer seinen Plan, die Vollendung
des Keppler'schen.Nachlasses, jedoch
erfolglos, im Auge. Von seinen zahl-
reichen Schriften, welche Meusel in dem
in den Quellen angeführten Werke einzeln
aufzahlt, folgen hier nur die in Wien
gedruckten oder auf Oesterreich bezüg-
lichen. Es sind folgende: ,M5 nirrkuiiir-
dige Wien. JannnrinZ, Frbrnarins und März"
(Nürnberg 1727, 40., mit K. K.); —
1730,
1734, 4".); — „Vrrniinttigi: Gedanken uvn
der Möglichkeit, zn einer Vollkommenheit in der
deutschen «Sprache zn gelangen (ebd. 1733,
. 1736);
. 1739,
4".). Unter seinen Handschriften befand
sich auch ein „ ^oalsa.' H^/o?)2^ic.^s Is^'«-
Hse/iFT'a^Zz'wnus" mit einer Stammtafel
des Windischgrätzischen Hauses. Hansch
besaß viele Kenntnisse; aber die Mißgunst
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon