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344 Haradauer
thm literarischen Briefwechsel hinterließ
er in Handschrift ein weitgediehenes
philologisches Werk; er hatte es nämlich
unternommen, über alle lateinischen Dich-
ter ein philologisches Lexikon abzufassen;
und hatte dm Perseus ganz, den Horaz
und Terenz zum großen Theile vollendet;
und über Ovid, Virgil und Iuvenal
betrachtliche Materialien hinterlassen. Alle
diese Handschriften, wie seine nicht unbe«
deutende Bibliothek legirte er aus Dank»
barkeit dem Brünner Arzte I)r. Joseph
Steiner, deffen Kunst ihn öfter dem
nahen Tode entrissen hatte.
N e u c A n n al en der Literatur deß österreichischen
Kaiscrthums (Wien. Doll, 4«.) Jahrgang I
(1807), Bd. 1. Intelligenzblatt. Monat März,
Sp. 129. — Dieselben. Jahrg. I I (1808).
Bd.1. Intelligenz blatt. MonatIänner, Sp.36.
— D'Elvert (Christian), Beiträge zur Ge>
schichte und Statistik Mährens und Oestcr-
reichisch'Schlesiens. I. Bd. Geschichte des
Bücher- und Steindrucks, des Buchhandels,
der Bücher«(5ensur und der periodischen Litera«
tur, sowie Nachträge zur Geschichte der histo»
rischen Literatur in Mähren und Oesterreichisch-
. Schlesien (Vrünn 1834. gr. 8«) S. 287. —
Außer diesen zweien. Anton Sebastian und
Joseph Karl Hanzely, Vater und Sühn, ist
noch eines dritten zu gedenken, Adeodat H.,
welcher Augustinermönch gewesen und der Ver-
fasser der in „Mährens Geschichtsquellen",
I. Bd. Cerroni's Handschriften»Sammlung
(Brunn 1820) enthaltenen mährischen Universal«
Historie und Brunographie ist ^s.: D'Gluert,
I. c:., S. 309, in der Anmerkung^.
Antonie (Sängerin,
geb. zu Baden bei Wien 1780). Eine
geborene Hub er, wurde im Hause ihres
Schwagers Joseph S to l l , der Chor«
regent in Baden war, erzogen und, da sie
ein schönes Talent für Musik zeigte, von
ihrem Schwager und von Mozart , der
viel in Baden zu weilen und dann stets
im Hause des Chorregenten S to l l sein
Abstcigquartier zu nehmen pflegte, in der
Musik ausgebildet. Im Jahre 1796,
19 Jahre alt, wurde sie die Frau des, damaligen Schauspielers Franz Hara«
dauer, der (1772 in Wien geboren)
anfanglich Militarbeamter im Armeecorps
des Generals Clerfayt war, dann
aber, als er 1792 den berühmten
Schröder kennen gelernt, auf dessen
Zureden Schauspieler wurde. Antonie
feierte nun auf ihren mit ihrem Ge<
male unternommenen Kunstreisen seltene
Triumphe; sie sang in Trieft, Krakau,
Warschau, Prag, und in letzterer Stadt
wurde, als sie am 17. August 1799 in
der „Zauberflöte" zum letzten Male sang,
ihr zu Ehren das Theater festlich beleuch-
tet; im Jahre 1802 kam sie mit ihrem
Gemale nack Grah, der daselbst die Lei«
tung der Bühne übernahm und bis 1812
führte. Ihre Erfolge in Gratz waren nicht
weniger glänzend, als an anderen Orten.
Endlich zog sie sich, wie auch ihr Gemal,
von der Bühne zurück, und letzterer
erhielt ein Handelsbefugniß, wurde 1833
Armenhausdirector, 1833 Commiffär im
neuerrichteten Arbeitshause, 1844 Direc-
tor des Kinderspitales. Am 4. October
1836 feierten Franz H. und seine
Gemalin A n t o n i e die „brillantene
Hochzeit", nämlich das Erinnerungsfest
ihrer 60jährigen Ehe.
Der A u fm erksame (Unterhaltungsbeilage der
Gratzer (amtlichen) Zeitung 1866, S. 871. —
Zwei Haradauer, wohl zur Familie des
Obigen, Franz H.. gehörend, vielleicht dessen Brü-
der, sind geadelt wurden, und zwar Johann
Haradauer (geb. in Preßburg). der bereits
1788 in die kaiserliche Armee getreten und
stufenweise nach 29jähriger Dienstleistung zum
Major beim 2. Landwehr-Bataillon des In»
fanterie-Regiments Lascy vorgerückt war. Er
hatte während seiner Dienstzeit zwei Feld»
züge gegen die Türken und alle Feldzüge
gegen Frankreich bis 1813 mitgemacht; sich
schon als Oberkanonier so ausgezeichnet, daß
er zum Fähnrich im Regimente Lascy er-
nannt wurde, und später wieder in den
Gefechten bei Legnago, bei Schneittach und
zuletzt bei der freiwilligen Erstürmung des
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon