Seite - 346 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
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346 Hardegg-Glah
bietende Feind den wichtigsten Punct
unserer Stellung zu bedrohen beabsichtigte,
und die gefährlichen Folgen, die daraus
entspringen mußten, durchblickend, warf
sich H., ohne erst Befehle einzuholen
oder abzuwarten, an der Spitze seiner
Division und einiger rasch gesammelten
Reiterabtheilungen dem vorrückenden,
stark überlegenen Feinde entgegen und
drängte ihn zurück; und als dieser
mit eintretender Nacht sein Vorhaben
neuerdings auszuführen versuchte, war
es der wachsame H.. der dieses durch
erneuerte und
siegreiche Angriffe vereitelte.
Für diese Waffenthat erhielt er in der
7l. Promotion (April 1806) das Rit-
terkreuz des Maria Theresien-Ordens.
Im Feldzuge l809 commandirte H.
als Oberst das Dragoner»Regiment
Leveneur. Am 19. April d. I . beauf-
tragt, den Rückzug der Unsrigen bei
Arndorf zu decken, führte H. mehrere
erfolgreiche Attaquen aus. Bei Kloster»
röhr, wohin er seinen Marsch fortgesetzt,
versperrte ihm der Fcind in überlegener
Anzahl den Weg. Bedroht, von den
Seinen abgeschnitten zu werden, war
H.'s Entschluß bald gefaßt und mitten
durch den Feind bahnte er sich, wenn-
gleich mit namhaftem Verluste, zurHaupt-
truppe den Weg. Mit dem historisch-
denkwürdigen Armeebefehle vom 24. Mai
l809 — nach der Schlaft von Aspern
— wurde Hardegg zum General»
Major ernannt. Am 46. Mai 1812
ging H. in Pension, trat aber schon
am 26. Juli !813 wieder in Activität.
In der Schlacht bei Leipzig (16. bis
18. October 1813) entwickelte H. solche
Bravour, daß er auf dem Schlachtfelde
zum Feldmarschall »Lieutenant befördert
wurde. Eine Division im bayerisch-
österrelcbischen Heere befehligend, ging
cr 1814 über den Rhein, focht bei Brienne (31. Jänner und 1. Februar),
bei Ardusson (10. Februar), bei Mor-
mant (17. Februar), bei Bar sur
Aube (27. Februar) und that sich bei
Gui l lot iere besonders hervor. Am
8. März schloß er die Stadt Bray ein, die
sich ihm später ergab; nun focht er noch
bei Fer6 Champenoise (18. März)
und Arcis sur Aube (21. März), wo
er durch einen Granatmsplitter am Kopfe
verwundet, sein Commando an General
Geramb j> d. Bd. V, S. 149^ zu
übergeben genöthiget war. Nach dem
Friedensschlüsse erhielt er ein Divisions-
commando in Ungarn, trat aber schon
am 16. November 1817 zum zweiten
Male in Pension, die er noch sieben Jahre
genoß, bis er, erst 32 Jahre alt, zu Wien
starb. Für seine Waffenthaten hatten ihn
auch Rußland mit dem Großkreuze des
Annen«, und Bayern mit dem Commcm»
deurkreuze des militärischen Max Joseph«
Ordens ausgezeichnet.
Oesterreichi sches Militär« K o n v e r s a t i o n s-
Lexikon von Hirtcnfeld (Wien 183«. 8».)
Bd. I I I , S. 6l. — Hirtenfeld (I.). Der
Militär»Maria Theresien-Orden und seine Mit«
gliedcr (Wien. Staatsdruckerci, 4".) S. 78<i
und l?43.
I. u,) Eenettlligic und gegenwärtiger Stand
der Vraseltsamilie Sardegg. Das jüngste
Geschlecht der Grafen von Hardegg führt
den Titel: Grafen Hardegss zu Glntz
und nn Machlande, welch' letzteres Wort
im „Genealogischen Taschenbuche der gräf»
lichen Häuser" für l861 , Seite 32l, wie
auch in anderen Werken irrig als March-
land erscheint; denn eö ist nicht ein an
der March, einem Flusse in Mähren, gele-
genes Land . sondern die Grafschaft Machland
in Oesterreich ob der Enns darunter gemeint.
Beuor das gegenwärtige Geschlecht der Grafen
Hardcag von der Grafschaft Hardcgg (auch
Hardeck) und dem gleichnamigen Städtchen,
das am Eillflussc dcs Fugnitzbaches in die
Thaya, am äußersten Gndc der Grenzmarken
Oesterreichs gegen Mähren, drei Stunden west-
wärts von Znaim, gelegen ist, seinen Namen
angenommen, blühten schon mehrere Gcschlech«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon