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347 Hardegg-Matz
ter unter dem Namen der Grafen von Hardegg,
welche nach und nach alle erloschen. Das erste
derselben war jenes der Grafen von Playn
(Pleycn, in alten Urkunden auch Plmgen).
Ein Walther Graf von Playn. Neffe Kar l
Martel l 's, focht unter Pip in gegen die
Hunnen und Avaren; ein Nachkomme deöseb
den, Syrus, wird als Stifter des Klosters
Michelbeuern (972). ein anderer, Wernher,
als Stifter des Klosters Neicherssperg (1084)in
den alten Urkunden und Chroniken aufgeführt.
Dieses erste Geschlecht der Grafen von Playn
undHardeck erlosch mit Heinrich, genannt
von Tybein (lebte um 1203), und Kaiser
Rudolph I. belehnte 1278 Berthold I.uon
Nabenswalde (einen Verwandten der Burg
grasen von Mayobura, Magdeburg), der mit
witt'iirgis Gräfin von hardcck, der Witwe
des obigen Heinrich von Tybein, vermalt
war, mit der Grafschaft Hardeck und den dazu
gehörigen Herrschaften, der sich nunmehr den
Titel eines Grafen von H. beilegte. Auch dieses
Geschlecht zählt mehrere denkwürdige Sproßen,
unier Anderen Conrad ss. diesen: I I . Hervor«
ragende Glieder der Familie Hardegg, Nr. 3^.
Der letzte dieses Geschlechtes. Graf Michael.,
welcher zweimal vermalt war: 1) mitAiilm von
^mmnh (gest. 1447); 2) mit Anna Ungnao (gest.
1460), und aus keiner dieser zwei Ehen Kinder
besaß, gab, wie die vom Christtag 1481 aus<
gestellte Cessionsurkunde besagt, „aus Blödigkeit
und Gebrechen unsers Leibs, damit Wir beladen
sind, dadurch wir unsern Stätten, Gschlössern,
Leuten und Gucttern mit der Regierung nit
mehr wol vorstehen thönnen", alle seine Be»
sitzungcn in die Hände des Kaisers Fried'
rich Il.1. (n. A. IV.) wieder zurück, worauf
dieselben etliche Jahre (von 1482—l4l)ö) an
die Grafen Johann und Sigismund von St.
Georgen und Vüsing verpfändet waren.
Im letztgenannten Jahre wurden sie aber von
Kaiser Mar imi l ian I. an Heinrich Prue-
schenk Freiherrn von Stettenberg verkauft
und dieser sammt seinem Bruder Sigmund
mit dem ganzen Geschlecht laut Diplom vom
27. October 14!)ä (nicht wie Knrschkc angibt
N!)3) zum Grafen von Hardegg erhoben.
Die heutigen Grafen Hardcgg sind Nach-
kommen dieses letzten Geschlechtes der Prue-
sch e nk Freiherrn von Stettenberg. Die Pruc«
schenk waren schon vor Erlangung der Graf-
schaft Haroegg cine reiche und angesehene
Familie; ein Sigismund von Prueschenk
kommt schon unter Kaisrr Heinrich IV. (1069
bis 1102) vor und gehörte dem steierischen Adel an; eM Friedrich von Prueschenk hatte
aus seiner Ehe mit einer von ötu^nb'erg zwei
Söhne: Heinrich, welcher (l2N2) Hauptmann
des Grenz schloffesHaimburg war, und Ulrich,
Hofherr und Kämmerling Kaiser Al b r e
ch t's I.;
ein Stephan Vrue schenk war 1460 mit
Nnrgarethn von Rcichenck verehlicht. Diese war
die Letzte ihres Geschlechtes und brachte von
ihren Vettern Andreas und Mart in von
Neichereck, nls diese ohne Kinder gestorben
waren, das Veichereck'sche Wappen an die
Prueschenk (siehe das Wappen der Grafen
Hardegg). Stephan besaß aus seiner Ehe
mit M argaretha zwei Söhne.- Heinrich (I.)
und Sigmuttd. Ersterer des Kaisers Mar
oberster Feldhauptmann im mailandischen
Kriege; Letzterer Oberhofmarschall des Kaisers
Fried r i ch. Bevor Heinrich und sein Bruder
Sigmund nach dem Kaufe der Grafschaft
Hardegg den Grafentitel erhielten, sind beide
Brüder mit Diplom vom 7. Juni 1480 in den
Freiherrnstand erhoben und ist beiden für ihre
Nachkommen männlichen Geschlechtes 1482 das
Erbtruchsesfenamt im Herzogthumc Steicrmark,
nnd 1486 das Erbmundschenkenamt in Oester«
reich verliehen worden. Beide Brüder, Sigis-
m u n d und Heinrich, brachten käuflich viele
Herrschaften an sich. welche sämmtlich, als Graf
Sigismund im Jahre 1äU0 unvermält starb,
seinem Bruder Heinrich und dessen Söhnen
durch Testament zufielen. Heinrich erhielt
von Kaiser Mar I. ein Diplom vom Bartho»
lomaustag 1A0l), in welchem die früheren
Rechte und Freiheiten neuerdings bestätigt
wurden und seinem Titel wurde außerdem jener
eines Grafen im Machland beigefügt. Aus
seiner Ehe mit Elisabeth von Aosmln'rg hatte er
acht Kinder, und zwar fünf Söhne, drei
Töchter; erstere: die Grafen Johann (I.).
Ulrich (I.) , Georg, Christoph und
Iu l ins (I.); letztere,: Katharina, nachmals
vermalte V«l von Zelliiilg,- Scnna (nach
Einigen Helena), vermalte Herzogin zu Niin-
slcrlkni. und Veronika, vermalte von omn-
öoch. Von den Söhnen starben Georg uno
Christoph in jungen Jahren. Johann der
Erstgeborne (gest. zu Licgnitz in Schlesien
27. Juli 1^3») war zweimal vermalt: 1) mit
Ulargaretyn Gräfin von öchlNimlm'g (gest. 1307);
2) mit Barbara von 'lwug. Der aus der ersten
Ehe entsproßene Sohn Christoph vermalte
sich mit einer von HaUlNvitz, jedoch blieb diese
Ehe kinderlos. Von den aus Johann's
zweiter Ehe mit Barbara von Kraig stammen-
den Kindern erreichten nur vier, 3 Söhne und
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon