Seite - 375 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
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Harrach 378 Harrach
(Staatsmann, Gouverneur der Niederlande,
geb. 18. Juni 1696. gest. 4. Juni 1749), ein
SproĂź der jĂĽngeren Linie, der dritte Sohn des
Grafen Alois Thomas Raymond und
der Erstgeborne aus dessen zweiter Ehe mit
AnnaCaci l ia vonThann hausen. Er war
seit 1732 Obersthofmeister und Oberstkämmerer
der Erzherzogin Mar ia Elisabeth, Statt'
halterin der Niederlande h". d. S.46, Nr. 230),
und fungirte1745 als bevollmächtigter Minister
bei dem Friedenscongrefse zu Dresden, indem
er früher bereits, 1742, den Frieden von Bres»
lau geschloffen hatte. Der Graf war auch
böhmischer oberster Kanzler und Ritter des
goldenen VlieĂźes. Seit 5. Februar 1719 mit
Maria Eleonore FĂĽrstin von NrchtmstĂĽin (geb.
31. December 1703, gest. 18. Juli 1737) ver«
malt. war er Vater von 16 Kindern. In der
Kindheit starben: Franz Anton (geb.
13. Mai 1720, gest. 23. März 1724); Mari-
mi l ian Joseph (geb. 13. September 1729,
gest. 6. März 1730); Johann Leopold
(geb. 12. December 1733, gest. 27. September
1734); Mar ia Elisabeth (geb. 19. Mai,
gest. 9. Juni 1733); Ferdinand (geb.
4. Jänner 1737, gest. 27. März 1748), und
Johann Nepomuk (geb. und gest. 1738).
Von den Töchtern wurde Bonaventura
Mar ia (geb. 20. März 1731) Nonne und
starb als Canonissin zu Mons; Maria
Christine (geb. 24. Juli 1?40, gest. 27. No-
vember 179!) starb als Aebtissin des Reichs-
stiftcs zu Essen; Anna Victor ia (geb.
18. November 172«, gest. 1l). Jänner 174«)
blieb unvermalt; Nosa (geb. 20. August 1721,
gest. 29. August 1783) vermalte sich mit ihrem
Oheim, dem Grafen Fcrimmild T^lnu'cnlura(ll.)
ss. d. besonderen Artikel S. 377); Mar ia
Anna (geb. 27. April 172'l, gest. 29. April
1780) vermalte sich (31. Mai 174ö) mit MülK
Grafen Lodwli, Kammerrath in Kärnthen, und
Maria Josepha (geb. 20. November 1727,
gest. 13. Februar t788) war zweimal uermält:
1) (l9. März 1?44) mit Ichnuil Aars, regieren«
den FĂĽrsten von Nechlclilimi, und nachdem sie
1748 Witwe geworden, 2) (26. November
1732) mit I^s^'l) FĂĽrsten von l.'ol'liowih, tais.
Feldmarschall. Von den ĂĽberlebenden SĂĽhnen
blieb Johann Joseph (geb. 18. September
1722, gest. 8. December 1746) unvermält;
Franz Xaver betrat die kriegerische Lauf-
bahn ls. d. besonderen Artikel S. 379^; Ernst
Guido (geb. 8. September 1723, gest.
A. März 1783) aber pflanzte das Geschlecht
fort und ist der Vater des berĂĽhmten Arztes und Humanisten, des Grafen Karl Borro-
mäus 15 d. bes. Artikel S. 381; die übrigen
Kinder Grnst Guido's siehe: I. Genealogie
der Grafenfamilie Harr achS. 368). ^ o n -
saus 1a üirootion äs HI. Is Dr. Hoslsr ,
VH. XXI I I , 3. 443. — Wißgri l l (Franz
Karl), am bez. Orte, Bd. IV, S. 170. —
Arneth (Alfred), Prinz Eugen von Savoyen
(Wien 1838, Zamarski). Bd. I I I , S. 162,
290, 309. — Parträt. D. C. Schomburg I>.
1749. F. L. S ch mitner so., 4". (KniestĂĽck).)
— 14. Johann, gewöhnlich Hanns ge-
nannt (gest. 1480), ein Sohn Bernhard's
von Harr ach aus deffen zweiter Ehe mit
Ursula Krumpacher. Johann ist der
Stifter der um die Mitte des 16. Jahr«
Hunderts mit Leopold von Harrach erlo-
schenen Linie der Harrach zu Goggitsch.
Besonders bemerkcnswerth ist er durch das
römische Missale, welches seit ihm bei der
Familie vorhanden ist, und worin die Porträte
aller Harrach bis auf seine Zeit nebst erlau«
tcrnden Anmerkungen sich befinden. Johann
nämlich hatte dieses Missale gestiftet und mit
den Miniaturen seiner Ahnen versehen lassen,
damit der daraus die Messe lesende Priester der»
selben im Gebete gedenke Hanns war mit
A<tll)lM»a Mmzßeckl) vermalt, welche ihm
3 Söhne und 13 Töchter gebar ^'.' I- Ge,
nealogie der Grafen Harra ch. ^.. Erloschene
Hauptlinie, S. 369 j^. — 13. Johann Graf
ss. d. bes. Artikel S. 379). - 16. Johann
Joseph Phil ipp Graf I^siehe den besonderen
Artikel S. 381). — 17. Kar l , der erste Graf
(geb. 1370 , gest. zu Prag 16. Mai 1628)
zweitältester Sohn Leonhard's (V.) aus
d essen Ehe mitMariaIacobea Reichsgräsin
oon Zollern zu H oh enzollern; war 1601
Hofkammerrath, von1614—1617 Botschafter an
verschiedenen deutschen Höfen, 1618 Botschafter
bei der Republik Venedig und 1620 kais.
Gesandter und Minister bei Churfürst Mari«
ini l ian von Bayern. Ein Liebling des Kaisers
Ferdinand I I . , zeichnete ihn dieser durch
besondere Gnaden aus, verlieh ihm und seiner
Familie mit Diplomen vom 10. August 1624
und 2l>. August 1625 Mauth' und MĂĽnzrecht;
mit Diplom uom 3. März 1627 das Erbland'
Stallmcistcramt in Oesterreich ober der Enns
sjenes fĂĽr unter der Enns besaĂź die Familie
schon seit 3 eonhard (IV.). s. d. Nr. 19) und
wurde mit Diplom vom 6. November 1627 in
den Neichsgrafenstand und die Baronie Nohrau
zu einer Grafschaft erhoben, worauf er zu
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon