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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
Seite - 382 -
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382 von der jüngeren Linie (geb. 3. Septem» ber 1723, gest. 23. März 1783) aus des- sen Ehe mit Maria Iosepha Gräfin von Dietrich stein (geb. 2. November 1736, gest. 21. December 1799), und Bruder des Grafen Johann sS. 379^>. Nach einer sorgfältigen Erziehung und unter der Leitung des Freiherrn von Egg er für den Staatsdienst gebildet, trat er in denselben, wurde zum Guber< nialrathe in Prag ernannt, trieb aber neben diesem amtlichen Berufe mit beson- derer Vorliebe das arztliche Studium. Die Einwilligung seiner Eltern zur Heirath ^iner Tochter des Grafen Fries konnte er nicht erlangen, er nahm also das Iohanniterkreuz,. um gemäß den Pflichten dieses Ordens sein Leben ganz den Zwecken wohlthätiger Menschen» freundlichkeit zu widmen. Er trat nun aus dem Staatsdienste und unternahm vorerst eine Reise durch das nördliche Deutschland und besuchte in Dresden, Weimar, Jena, Göttingm, Berlin die Koryphäen deutschen Geistes, Göthe. Blumenbach,Hufeland, Böttiger u. A. In Wien selbst verkehrte er mit den damaligen Trägern der Intelligenz, mit Alringer Md. I, S.23^j, Blumauer sBd.I, S.4361 Born M . I I , S. 71), Denis sBd. I I I , S. 238^, Eckhel IM. III, S. 423 ,^ D'Elci Md. III, S. 2!2), dem Botaniker Grafen Wal- len st ein, u. dgl. m. Auch war er ein oft gesehener Gaji im Hause des Regierungs- rathes GreinersBd.V, S.326). Vaters der berühmten Karol ineP ich ler, und des GrafenPurg stall, der damals eben die edle Schottin Johanne Crane» stowe (Schwägerin Dugald S tua rt's) als Braut nach Hause geführt und einen Kreis der unterrichtetsten Männer und ge- bildeter Frauen um sich versammelt hatte. Durch den Umgang aber mit den ersten Aerzten der Residenz, mit Johann Peter' Frank Md. IV, S. 320), Iacquin, Adamund Wilhelm Schmidt, Wierer undStaudenheim, bildete er sich in der Arzneiwiffenschaft aus. Letzterer behan« delte ihn auch, als er 1302 von einem gefährlichen Fieber befallen und dem Rande des Grabes nahe gebracht wurde. Staudenheim's Bemühungen retteten den Grafen, dieser aber bewies dem Retter seine Erkenntlichkeit durch ein Legat von 10.000 fi., dessen Genuß er ihm sogleich nach seiner Genesung über« ließ. Im Jahre 1803 (28. Juni) wurde Graf Karl Doctor der Medicin und (am 10. August) Magister der Geburts« Hilfe. Nun trat er seine ärztliche Praxis an. Er widmete seine Hilfe vorzugsweise den Armen, denen er die Arzneien bezahlte, sie unentgeltlich behandelte und auch sonst noch unterstützte. Auch wendete er sein Augenmerk den Eingekerkerten, besonders solchen Sträflingen zu, die, vermögenslos, und wenn sie nach überstan- dener Strafe gebessert der bürgerlichen Gesellschaft wiedergegeben wurden, eines hilfreichen Armes bedurften, um künftig ihr Fortkommen zu finden. Am 3. No« vember 1804 wurde H. deutscher Herr, und am 7. Juli 4806 erhielt er, zum Hauscomthur befördert, eine ansehnliche Commende. Nun lebte er ausschließlich der leidenden Menschheit. Von großen Gesell« schaften sich zurückziehend, beschränkte er seinen Umgang auf wenige Freunde und Aerzte, unter denen die Fürsten Dietrich« stein und Sinzendorf, die Grafen Hart ig, Herberstein, Salm und Wurmbrand, Baron van Swieten und Steigentesch zu nennen sind. In seiner Vertiefung in ärztliche Studien bildete sich auch seine eigenthümliche Lebensweise aus; den Vormittag brachte er am Krankenbette oder in Collegien zu
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Band 7
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Habsburg-Hartlieb
Band
7
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1861
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
472
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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