Seite - 387 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
Bild der Seite - 387 -
Text der Seite - 387 -
Harsch 387 Barsch
wurde verwundet. Große Tapferkeit und
Klugheit bewährte er bei der Verthei-
digung Freiburgs im Breisgau im Jahre
1713; er wurde im nämlichen Jahre
zum Feldzeugmeifter befördert und mit
Diplom vom 42. Juli 1714 von Kaiser
Karl VI. in den Reichsgrafenstand
erhoben. Im Jahre 1717 wurde er zum
Pro-Director und Inspector des Genie-
wesens ernannt. Als Hofkriegsrath nach
Wien berufen, war sein Rath entscheidend
bei den Anstalten für den Feldzug gegen die
Türken. 1719 kehrte er als Commandant
nach Freiburg zurück, welcher Posten ihm
vorbehalten blieb, und starb im Alter
von 38 Jahren. Sein bewegtes tha«
tenreiches Leben, namentlich seine mit»
gemachten Feldzüge, die Vertheidigung
Freiburgs und die weiten Reisen, hat er
selbst in französischer Sprache beschrieben
und in Handschrift hinterlassen. Aus
seiner Ehe mit Maria Cäcilia Pozzo di
Venzone (gest. 1736) besaß er zwei
Söhne. Ferdinand Philipp ss. d.
Folgenden^ und Ferdinand Joseph
sjung gestorben ,^ und zwei Töchter, von
denen Margarethe unvermält starb;
Benigna mit N. Freiherrn Zobl
von Giebelstadt vermalt war. Maria
Cäcilia ist als Mitstifterin der Barna»
biten zu St. Margarethen am Moos in
Oesterreich unter der Enns, wo sie auch
bestattet ist, bemerkenswerth.
Oesterr. M i l i t a r < Konuersation 6 > Lexikon
von I . Hirtenfeld (Wien l«3tt u. f.)
Bd. I I I , S. 70. — Arneth (Alfred). Prinz
Eugen von Savoyen (Wien 1868. Zamarski).
— Wißgr i l l (Franz Karl). Schauplatz des
landsässigenNieder'OesterreichischenAdels(Wien
t8Ul), 4".) Bd. IV, S. 180. — Allgemeines
historisches Lexikon (Leipzig l 730, Thom. Frit«
schens Erben, Fol.) Bd< I I , S. 758. — Reichs»
grafenstands-Diplom vom 12. Juli 17l4 und
Bestätigung für Oesterreich und Böhmen vom
22. August 1720. — Wappen. Gevierteter
Schild mit Herzschild. 1: in Silber ein auf» rechtstehender nach innen gekehrter rother Löwe,
der eine blaue Säule mit goldenem Piedestal
und Capitel, worauf eine goldene Königskrone
ruht, mit beiden Pranken umfaßt; 2: in Blau
ein Holzklotz mit vier ab gestammelten Aesten,
wovon die zwei obersten noch grüne Eichen-
blätter tragen; 3: in Blau ein weißes Castell
mit drei Thürmen, offenem Thore, auf den
zwei äußeren Thürmen
stecken halb weiße, halb
rothe fliegende Fähnlein, auf dem mittleren
ein gelbes und schwarzes Fähnlein; 4: in
Silber auf grünem Hügel ein springender
rother Hirsch. Der Herzschild zeigt in Gold
einen mit goldener Krone gekrönten schwarzen
Adler mit ausgebreiteten Flügeln, um den
Hals und an der Brust mit goldener Kette und
goldenen Medaillen behängen, worauf der
Buchstabe 1^ ausgedruckt ist. Den Wappen»
schild bedeckt die Grafenkrone, auf der drei
gekrönte Helme liegen; auf dem rechten Helme
erhebt sich ein weißer runder Thurm; auf dem
mittleren der schwarze Adler; auf dem linken
der halbe aufrechtgestellte rothe Hirsch. Schild«
Halter.- Zwei geharnischte Männer, deren
einer eine schwarze und gelbe Kriegsfahne hält
und mit schwarz und gelben Bandelier und
Schärpe behängen ist, der andere eine weiße
und rothe Fahne hält und mit weiß und rother
Schärfte behängen ist.
Harsch, Ferdinand Philipp Gras
(Feldzeugmeister und General«
Director des Geniewesens, geb. 21.
November 1704, gest. 30.October 1792).
Sohn des Vorigen, trat auch in die kais.
Armee und war schon mit 33 Jahren
Oberst im Insanterie«Regimente Nr. 21
(damals Schulenburg), nachdem er im
Türkenkriege die ersten Proben seiner
Tapferkeit an den Tag gelegt hatte.
Am 6. Juni 1742 zum General.Feld-
zeugmeister ernannt, machte er die Feld-
züge bis zum Aachner Frieden mit und
that sich in der Belagerung von Prag
(1744), wo er daS Commando führte,
als auch in den Schlachten bei Hohen«
friedberg, Piacenza, dann bei der
Unternehmung gegen Genua und die
Provence rühmlichst hervor, so daß ihm
am 22. April 1749 die Inhaberstelle
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon