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Harten schneidet 392 Hurtig
der Marktpfarre Hall übernahm. Als
jm Jahre 1833 Bayern, zum Zwecke
der Wiederherstellung des Benedictiner»
Ordens im Lande, sich an die Abteien
Oesterreichs wandte, schickte auch Abt
Joseph Mwirth) zwei Priester seines
Stiftes nach Augsburg zu St. Stephan,
darunter Pater U l r'i ch, welcher die Stelle
eines Priors versah, aber 1838 in sein
Mutterstift zurückkehrte und Pfarrvicar
von Pfarrkirchen wurde. Körperliches
Leiden nöthigte ihn 4843 sich von der
Seelsorge in's Stift zurückzuziehen. Mit
dieser Thätigkeit eines hochverdienten Seel.
sorgers und Lehrers, dessen Verdienste sein
Kaiser mit der großen goldenen und der
König von Bayern mit der goldenen Civil-
Verdienstmedaille belohnten, verband H.
auch die erfolgreiche eines Geschichts«
forschers. Außer mehreren gehaltvollen
Beiträgen in Hormayr's „Archiv"
bearbeitete er den 19. und 14. Band der
„historisch > topographischen Darstellung
der Pfarren, Stifte und Klöster im Erz
herzogthume Oesterreich", wovon der
19. Band die „Darstellung des ZtitteZ NremZ-
mnnster im Oesterreich ub der Gims. Zlns Ztit'tZ-
qnellrn geigen, gearbliet, berichtiget u. s. m."
(Wien 1830, mit 2 Stammtaf., gr. 8".).
und der 14. Bd.: „Nas Neranat Altmiinster
mit den Pfarren drs Stiftes Umnsinünster"
(ebd. 1833, mit 2 ill. Abbild, u. 1 Karte)
enthält; diesen letzteren bearbeitete er in
Gemeinschaft mit dem Dechant Weiß«
bach er. Das erstere Werk, die Darstel-
lung des Stiftes Kremsmünster, ist vor«
zugsweise eine deutsche Bearbeitung von
Pachmeier's.' „ ^/z'
sst^rias 1777 bis
1782) 4 ?o1. Läs.)) und eine Fortsetzung
desselben bis 1830 nach Beda Plank's
Annalen. Im Gegensatze einer in neuester
Zeit das Studium der Natur vom reli» giösen Gesichtspuncte perhorrescirenden
Partei veröffentlichte H., der übrigens
als Priester ein Muster war, die kleine
gehaltvolle Schrift: „Nrber den vorzüglichen
Werth des Studiums der Natur, insbesondere
Mn Seite der Neligilln und Sittlichkeit betrachtet"
(Augsburg 1833); zugleich war es H.,
welcher den Grund zu der noch bestehen-
den ornithologischen Sammlung im
Stifte legte. H.'s Bibliothek, welche meh.
rerc Tausend Werke aus allen Gebieten
der Literatur zählte, fiel nach seinem Tode
der Stiftsbibliothek anheim.
H agn (Theoderich), Das Wirken der Benediktiner-
Abtei Kremömünster für Wissenschaft, Kunst
und Iugendbildung (Linz 1848, Quirln Has-
lintzer, 8".) 89, 9i, 96, 97, 219, 222, 228, 230,
279, 308. — Theologische Zeitschrift
'von Pletz, 183«, I , 274. — Pi l lwein
(Venedict). Linz. einst und jetzt (Linz 184«).
Bd. I I , S. 39. — Oesterr. Nat iona l-E n c y.
klopädie von Gräffer und Czikann
(Wien 1833). Vd. I I , S. 5l4 und Bd. VI ,
Supplement, S. 472. — Handschriftliche
Ergänzungen des hochwürdigen P. Amand
Baum garten aus dem Stifte Kremö-
münster.
Hartig, Franz de Paula Anton Graf
(Staatsmann und Gelehrter, geb.
29. August 1738, gest. zu Prag 1. Mai
1797). Der Sproß einer alten Adels-
familie sfiehe S. 396: I. Genealogie der
Grafen Hartig^ und der Sohn des
Grafen Adam Franz, Gesandten am
churbayerischen Hofe zu München und
nachmaligen Ministers bei den frankischen
und schwäbischen Reichskreisen, aus dessen
Ehe mit Mar ia Theresia Grästn von
Kolowrat. GrafFranzAnton erhielt
eine sehr sorgfältige Erziehung, die der
gelehrte Vater selbst überwachte. Den
Musen hold, dichtete er in einem Alter,
in welchem Andere Mühe haben, die
Dichter zu verstehen. Er schrieb in fran-
zösischer Sprache, denn zu jener Zeit war
die französische Sprache in der deutschen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon