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Hebbel 179
läßt seine Maria Magdlllena im dritten Acte
um die Heirat betteln, während Klesheim
sein „Deandl" iin „Marzi Veigerl" schon nach
sechs Wochen heiraten läßt. Eigentlich frivol in
der Rede wird Hebbelnie, während es K l e 5
heim nicht verschmäht, manchmal ein Zütchen
zu reißen."
Hellbel, früher auch Hebbel-Enghaus,
Christine (k. k. Hofschauspielerin,
geb. zu Braun schweig 9. Februar
1817). Kam im Alter von neun Jahren
zum Ballet des Braunschweiger Theaters,
spielte aber auch in Kinderparthien des
recitirenden Drama's, in denen sich
schon
damals ihre ungewöhnliche dramatische
Begabung kundgab. Sie erhielt nun zu
diesem Zwecke die erforderliche Ausbil-
dung, und nachdem dieselbe vorläufig
beendet war, begab sie
sich nach Bremen,
wo sie als Jungfrau von Orleans,
Louise in „Cabale und Liebe", „Tony"
debutirte, sehr gefiel und engagirt wurde.
Noch warnicht ein Jahr vorübergegangen,
als sie eine Einladung vom Hamburger
Stadttheaterzu Gastspielen erhielt und der-
selben folgte. Nnter der väterlichen Leitung
des erfahrenen und vielseitig gebildeten
Directors F. 3. S ch midt entwickelte sich
ihr Talent zusehends und bald war sie
der Liebling des Publikums. Anfänglich
spielte und gefiel sie in Rollen, die durch
den Ausdruck von Innigkeit und Gefühls»
tiefe wirken sollen; bald aber prägte sich
ihre Begabung für tragische und zwar
gewaltige weibliche Charaktere, das Fach,
in welchem sie durch zwei Iahrzehende
als unübertroffene Künstlerin glänzte,
mit Bestimmtheit aus; und vorzüglich
wurde und wird sie noch durch ihre äußere
Erscheinung darin unterstützt. Nachdem
sie zuvor noch auf mehreren bedeutenden
deutschen Bühnen, zuletzt auf jenen von
Berlin und Wien gastirt, nahm sie 1840
an der Wiener Hofbühne ein Engagement
an und wirkt noch gegenwärtig an der- selben als wirkliches Mitglied. Unter den
Parthien, die sie in früherer Zeit spielte,
nennen wir die Eugenia in den „Ge-
schwistern", die Clara in der „Zurück-
setzung", die Marie in der „Fremden",
die Coronna von Saluzzo, die
Griseldis, Mar ia Stuart in den
gleichnamigen Stücken, die Chriem-
hield in Raupach's „Nibelungen»
Hort". Ihre vollendetste Leistung aber ist
die Rolle der Judith in der gleich-
namigen Tragödie ihres Gemals, in dor
sie als darstellende Künstlerin die ohne-
dieß gewaltige Dichtung durch ein meister«
Haftes Spiel ergänzt. Seit 26. Mai
1846 mit Friedrich Hebbel vermalt,
war sie die trefflichste Darstellerin der
meist reckenhaften Frauencharaktere in den
Dichtungen ihres Gemals. In neuerer
Zeit wird sie — und mit Unrecht — zu
wenig und in Rollen, die ihr selten zu»
sagen, beschäftigt. Einem jüngst (1861)
an sie ergangenen Rufe an die Hofbühne
nach Weimar, konnte sie nicht folgen,
weil ihrem Gesuche um Entlassung von
der Wiener Hofbühne nicht Folge gegeben,
dagegen ihr Spielhonorar um ein Nam-
haftes erhöht wurde. Der in der Biogra-
phie ihres Gemals erwähnten Berufung
desselben als Bibliothekar nach Weimar
wird neuerlich widersprochen sFremden-
blatt 1861, Nr. 328^.
Thalia. Norddeutsche Theater-Zeitung. Redig,
von Dr. C. Töpfer (Hamburg, 4°.) 1839.
Nr. 91.- „Biographie", von Dr. C. Töpfer
Daselbst auch ihr lithogr. Porträt); — Die-
selbe 1840. Nr. 30: „Abschiedswort an
Christine Eng haus. — I r i s (Gratzer
Mode« und Musterzeitung, schm. 4".) 1830,
Nr. vom 13. April. S. 28: „Lichtbilder
aus der Frauenwelt. Frau Hebb ei-Eng-
hau s". Studien von C. Cerri ^nit einem
ganz unähnlichen CostuiwPorträt als „Judith"
im Holzschnitt, nach einem Gemälde von
F. Bend er. welches wohl die Aehnlichkeit im
schlechten Holzschnitte eingebüßt haben mag).
Humorist. Redig, von M. G. Saphir ,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon