Seite - 180 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8
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Sebbel 180 Hedenstreit
1830 (XIV. Jahrg.) Nr. ?0: „Mad. Hebbe
als Jungfrau von Orlrans". — Sch lesisch
Zeitung 1861, Nr. 286: „Herren und Damen
von der Wiener Hofbühnr". ^Der Feuilletonif
schreibt über Fnm H. E.: «Frau Hebbel
die Gattin unftres ersten Dramatikers, welch,
ehedem alö Fräulein Enah aus vielbewunder
worden, ist eine Künstlerin von sehr großartiger
Mitteln und nicht gewöhnlicher Intelligenz
sie spielt die Judith, welche ihr Gemal gedichtet,
unvergleichlich und macht in zwanzig anderen
Rollen den peinlichen Eindruck eines ronsequen
auf falschem Platz gestellten Talentes. Emilie
in Othello, Goneril. die alte Fadet. worden
ihr ebenso unpassend zugemuthct, als Lady
Macbeth und ähnliche Rollen vorenthalten.
In einer äußerst unvorteilhaften Position
zwischen der Rettich und der Gabi l lon
fehlt es der imposanten Dame, wie dem Prin-
zen Hanilet, „an Beförderung" und das
gespannte Verhältniß, in welchem ihr genial-
querköpfiger Gatte zu dem Leiter des Burg-
theaters steht, mag auch nicht dazu angethan
sein, ihre mißliche Lage zu erleichtern. Gegen
wärtig (Mai t86l) weilt das Paar am
Musenhof zu Weimar und Frau Hebdel
findet dort die Gelegenheit, welche ihr hier
versagt wurde, die reckenhaften Heldinen der
Nibelungentrilogie ihres Gemals zu versinn«
lichen.") — Freischütz (Hamburger Unter-
haltungsblatt. 4U.) 1840, S. 246: „Nachruf
an Christine Enghaus". — Porträte. 1)
Unterschrift: Christine Hebbcl, k. k. Hof-
schauspielerin. Rahl gemalt, Mayer geschabt.
Scitenstück zu dem Bilde ihres Gemals von
denselben Künstlern. Beilage zu Auer's
„Faust" (Wien, 4<>.)^ wir können der Kunst,
lerin zu diesem Porträte nicht gratuliren); —
2) Unterschrift: Facsimile des Namens: Chri-
stine Hebbel. Kriehuber (lithogr.) Isyii
(Wien. bei 3. T. Neumann. Fol.); —
3) gezeichnet vonKitzerow (Hamburg, lithogr.
'Anstalt von Fuchs, gr. 4».).
eit, Wilhelm (Schriftstel-
ler, geb. zu Eis leben in Thüringen
24. Mai 1774, gest. zu Gmunden
17. April 1834). Beendete seine Studien
zu Göttingen, wo er auch die philoso>
phische Doctorwürde erwarb. Im Jahre
1811 kam er nach Wien, wo er mehrere
Jahre privatisirend seinen Studien lebte.
ImIlmi18l6 übernahm erdieRedaction der „Wiener Zeitschrift für Kunst und
Literatur", und brachte sie
in kurzer Zeit,
denn er legte im April 1818 die Redaction
nieder, zu einiger literarischer Geltung im
Auslande. Nun arbeitete er im „Samm»
ler", einem Wiener Journale, das vor-
nehmlich vom Nachdrucke sein Dasein fri-
stete; darin focht er seine Fehden mit
Mül lner aus, dessen Gereiztheit und
Leidenschaftlichkeit er Ruhe und Kaltblü«
tigkeit entgegenstellte und ein reges Leben
in die ge.istige Apathie Wiens brachte,
welche M ül lner, so zu sagen der Pri-
vilegiumsinhaber der kritischen göttlichen
Grobheit, und als solcher allgemein ge-
fürchtet, vornehmlich veranlaßt hatte.
Während der Jahre 1819—1821 bethei-
ligte er sich an dem von Gr äffer be-
gründeten „Wimer Conuersationsblatte"
mit dramaturgischen, topographischen und
archäologischen Aufsätzen. Später zog sich
H. von der Journalistik ganz zurück;
jüngere Kräfte traten auf den Schauplatz;
er selbst war alt geworden, und derKlopf-
fechtereien um Schauspiel und Schauspie-
lerinen müde, verließ er Wien und siedelte
sich (um 1836) in Gmundm am Traun»
see an, wo er nahezu zwei Decennien in
den Reizen der Natur von seinen kritisch»
ästhetischenFehden ausruhte und 80Jahre
alt starb. Neben den obenerwähnten jour»
nalistischen Arbeiten gab H. auch einige
sclbstständige Werke heraus, und zwar:
6/
l)-l l^>" ^Vion l828)
ein Buch, das in Ansehung der Preise für
den österreichischen Antiquarhandel noch
heute brauchbar ist; — „Ner Fremde in
Men und der Münrr in der Mmltth" (Wien
829, 8. Aufl. !836), ein seiner Zeit
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon