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vor Allem aber durch die Genauigkeit
in der Beschreibung. die Aufmerksamkeit
der Ichthyologen auf sich lenkte. 1833
wurde H. zweiter Aufseher, Conservator
und Präparator am Hof-Naturaliencabi-
nete und erhielt die Aufsicht der seit 1817
von Fitzinger besorgten ichthyologischen
Sammlung. Im Jahre 1836 wurde er
zum ersten Aufseher befördert und im
folgenden Jahre trat er mit seinem
ersten größeren Werke: „Die Fische aus
Kaschmir" auf, womit er seinen Ruf als
Systematiker begründete; spater, wie
dieß bei seinen Werken naher berichtet
wird. arbeitete er es um. Im Anhange
der ersten Ausgabe gibt H. auch die
Beschreibung und Abbildung zweier von
ihm höchst sinnreich construirter Instru-
mente zur Messung und genauen Bestim-
mung des Fischprofils, sowie der Lage
und verhältnißmäßigen Größe aller Außen-
theile der Fische, durch welche Vorrich»
tung ein ganz ungeübter Zeichner im
Stande ist, naturgetreue Abbildungen
von Fischen auszuführen. Seine Beobach-
tungen und Erfahrungen in der Präpa-
ration der Fische zum Zwecke ihrer Auf-
stellung in Sammlungen veröffentlichte
er in einer besonderen Anweisung, welche
sich als höchst nützlich erwies, da er nun
aus fernen Gegenden wohlpraparirte und
gut verpackte Exemplare für die kais.
Sammlung erhielt. Im Jahre 1840
unternahm er mit Dr. Rudolph Kner,
der unter H.'s Zeitung sich in der
Ichthyologie ausgebildet, eine Reise nach
Dalrnatien, um die kais. Sammlung der
Meeres» und Süßwasserfische, wie auch
der Vögel zu ergänzen. Nach seiner Rück.
kehr bearbeitete er die von Rußegger
und Kotschy von ihrer Reise in Afrika
und Westasien mitgebrachten Fische, bei
welcher Gelegenheit er eine neue Classi-
sication und Charakteristik der Cyprinen, denen H. in seinen wissenschaftlichen For-
schungen mit besonderer Liebe
sich zuwen-
dete, ausführte; diese, wie auch seine Be-
schreibung der Fische Syriens, befinden
sich bei Rußegger's Reisewerke; durch
Auffindung mehrerer bisher unberücksich»
tigt gebliebener Merkmale erweckte sie die
Aufmerksamkeit der Ichthyologen. Durch
diese Arbeiten trat H. in Verbindung mit
den Koryphäen seines Faches und mit
Mannern, wie Prinz Charles Bona«
parte, Johannes Mül ler , Valen-
ciennes n. A., welche in zweifelhaften
Fällen nicht selten den von ihm ausgespro-
chenen Ansichten beitraten. Nun richtete
H. sein Augenmerk auf die bisher steißig
gesammelten aber wenig gewürdigten
fossilen Fische, und schon 1844 trat er mit
seiner Abhandlung über die fossilen Fische
des Libanon auf, welcher, einige Jahre
später, 1830, jene über die fossilen Fische
Oesterreichs folgte, in welch' beiden sich
der Meister des Faches beurkundete. Im
Sommer 1830 unternahm er eine wissen«
schaftliche Reise nach Oberösterreich. Salz-
burg, München, wo er die dortige Petre-
factensammlung studirte, dann nach Tirol,
Oberitalien, und zwar über Verona, wo
er die berühmte Lagerstätte vorweltlicher
Fische, den Monte Bolca, durchforschte,
nach Venedig und Trieft, und das Ergeb-
niß seiner Reise veröffentlichte er theils in
einem besonderen Reiseberichte, theils in
mehreren Abhandlungen, welche den
Sitzungsberichten der math. naturw. Classe
der kais. Akademie als Anhänge s^iehe
weiter unten Heckel 's Werkes beigegeben
sind. Bei der 1831 vorgenommenen
Reorganisirung der k. k. Hof-Naturalien-
cabinete wurde H. zweiter Custos-Adjunct
und erhielt nebst der ichthyologischen auch
noch die ornythologische Sammlung in
seine Oberaufsicht. Im Jahre 1832 hielt
H. am Naturaliencabinete außerordent«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon