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Heckel 187
liche Vorlesungen über Ichthyologie; im
folgenden Jahre begab er sich, als über
die am 48.August g.I . an der adriatischen
Küste bei Cittanuova gestrandeten Pott>
walle die Nachricht in Wien eintraf, selbst
an Ort und Stelle, und brachte unter
unsäglicher Anstrengung ein vollständiges
Skelett zu Stande. Die Fische waren, als
er ankam, schon in voller Verwesung, die
Luft um sie herum verpestet, dessen ungeach-
tet ließ sich H. nicht abhalten und brachte
seine mühsame Arbeit zu Stande, aber
seit dieser Zeit — wie ich aus Freundes-
munde vernahm — begann auch H. zu
kränkeln, erholte sich nicht wieder ganz
und schien den Keim zu jenem Uebel em-
pfangen zu haben, welches ihn auchdahin-
raffte. Noch unternahm H. im Jahre
1834 im Auftrage des k. k. Oberstkam»
mereramtes. eine Reise durch Deutschland,
Holland, Belgien und Frankreich, um
die dortigen Museen kennen zu lernen
und Tauschverbindungen mit ihnen an°
zuknüpfen. Nach seiner Rückkehr trat sein
Nebel nur stärker auf, so daß er in
den Jahren 18N3 und 1836 Heilung
im Bade Tüffer suchte, ohue sie zu
finden, bis er endlich seinem Leiden im
Alter von 67 Jahren erlag. Die wissen-
schaftlichen Arbeiten Hecke l's find meist
in Sammelwerken abgedruckt. Selbst-
ständig sind erschienen: „I'igchr üv5
Kaschmir, gesammelt nnd hcrnnsgegruen umiUarl
Frcherrn van Hügel" (Wien 4838, 4"., mit
13 Kupfertaf.); diese Schrift nebst einem
Anhange von drei neuen Arten aus
Indien erschien auch sechs Jahre spater im
4. Bande von Karl Freiherrn von
Hügel's „Kaschmir und das Reich der
Sick"; Heckel war nämlich bei einer
im Jahre 1843 in die Theißgegenden
Ungarns gemachten Neise in den Besitz
mehrerer Flußfische gelangt; und die an
denselben gewonnenen Erfahrungen über die Schlundzähne der Cyprwoiden ver-
anlaßten ihn, seine erste Abhandlung
umzuarbeiten, und diese Umarbeitung
mit 19 Holzschnitten enthält das Hü«
gel'sche Werk', — mit Dr. Rudolph
Kn er gemeinschaftlich: „NieAnssmasserlische
der österreichischen Monarchie" (Leipzig 1838,
Engelmann, Ler.8"., mit vielen Holzschn.).
1824 hatte H. dieses Werk begonnen,
34 Jahre später erst trat es in die
Oeffentlichkeit, aber ihm war es nicht ver»
gönnt, die Veröffentlichung dieser Arbeit,
die er sein ganzes Leben hindurch im Auge
behielt, zu erleben. — In Zeitschriften und
Sammelwerken zerstreut abgedruckt stehen,
und zwar: indenAnnalendesWiener
Museums der Naturgeschichte:
„ScasihirlMchnS, eine nrne FischgllttnilF ans der
Ordnung der GlMdruptnMer mit treienKirmen.
Mit 5 litlillgr. Gat." (Bd. I, 1836, 4<>.); —
„Ueber einige neue oder nicht gehörig nnterschie-
dcne GMinrn, nebst einer systematischen Nar-
strllnng der rnrapäiHen Gattungen dieser (l^rnppe.
Mit 2 Vnpter- nnd 2 lilhayr. Cak." (ebenda);
— „MllNllMjchische Nnrstellnng der lßattni-.g
Zcinenscr. M t 6 lithagr. <Vak. Gemeinschaftlich
mit Ueopüld Mingcr" (ebmda)', — „ZchtlM-
Beiträge zn den Familien der Ollttüiden,
rn, Ollbimden nnd Oizprinaiden. M t
2 Gas." (Bd. I I , 184.0, 40.); — „Zllhmin
"ilntterer's neue FlnZZsische Nrasiliens nach drn
Veübachtlmgeu und Mtihrilnngrn deZ OMeckerL
beZchrirbrn. l5rZte Alith.: die Dlbrlliden. Mit
2 Nnpkertüt. (ebenda); — in den S i tzungs-
berichtendermath. naturwisf. Cl.
der kais. Akademie der Wissen-
sch asten: „New iü32ik Fichl" (Bd. I,
^848); — „Eine uene Gattung von ^sllenlien
mit rllchenartigem Inlüammernnggorgane. M t
2 lithügr. Taf." (ebenda); — „Beiträge znr
Kenntni52 der tll55ilen Fische GeZterreich3.1. Ab>
theilnng: Nrber eine nene kuZZile Fi5chgllttnng
ChiracentriteZ nnd die ersten TeberreZte eines
silnroidrn anZ der Vorwelt (Bd. I I , 1849,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon