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Hceger 194 Heeger
lang es ihm erst im Jahre 1316 eim
solche beim Wiener Magistrate zu erhal
ten, wo er bis 1833 bei der technischer
Abtheilung diente. I n diesem Jahre
mußte er sich, da seine Gesundheit bei der
von ihm während der Ueberschwemmung
des Jahres 1830 ausgeführten Rettungs>
versuchen sehr gelitten hatte und sein Lei-
den für unheilbar erklart wurde, pensio-
niren laffen. Schon in der Zeit, als er
den Militärdienst verlassen hatte, bis zu
jener, in der erseine Civilanstellung erhielt,
brachte er sich dadurch fort, daß er im
Markte Mödling bei Wien eine Zeichnen
und Sprachenschule errichtete. Nur au
eine kleine Penston beschränkt, versuchte
er sich mit literarischen Arbeiten im natur-
wissenschaftlichen Gebiete. H< hatte sich
schon als Jüngling im Elternhause mit
Vorliebe in seinen Mußestunden mit dem
Studium der Entomologie beschäftigt,
dabei aber weniger das planlose Sam°
meln im Auge behalten, als vielmehr
seine Aufmerksamkeit auf die Lebensweise,
Nützlichkeit und Schädlichkeit der Insectm
durchZucht derselben lind dadurch ermög«
lichte anhaltende und genaue Boobach-
tung gerichtet. Er hatte diese Studien
und Beobachtungen vornehmlich zu eige-
nem Nutz und Frommen, zunächst um sich
in seinem Beobachlungseifer zu befriede
gen, unternommen. Erst alg er durch eine
Reihe von Unglücksfällen in den Jahren
1848 und 1849 um seine ganze Habe
kam, erst dann sehte er seine schon früher
unternommenen Versuche, seine Arbeiten
durch dm Druck zu veröffentlichen, fort.
Es war ihm sein erstes Auftreten in der
Oeffentlichkeit sehr verleidet worden. Er
hatte nämlich früher schon seine „Nritriiul:
S ütt Mbüdmigru und
(Wien 1838, I . P. Sollinger, 4«., mit
illum. Taf.) erscheinen lassen, aber das Ergebniß dieses Werkes war so wenig
zufriedenstellend, daß er, vomBuchhandel
keine Verbesserung seiner Lage erwartend,
es vorzog, seine Arbeiten im Pulte ver-
schlossen zu behalten. Im Jahre 1848,
einer Aufforderung O ke n's Folge leistend,
begann H. in der „Isis" seine Beiträge
zur Naturgeschichte der Kerfe zu veröffent.
lichen. H. theilt darin 13 neue Insecten«
biographien mit 9 Tafeln Abbildungen
der verschiedenen Metamorphosenzustände
und zergliederten Theile derselben mit;
sie sind im V. Hefte (S. 322) und im
XII . Hefte (S. 971) enthalten; Oken's
bald darauf erfolgter Tod (Anfangs
1849) unterbrach die Fortsetzung dieser
Mittheilungen. Nun übergab H. seine
biographischen Insectenbeobachtungen der
kaiserlichen Akademie der Wissenschaften,
welche sie in ihren Sitzungsberichten ver»
öffmtlichte. so daß bis zum Jahre 1839
48 Hefte unler dem Titel: „Nritriige znr
ilniiirgüüöiichlr tttr Zurrten", und 2 Hefte
mit dem Titel: „Nrur M'fümul'plMril
mngtt Niptrmi", mit lOI lithographirten
Tafel, erschienen sind. Das vollständige
und geordnete Vcrzeichniß der naturgc-
schichtlichcn Beschreibungen einzelner In«
sectm, welche Heeger m den „Sitzungs'
berichten der mall), naturw. Classe der
kais. Akademie dcr Wissenschaften" ver«
öffentlicht hat, sic-he in der neuesten
von I . Victor Carns und Wilhelm
Engelmann bearbeiteten „lMüi'sitlwcli
o1<»ssioil." (Leipzig i8l5l, Gngelmann),
Bd. I I , S. 19.')7, diesem Musterwerke
deutscher .Bibliographie. Als aber die
kais. Akademie l<^9 durch die Verfüguil-
gen dos Grafen O oluchowski, trau-
rigcn Andcukeus, in ihrc-r Dotation bo-
chränkt ward, so wurdc- auch Heeger
)adurch gelrossen, der bis dahin von der
Akademie für seine Mittheilungen anstäw
ig honorirt worden war. H. war nun
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon