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Heeger Heeger
bedacht, auf andere Weise sich ein Ein
kommen zu erwerben. Bei seinen anato-
mischen Untersuchungen hatte Heeger
von jeher die Mikroscop-Präparate auf>
bewahrt und auf diese Art eine bedeutende
Anzahl interessanter Gegenstände zusam
mengebracht. Auch hatte er seit vielen
Jahren die durch das Sonnenmikroscop
erhaltenen Vergrößerungen genau beob-
achtet, anfanglich auch nachgezeichnet,
spater aber, als die Photographie ent«
stand, sie durch das Sonnenmikroscop zu
photographiren versucht, was ihm durch
vielfältige Versuche, Verbesserungen und
Uebung im Jahre 4838 schon so weit
gelungen war, daß er seine Beobachtun-
gen unter dem Titel: „Ilbilm iilikru^upisch-
jilllltllgraphiZchcr Gegenstände nnZ !mn Mbirte
der Aoulagie, mit 1(W Abbildungen und er-
Klärendem Gr.rt in Ä Mferimgen" zu ver-
öffentlichen begann. Vor der Hand ver-
folgt H. m diesem Werke weniger wissen-
schaftliche Zwecke, als er durch theils
belehrend, theils unterhaltend gefaßte
Artikel das gebildete Publikum überzeugen
will, daß die Insektenkunde auch mehr
als Spielerei sei und für Jedermann eine
interessante Seite haben könne. Die bis-
her erschienenen zwei Lieferungen fandeil
eine beifällige Aufnahme, die Ausgabe
der dritten Lieferung bereitet H. für den
Anfang des Jahres 1862 vor. Um aber
zugleich den weniger Bemittelten die An-
schaffnng dieses Albums möglich zu machen,
so veranstaltete er auch eineOctavausgabe,
von welcher jede Lieferung sammt Text
mit 10 Tafeln und Titelumschlag nur
1 st. 60 kr. österr. Wäbr. kostet. Nm die
Erfindung seines Vaters, die Nutzbarkeit
des Gespinnstes der Raupe von Hiiwr-
nia Lpini (des mittleren Nachtpfauen»
auges), nichr gänzlich verloren gehen zu
lassen, cultivirt H. ununterbrochen jähr-
lich an 2—3000 Raupen und läßt sofort gleich brauchbaren Sioff von den Raupen
selbst spinnen. Zur allgemeinen Zucht
derselben fehlt nur mehr ihre künstliche
Vermehrung, welche er durch verschiedene
Versuche zu erzielen anstrebt. Als nun
gar in neuester Zeit sich Stimmen erhoben,
welche behaupteten, das Gespinnst dieser
Naupe sei keine Seide, so fand sich Pro-
fessor Schrötter, General-Secretär der
Akademie und Professor der technischen
Chemie, veranlaßt, beide, die Mori- und
dieSpini-Seidezu analystren und hierüber
der Akademie den Vortrag zu übergeben,
der unter dem Titel: „Untersuchungen des
Gespinnstes der LawruiZ. L^inI (Schwarz-
dornspinne) von Samuel Jenny" (Wien
1838, Staatsdruckerei, auch im 30. Bande
der Sitzungsberichte der math. naturw.
Classe) veröffentlicht wurde und zu Gun-
sten Heeger's ausfiel. Heeger hat
umfassende Arbeiten aus dem Gebiete
der Entomologie handschriftlich im Pulte
liegen, darunter eine neue Serie Be-
schreibnngen sicilianischer Schmetterlinge,
welche Georg Da hl ^Bd. I I I , S< 129^,
der bekannte Entomolog und Sammler,
den Hee>ic r zu seinen Reisen aus eigenen
Mitteln llnterstützte hatte. anOrtund Stelle
gesammelt, dann biographische Beiträge
zur Naturgeschichte der Insecten und über
die Hauptcharaktere der Käfergattungen.
Alle diese Arbeiten sind mit Heeger's
eigenhändigen Zeichnungen, die er genau
nach der Natur aufgenommen hat, aus-
gestattet. Ernst Hoeger ist auch Mitglied
mehrerer naturwissenschaftlichen und öko-
nomischen Gesellschaften.
Jahrbücher der Ercignissc und V^sircvmMN
'^r Nisftuschaflcn, .'»Unistc uno Gcw^bc (3np-
Heegcr, Wenzel Bernhard (Päda-
gog und Naturforscher, geb. zu
I o h a n n e s b e r g in Oesterreichisch'
Schlesien am 28.,September 1740, gest.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon