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Heilmann 2l3 Heimb
seph als Schulgehilfe ein. I n dieser Stelle
und später in der Schule zu St. Leopold
erwarb er sich bald die volle Anerkennung
seiner Vorgesetzten und die Liebe seiner
SchĂĽler. Als H. nach seines Vaters Tode
die Mutter zu sich nehmen und allein er-
halten muĂźte, reichten sein Einkommen als
Schulgehilfe und jenes seines Prwatunter-
richtes dazu nicht aus, er muĂźte seiner
Lieblingsbeschäftigung, dem Lehramte,
entsagen, und ein Unterkommen im Staats»
dienste suchen. Bis er ein solches fand,
ertheilte er wie bisher mit verdoppelter
Anstrengung Unterricht und wurde endlich
1832 zum Rechnungs - Adjuncten der
damaligen SchulbucherverschleiĂź'Admini-
stration ernannt, wo der zu seiner Zeit
sehr beliebte Jugendschriftsteller Leopold
Chimani ^s. d. Bd. I I , S. 342) sein
Vorsteher' war. Im Jahre 1844 von
einem schweren Brustleiden befallen, ver-
lebte H. einen sechswochentlichen Urlaub
in der BrĂĽhl und entwarf daselbst den
Plan zu einer Dorfgeschichte fĂĽr die
Jugend, welche er jedoch erst im Jahre
1847 schrieb und sie „Der verbotene Weg"
nannte. Die Schilderungen des bäuer»
lichen Lebens und der landschaftlichen
Theile in der Erzählung sind ganz der
BrĂĽhl entnommen. Nur auf Zureden
einiger Freunde, denen H. seine Arbeit
mittheilte und die sich vortheilhaft ĂĽber
dieselbe aussprachen, konnte er sich ent-
schließen, die Erzählung drucken zu lassen.
Aber erst im Jahre 1860 gab er seine
Dorfgeschichte auf eigene Kosten heraus.
Das Büchlein machte in der pädagogischen
Welt Aufsehen. Alles las die Geschichte
mit der größten Befriedigung. Auf solche
Art in seinem Selbstvertrauen befestigt,
schrieb er eine zweite Erzählung: „Der Ur»
lauber", welche eine Art Fortsetzung der
ersteren bildet und deren Erfolg nicht
weniger gĂĽnstig war, als jener der ersten. I n den Jahren 1832 und 1833 gab H.
eine Volksschrift unter dem Titel: „Ner
SchtĂĽnmster uan AiegrlZdark" heraus, wovon
10 Hefte erschienen sind. Kurz vor seinem
Tode, der im Alter von 31 Jahren
erfolgte, verkaufte H. das Verlagsrecht
seiner zwei Erzählungen an den kateche-
tischen SchulbĂĽcherverlag. Seine Schrif-
ten sind unter folgenden Titeln erschie-
nen: „Ner verbotene Mg. GrMnng ang dem
österr. Landleben" (1. Aufl. Wien 1830,
2. Aufl. ebd. 1831, mit Bildern nach
Prof. Ant. von Perger, 8a.); — „Der
Urlauber. Grsählnng nns dem österreichischen
Vandlebln" (1. Aufl. Wien 1832, 2. Aufl.
ebd. 1833, mit Bildern nach Prof. Ant.
v. Perger); beide Erzählungen mit
Holzschnitten ausgestattet, werden immer
wieder in neuen Auflagen als Eigenthum
des katechetischen Verlages im k. k. Schul-
bĂĽcherverlage in Wien herausgegeben.
Mehrere Aufsätze von H. enthielt auch
der „Oesterreichische Schulbote" in seinen
ersten Jahrgängen.
Handschriftliche Quellen. — Ein Namensge-
nosse des Obigen ist Franz Heil mann
(Priester der Gesellschaft Jesu. geb. zu Dur
in Böhmen, 11. April 1733. gest. 11. Sevtem.
ber 1799), welcher 1749 in den Orden der
Gesellschaft Jesu trat und in demselben vor»
erst das Lehramt durch 13 Jahre als Pro»
fessor und Katechet, dann das Predigtamt
bei St. Wenzel auf der Kleinseite zu Prag
versah. H. hat auch die Predigten Ioh. Georg
Holland's aus dem Deutschen, und jene von
Negius aus dem Französischen in da6 (>'e<
chische ĂĽbersetzt und sind beide Werke in Prag.
ersteres 1783, letzteres 1773—1775 im Drucke
erschienen. sPelzel (Franz Martin), Böh-
mische, mährische und schlesische Gelehrte und
Schriftsteller aus dem Orden der Jesuiten
(Prag 1786, 8».) S. 267. — Meusel (Ioh.
Georg), Lexikon der vom Jahre 1730 bis 180U
verstorbenen teutschen Schriftsteller (Leipzig 1805.
G Fleischer. 80.) Bd.V, S. 291.)
tzeimb, Ludwig (slavischer Volks-
dichter, geb. zu Teschen zu Anfang
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon