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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8
Seite - 214 -
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HnmerloSchindelk» 214 Heimerle-Schindeika des 18. Jahrhunderts, gest. zuPruchna in Schlesienum1768).Hatte1717—1721 zu Teschen dieGrammatikalclassen besucht. Nach beendeten philosophischen Studien widmete er sich der Theologie, trat dann in die Seelsorge und war 176l—1763 Pfarrer in Pruchna. Scherschnik in dem in den Quellen bezeichneten Werke meldet, daß er humoristische Gedichte in polnischer Sprache geschrieben habe. Scherschnik selbst besaß handschriftlich ein Gedicht auf den im Teschner Gebiete gelegenen Berg Lyfsa, und ein zweites, betitelt: Aloria Huaäoi-um. Scherschnik (Leop. Ioh.), Nachrichten von Schriftstellern und Künstlern aus dem Tasch- ner Fürstenthum (Trschen 18il>, Prochaska, 8".) S. 92. Heimerle-Echindelkll, Franz (Offi- cier in der k. k. Armee, Erfinder einer neuen Kanone), Zeitgenoß. Der Name die» ses Officiers, welcher gegenwartig im 30. Infanterie-Regimente Feldmarsch all Graf Nugent dient, wurde anläßlich einer von ihm erfundenen Kanone viel genannt. Diese übertrifft nach Meinung Sachver» ständiger sowohl die Armstrong- als Whitworth-Kanone in Hinsicht auf Treff- fähigkeit, Tragweite, Percussionskraft und gestattet eine größere Schnelligkeit beim Laden als die genannten. Der Erfinder, damals in Iosephstadt, hat mit einem Modelle seiner Erfindung in einem Sechstel natürlicher Größe Proben abgelegt. Aus diesem nur 14 Zoll langen Geschütze wur- den halbpfündige Spitzkugeln mit einem Sechstel Loth Pulverladung, aufDistan- zen von 160, 300 und 1000 Schritte ge« schössen. Die Percussionskraft war außer- ordentlich, auf die erste Distanz durch- schlug die Kugel einen schuhdicken Eichen« klotz und drang nach 30 Schritten andert- halb Schuh tief in die Erde. Auf die Distanz von 1000 Schritten, welche das Geschoß mit derselben Ladung ohne Auf« schlag erreichte, wurde ein 6 Zoll dicker Pfosten durchgeschossen, bei 6" Elevation und 1700 Schritt Entfernung drang das Spitzgeschoß nach drei Gellern noch einen Schuh in die Erdbrustwehre. Das Ge- schütz wird von rückwärts geladen, der einfache Verschluß ist auch für die Dauer sicher. Die Ladung erfolgt so schnell, daß selbst eine ungeübte Bedienungsmann» schaft zehn Schuß in der Minute abfeuern kann. Der Erfinder versichert, aus sei- nem Geschütze (in natürlicher Größe) ein 43pfündiges Geschoß mit 20 Loth Pulver- ladung auf 13.000 Schritt zu treiben, so daß diesem Geschütze selbst die stärksten Panzerschiffe nicht widerstehen können. Als Vortheile dieses Geschützes ergeben sich: Größere Percussionskraft, Trag. weite und Trefffähigkeit als alle bisher construirten Geschütze; die größte Schnel- ligkeit und Einfachheit und Gefahrlosig- keit im Laden; einfachere Anfertigung der Munition; weniger Bedienungsmann- schaft; weniger Pulverladung; braucht das Rohr nie gewischt zu werden, da jeder Schuß den vorhergehenden reinigt; ist bei der eigenthümlichen Construction die Er» hitzung des Rohres sehr gering; können sowohl volle und Hohlkugeln, als auch Kartätschen geschossen werden; längere Dauer des Rohres; kann das Geschütz bei einem Ueberfalle durch Wegnahme eines einzigen Ninges unbrauchbar und im Wiedereroberungsfalle gleich wieder dienstbar gemacht werden; fallen Lade» stock, Wischer, Wafferkübel weg; ist dieses Geschütz viel leichter als die gleichartigen bestehenden Kaliber; könnten nöthigen- falls die bestehenden ungezogenen Kano- nen in dasselbe umgeändert werden. Die „Deutsche allgemeine Zeitung" 1861 in der Beilage zu Nr. 23, S. 236 berichtet, daß der Erfinder in Folge dieses Ergeb»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hartmann-Heyser, Band 8
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Hartmann-Heyser
Band
8
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1862
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
514
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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