Seite - 394 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8
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Hermann 394 Hermann
bis 18. Morgens ununterbrochen mit
stetS erneuerter Heftigkeit stattgehabt
hatte, wurde nun nach dieser Antwort
Herrmann'S mit aller Kraft aufgenom-
men. Die Berge rings wiederhallten von
dem Donner der GeschĂĽtze. Wieder erschien
ein Parlamentär — bereits der Vierte
— um zur Uebergabe aufzufordern.
Herrmann gab bloß die Antwort: „Es
bleibe bei seiner schriftlichen Erklärung".
Hierauf verdoppelte sich daS feindliche
Feuer und die feindlichen Sturmcolonnen,
8—6000 Mann von der Division S er.
ras. an der Spitze jeder derselben eine
Anzahl Sappeurs, stĂĽrmten von allen
Seiten auf die Brustwehr heran. Das
Feuer auS dem Blockhause warf eine
Schaar nach der andern zu Boden, immer
neue rĂĽckten heran; Haufen von Leichen
thürmten sich. Ströme Blutes
stoĂźen und
der Feind hatte noch nichts gewonnen.
Stunden währte also der Kampf, als eine
Haubitzgranate im Holzwerk des Block»
Hauses zĂĽndete. Der Feind, den Brand
erblickend, wirft neue Werkzeuge der Zer»
ftörung dahin und das vom Winde ange«
fachte Feuer greift rasch um sich. „Keine
Capitulation", rief todeSmuthig die Be-
satzung, ein Theil findet den Tod in den
Flammen, der andere kämpft entschlossen
fort. Da droht die immer heftiger wer»
dende Flamme den Pulvervorrath zu
erreichen. Nun stĂĽrzt sich, einen Ausfall
versuchend, Herrmann — es war zwei
Uhr Nachmittags — mit dem Reste der
Besatzung aus den Thoren mitten durch
den dichtesten Haufen der Feinde. Im
Handgemenge fechtend, öfters bereits ver-
wundet, sinkt er endlich vom Blutverluste
völlig entkräftet zusammen und wird von
feindlichen Bajonetten durchbohrt. Seine
Schaar fällt mit ihm. Hauptmann Jan»
kovich, schwer verwundet, ist der einzige
Gefangene ein Feldwebel Gollack und vier Gemeine lagen verwundet unter den
Haufen von Leichen, wurden hervorgezo-
gen und sollten als Gefangene nachKlagen-
fĂĽrt gefĂĽhrt werden. Unterwegs fanden
sie Gelegenheit zu entfliehen, und sie sind
es. die Zeugniß gaben von dem Helden»
tode ihrer WaffenbrĂĽder. So endete der
Fall des Blockhauses zu Predil, von dem,
wie von jenem seiner österreichischen Spar«
taner nun auch ein Denkmal Kunde gibt,
das im Jahre 4849 errichtet worden.
Kröner (Karl), Die Erstürmung der beiden
Blockhäuser Malborghet und Predil durch
die Franzosen im Jahre 1809 (Villach 1853,
F. F. Hossmann, kl. 8».) S. 32—48.- „E^
stĂĽrmung des Blockhauses auf dem Predil".
— Hormayr's Archiv für Geographie, Hi-
storie. Staats» und Kriegskunst (Wien,
Strauß, 40.) 11. Jahrg. (1811). Nr. öl:
„Die Termopylcn der krainischen Alpen" von
Ridler. — Taschenbuch für dir vatcr»
ländische Geschichte (Wien 18l2, Ant. Doll,
12°.) I I . Jahrg.. S. 133—1ä8. — Triefter
Zeitung 1860, Nr. 232: „Gin Ausflug in
die Jütischen Alpen" (im Feuilleton). —
MuĂźestunden (IllustrirteS Familienblatt.
Wien, 40.) 186l, Nr. 26. S. 308: „Die
Thermopylen Kärnthens". Von Friedrich
Körner. ^S. 3 " wird die Inschrift der
schwarzen Marmorwfel, oberhalb des sterben»
den Löwen, welcher an der Stelle, wo das
Blockhaus am Predil gestanden, angebracht
ist, mitgetheilt, und darauf als der Todestag
des Helden der „17. Mai 1809" angegeben.
Das ist ein Irrthum. Hermann siel am
18. Mai 1809 und dieser Tag ist auch auf
der schwarzen Marmortafel eingeschnitten —
am 17. Mai siel Hauptmann Hensel bei
Malborghet; die ErstĂĽrmung des Blockhauses
am Predil erfolgte Tags darauf.) — Ischler
Fremden» Sa lon 1836, Nr. 43.- „Erstür«
mung des Forts Predil am 18. Mai 1809".
— Oesterreichisches Mi l i tä r« Konoersa»
tions»Lerikon Herausa, von Hirtenfeld
(Wien 1830 u. f.. gr. 8«.) Bd. I I I , S. 168.
— Fran kl (3. A. Dr.), Sonntagsblätter
1846. S. 1069: „Die Thermopiläen Oester»
reichs" von A. C. Wießner. — Diesel»
ben 1847, S. 86: „Auch für Hauptmann
Herrmann ein Monument". sOb daS Monu»
ment in Folge dieser Aufforderung errichtet
worden, ist dem Herausgeber dieses Lexitons
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon