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Hermann 398 Hermann
nicht bekannt, aber erst zwei Jahre später,
1849, erfolgte dessen Ausführung, ähnlich dem
auf dem Malborghet zu Hauptmann Hen»
sel's Gedächtniß errichteten.) — Fremd ew
blatt (Wien. 4«.) !86l, Nr. l50: Nach.
richt von einer im Forte Predil Herrmann
und Hensel zu Ehren abgehaltenen Todten«
feier. — Monument aus dem Predil. Das'
selbe besteht aus einer auf breitem Sockel
aus 12 Quadersteinen sich erhebenden Pyra»
mide. Auf ihrer Basis liegt ausgestreckt
ein sterbender Löwe, 9 Schuh lang, den
tödtlichen Speer tief in der Brust. Dieser
Löwe, von dem Bildhauer Namelmayer
.modellirt, ist auS Gußeisen. Ueber ihm steht
auf schwarzer Marmortafel folgende Inschrift:
Zur Erinnerung < an den Heldentod deS k. k.
Ingenieur'Hauptmanns l Johann Herrmann
von Hcrmansdorss I am l3. Mai l809 s und
der mit ihm gefallenen Kampfgenossen, l Kai<
scr Ferdinand. — Schreiben des Erzherzogs
Zlchanlt an Herrmann's Vater. „Lieber Herr
Hofrath! Könnte ich eben so leicht Ihren ge<
rechten Schmerz über den Tod Ihres SohncS
lindern, als ich Ihre Bitte willia erfülle, wie
herzlich froh würde ich dann die angesuchtc
Urkunde ausfertigen, welche das Verdienst
Ihres Sohnes bewährt! Allein, da ich das
Erste nicht vermag, so kann ich nur der
Wahrheit daS kalte Opfer bringen, daß ich
laut bekenne: Ihr Sohn starb den Tod der
Helden! Ich hatte ihm die Vertheidigung des
Bloshauses auf dem Predil anvertraut;
dieser feste Punct mußte bei den damaligen
Verhältnissen seinem Schicksale überlassen
werden. Doch des Vertheidigers Entschluß
war: Lieber auf dem Felde der Ehre zu
fal len, als dem Feinde den großen Kampf
zu erleichtern. Er hörte auf keine Aufforde»
rung, verachtete jede Drohung des Feindes
und flößte durch sein Betragen auch seinen
Waffenbrüdern den heroischen Entschluß ein:
Lieber zu sterben, als ihrcn Posten dem
Feinde zu überlassen. Furchtbar wurde seinem
Gegner der Angriff erschwert, bis endlich
diesem gelang, das Blockhaus in Brand zu
stecken. Mit dem Degen in der Faust machte
Ihr Sohn einen Auöfall und — siel über«
wältigt durch die Uebermacht, So starb Ihr
edler Sohn für die Rechte seines Fürsten
und seines Vater landes. Nie wird ihm
dieses den Dank und die Achtung versagen,
und jeder Soldat wird mit Theilnahme und
Rührung seinen Namen nennen, der in den
Jahrbüchern der Kriegsgeschichte stets als ein Beispiel zur Nachahmung glänzen wird. Em»
pfangen Sie zugleich die Versicherung jener
Achtung, mit welcher ich bin Ihr wohlaffec«
tionirter Erzherzog Johann. Aus meinem
Hauptquartiere Keßthely am 30. November
1809." — Serrmann-Hensel'sche Stiftung. Die
Ofsiciere ihrer Waffe in der Genie.Akademie
haben in dankbarer Erinnerung an die bei«
den Helden ihres Corps eine Stiftung für
zwei Sohne von k. t. Officieren des Genie»
corps auf immerwährende Zeiten gegründet.
Mlitär.Schematismus für das Jahr l86l.
S. 8ll.^ — Vergleiche übrigens auch die
bei Hensel sS. 509 dieses Bandes ange»
führte Literatur, denn gewöhnlich geschieht
beider Helden gleichzeitig Erwähnung; auch
ist die in Klosterbruck angebrachte Gedenk«
tafcl der Verherrlichung des Andenkens Bei»
der gewidmet. — Hauptmann Herrmann
hat auch seinen Sänger gefunden; ein solcher
Namens „Treumund". verherrlichte seine
That in einem Gedichte, welches der „Wan«
derer" vor vielen Jahren brachte.
tzerrmanll von Herrmannsdorf, Io>
hann Franz Ritter von (Culturhisto-
riker, Hofrath bei der Hofkammer in
Wien. geb. in Wien 1748, gest. ebenda
21. März 1816). Vater des Vorigen.
In Wien erzogen, trat er 1768 in den
Staatsdienst, in welchem er bei dem Auf»
stände der Bauern in Böhmen eine solche
Umsicht bewährte, daß ihn die Kaiserin
Maria Theresia im Jahre 177? tax«
frei in den Adelstand erhob. 1778 wurde
H. Hofsecrerar bei der bohmisch'österrei'
chischen Hofkanzlei, 1780 von Kaiser
Joseph zum Gubernialrath in Böhmen
befördert, als welcher er
sich
bei der Steuer-
regulirung wieder so auszeichnete, daß
ihm der Kaiser 1784 das erbländische Rit-
terstands'Diplom verlieh. Darauf wurde
H. auch Hofrath bei dem böhmischen
Gubermum. Nach dem Regierungs»
antritte deS Kaisers Leopold II . 1790
wurde H. zur Hofkammer in Wien, nach
deren Vereinigung mit der böhmisch»
österreichischen Hofkanzlei 1792 in den
Ruhestand verseht. H. zählte damals erst
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon