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Hermann 396 Hermann
44 Lebens- und darunter 24 Dienstjahre.
Einer der tüchtigsten und gediegensten
Arbeiter war er das Opfer jener ver»
derblichen Politik geworden, die mit
Beamten willkürlich schaltet und waltet,
und unbekümmert um den Staatsschatz,
denselben einerseits mit Pensionen belastet,
während sie andererseits die trefflichsten
Kräfte der Verwaltung entzieht. Die
reichliche Muße, die ihm blieb, verwendete
H. zu literarischen Arbeiten und künst-
krischen Zwecken, da er trefflich musi<
kalisch gebildet war. Von seinen ersteren
erschien im Drucke: „Versuch einer Billgrap hie
Karl Ggllns Färsen van Fürstenberg" (Dres'
den 4783. Walther, mit K., 8°.); —
„Geschichte der Israeliten in Nähmen van den
ältesten Seiten biZ zum Schlüsse des Jahres
M3" (Wien 4819, HaaS, 8".). Außer
diesen beiden gedruckten Schriften hinter»
ließ er aber in Handschrift schahbare
Materialien zur Culturgeschichte von Boh»
men, welche nach H.'s Tode Franz Graf
Sternberg kauflich an sich gebracht
hat. Diese enthalten: Eine Statistik von
Böhmen, 4788; — Einen geschichtlichen
Umriß der merkwürdigsten Epochen von
den Fort» und Rückschritten des böhmi»
schenVolkes in der Cultur; —Materialien
zu einer VidlioFraptiig. V oemio^ welche
alle gedruckten und handschriftlichen Werke
Böhmens verzeichnet enthält. — Ferner
reiche Materialien zu einem böhmischen
GelehrteN'Lerikon, welches als Ergänzung
der Werke von Pelzel. Balbin u. A.
dienen sollte. Außerdem viele staatswirth«
schaftliche und politische Aufsätze, die er
in seinem Wirkungskreise als Staats,
beamter und später als unbetheiligter
Beobachter der öffentlichen Zustände
niederschrieb. Herrmann erlebte den Hel«
dentod seines Sohnes und erhielt von
Erzherzog Johann jenes Schreiben, wel-
ches in den Quellen über feinen Sohn ^S. 393^ mitgetheilt steht. Er selbst starb
im Alter von 68 Jahren.
Abhandlungen der kön. böhmischen
schaft der Wissenschaften (Prag, 8".) Bd. I I I
(1818). S. 23—27: „Nekrolog". — Oester»
reichische National'Encyklopädie von
Gräffer und Czikann (Wien 1833, 8«.)
Vo. I I , S. 569. — Dlabacz (Gottfr. Ioh.),
Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für
Böhmen... (Prag 1813, G.Haase. 4<>.) Vd I,
Sp. 615. — Kneschke (Ernst Heinrich Prof.
Dr.). Die Wappen der deutschen freiherrlichen
und adeligen Familien (Leipzig 1857, T. O.
Weigel, 8<>.) Vd. IV, S. 189. — Oestcrrei'
chische Biedermanns« Chronik. Ein Ge<
genstück zum Fantasten« und Prediger-Almanach
(Freiheitöburg ^Akademie in Linz) 1785, 8".)
1. (und einziger) Theil. S. 97. ^Diese entwirft
folgende Charakteristik von Hermann.- „Ein
Mann von vortrefflichen Talenten, aufgeklär»
tem Verstande und wohlthätigem Herzen, der
das Gute eifrig befördern hilft, nach Ueber«
zeugung handelt, der Wahrheit mit allen Gei-
steskräften nachspürt und sich davon durch
kein Ansehen der Pcrson. noch weniger durch
Schmeichelei und Kunstgriffe abbringen läßt,
sondern sie frei und unerschrocken vertheidigt."^
— Adelstands «Diplom vom 10. Septem-
ber 1777. — Nitterstands-Diplom und
böhmisches Incolat vom 25. September und
8. November 1786. — Wappen. Gcvierteter
Schild. 1 und 4 in Noth ein uor» und rechts«
sehender silbern geharnischter Mann, dessen
Helm mit drei silbernen Straußfedern besteckt
ist und welcher in der Rechten ein Schwert mit
goldenem Griffe nach oben schwingt, die Linke
aber in die Seite setzt. 2 und 3 in Blau ein die
Hörner rechtskehrender silberner Mond mit Ge»
sichte, vor welchem noch rechts drei sechsstrah»
lige silberne Sterne untereinander stehen. Auf
dem Schilde erheben sich zwei gekrönte Helme.
Der rechte Helm trägt drei Straußenfedern,
roth, silbern, blau, aus dem linken wächst der
Ritter von 1 und 4 heraus. Die Helmdecken
sind rechts roth und silbern, links blau und
silbern.
Hermann von Henluaunsthal, Franz
(Dichter, geb. zu Wien 44. August
4799). Sohn eines kaiserlichen Staats»
beamten, legte er in Wien die rechtswiffm.
schaftlicheil Studien zurück. Darauf trat
er in den Staatsdienst und zwar beim
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon