Seite - 399 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8
Bild der Seite - 399 -
Text der Seite - 399 -
Herr 339 Herring
Nr. 312—314; 18S7. Nr. l27; 1858, Nr. 143,
367, und über Anton H. ebenda Nr. 3t>0
und 342.
Herr, Claudius und Lorenz, siehe:
Heer lS. 497 d. Bds.1
Herrgott,
siehe:
Hergott, FranzIacob
Marquard) ^S. 3l>5 d. Bds.^.
Herring, Johann Ritter von (In du-
strieller. geb. zu Tennenlohe im
Brandenburg-Anspach'schen 44. Februar
5758. gest. zuBrünn 13. Jänner 4836).
Früh verwaist, nahm ihn der Schullehrer
seines Geburtsortes in sein Haus auf
und H. gelangte durch deffen Frau,
die früher im Nürnberger HandlungS»
hause Mayer und Sohn gedient, als
Lehrling in dasselbe. Seine Treue und
sein Fleiß erwarben ihm bald die Gunst
seines Kaufherrn, der nichts sparte, um
H. gehörig ausbilden zu lassen. Nachdem
er ausgelernt, trat er in die Handlung
Georg Wollrab's, welche mit meh»
reren anderen Nürnberger Kaufleuten
die damals in großer Blüthe stehenden
Märkte zu Brunn und Nikolsburg besuchte.
So kam H. am 6. December 4777 in
Geschäften seines Herrn zum ersten Male
nach Brunn, wo er später sein Glück
begründete und zugleich Urheber so vieler
gemeinnütziger Unternehmungen wurde.
AlS fast zu gleicher Zeit nach Kund«
machung des Toleranzedictes der Handel
mit Colonialwaaren verboten wurde,
horten die Nürnberger auf, die Brünner
und andere Märkte zu besuchen, aber
mehrere errichteten unier dem Schutze
der Toleranz eigene Geschäfte in den
österreichischen Staaten. Auch das nürn»
bergische HauS, in deffen Angelegenheit
H. bisher die Brünner Märkte besucht
hatte, errichtete nunmehr in Brunn eine
Großhandlung. BiS 4794 blieb H. in
diesem Geschäfte, im genannten Jahre erhielt er aber in Anerkennung seiner in
den Jahren 1789. 4790 und 4791 be-
wiesenen Umsicht beim Einkaufe von
Staatspapieren auf Rechnung der Regie-
rung das Privilegium zur Errichtung
einer Großhandlung. Brunn war damals
eben die im Aufblühen begriffene Fa>
briks- und Handelsstadt. Im Jahre 4793
erhielt er auf 43 Jahre das Privilegium
zur Errichtung einer Leihbank, die feit
1731 in Händen der Juden gewesen war.
Er verband sich zu diesem Zwecke mit
noch zwei anderen Kaufleuten. Mit
diesem Privilegium war zugleich die Her-
ausgäbe der Brünner Zeitung und der
Intelligenzblätter verbunden. Bis zum
Jahre 1814 übte H. dieses Privile-
gium aus, in diesem Jahre ging die
Zeitung an die mahrischen Stände über.
Im Jahre 1794 begründete H. in Ver-
bindung mit Enzmann eine Tuchfabrik
in Krzizanau; zwei Jahre spater mit dem
Altgrafen Salm und mehreren Anderen
die erste Wollspinnerei im Kaiserstaate,
zu welchem Zwecke Salm selbst mit dem
Gesellschafter Apotheker Bethke. nach
England reiste, um sich dort il? Person
über die Fabrikation zu unterrichten und
tüchtige Werkführer, Maschinen und Zeich,
nungen mitzunehmen. Das Unternehmen
gelang vollkommen. Demselben folgte
die Errichtung einer Fabrik englischen
Leders. Im Jahre 4802 unternahm H.
das ganz in Verfall gerathene und von
mehreren Gesellschaften bereits aufgege-
bene Rossitzer Stemkohlenwerk und hob
es im Zeitraume von 12 Jahren zu einer
Blüthe, daß es für Brunn und seine eige«
nen Fabriken eine unschätzbare Quelle
der Wohlfahrt wurde. Im Jahre 1803
rettete H.. von der Regierung dazu
ermächtiget, durch Ankauf die sammt«
lichen Materialgüter der k. k. Oekonomie
vor den Franzosen. Im Jahre 1809,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon