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Serring 4Ul Herteleudy
Statt. Mit Diplom vom 22. December 1849
wurde aber dem Adoptivsohne Ernst Jo-
hann selbst, in Anerkennung seiner um He<
bung und Förderung der Industrie durch
Beseitigung gefährlicher Arbeitsstockungen in
den Jahren 1848 und 1849 und anderer um das
Gemeinwesen der Stadt Brünn erworbener
Verdienste, das Ritterkreuz des Leopold'Or«
dcns verliehen, welchem mit Allerhöchster
Entschließung vom 23. Juni 18ä0 die Erhe.
bung in den erbländischen Ritterstand folgte.
Das neue Wappen ist identisch mit dem be<
schriebcnrn des Johann Ritter von Her-
ring. — Auch eines zweiten Johann Her-
ring, eines gebornen Steirers, ist hier zu
gedenken, der im Regimente Erzherzog Io«
hann Dragoner als gemeiner Dragoner diente
und durch seine herzhafte That Anspruch auf
Erinnerung hat. Im Feldzuge des Jahres
4809 war der Feind im Juli — seit der
Schlacht von Eßling (22. Mai) — im bestänoi<
gen Vorrücken begriffen. Am 3. Juli drang
er mit Macht gegen Neusiedl und Aderklaa
uor. Am 6. Juli unternahm die Reiterei des
Feldmarschall'Lieutenants Grafen Naoetzky,
um dem Feinde das Umgehen des linken
Flügels, wenn nicht ganz zu vereiteln, so
doch bedeutend zu erschweren, einen Angriff
auf die feindliche, in zwei Treffen aufgestellte
Reiterei. Deren Ucbermacht war aber zu groß
und die österreichische Cavallerie mußte den
Rückzug antreten, da bemerkte der Dragoner
Johann Herr ing, daß zwei seiner Waffen»
brüder als Gefangene von feindlichen Reitern
abgeführt wurden. Herr ing wendet sogleich
sein Pferd, wirft sich auf diesen Trupp, tüdtet
einen berittenen Jäger, verwundet mehrere
und belebt durch den Zuruf „Gedenket, daß
ihr uon Erzherzog Johann seid!" seine Waf«
fenbrüder mit neuem Muthe. Schnell fallen
diese über ihre Begleiter her, zersprengen sie
völlig, und kehren alsdann zu ihrer Escadron
zurück. ^Taschenbuch für die vaterländische
Geschichte (Wien. Anton Doll, kl. 3«.) Jahr«
gang IV (1814), S. 141. in Ridler's
Aufsatz: „Züge von Heldenmuth einzelner
österreichischer Reiter".)
Herrmamt, siehe: Hermann sS. 377
bis 398^.
Herstorfer, Johann Michael (Stein«
metz, geb. zu 3inz 16. Juni 1728, gest.
ebenda 4. Jänner 1784). Hat sich durch
mehrere Erfindungen in der Behandlung
o. Würz dach, biogr. Ieriton. VIII des Marmors und anderer Steinarten
bemerkbar gemacht. De Luca erzählt:
„Im Jahre 1774 erfand' er die Kunst,
jeden weißen Marmor mit bis ^ auch ^
Zoll tief eindringenden Farben zu be»
malm, so zwar, daß das Bild so rein
m den Stein sich einähet, als man es
nur wünschen kann. Man kann auch
darüber schleifen und poliren, ohne den
mindesten Schaden. Auch weis er aus
dem weißen Marmor, wie immer ihn
die Natur hervorbringt, alle vielfarbige
Gattungen des Marmors zu machen.
Nach dieser Erfindung sind von ihm schon
viele Porträte, Grabmäler, Kamine,
Tische u. s. w. mit dem vollkommensten
Beyfall gemacht worden. Wo sich ein
Basreliev oder sonst ein Gemälde hinein«
schickt, ist seine Arbeit anwendbar." Im
Jahre 1778 war er an der Restauration
der Dreifaltigkeitssaule auf dem Platze in
Linz beschäftigt.
(De 3uca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Ber»
such (Wien1778,Trattnern, 8«.) I. Bds. L.Stck.
S. 314 serscheint da als Herrstorffer mit
zwei r und zwei f). — Pi l lwein (Benedict),
Linz, Einst und Jetzt von den ältesten Zeiten
bis auf die neuesten Tage (Linz 1846,1. Schmio,
8«.) Theil I I , S. 33 Erscheint da, wie auch
bei Tschischka, als Herstor fer mit einem
r und f). — Tschischka (Franz), Kunst und
Alterthum in dem österreichischen Kaiserstaate
(Wien 1836, Fr. Beck, 8".) S. 109, 36ö. -
Ein Hanns He rstorfer war um 1643 Bau-
meister bei St. Stephan in Wien. sTschisch«
ka (Franz), am bez. Orte, S. 365.)
Hertelendy, Gabriel (I.) von (Feld-
marschall'Lieutenant und Ritter
des Maria«Theresien'Ordens, geb. zu
G o szton y im Eisenburger ComitateUn»
garns 6. September 1742, gest. zu
)öngyös 16. Juni 1820). Trat,
17 Jahre alt, in das Huszaren-Regi-
ment Nr. 2, damals Kalnoky, wurde
1767 Korporal, 1772 Unterlieutenant
und Regiments-Adjutant, 1778 Ober-
l6. März 1862.) 26
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon