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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8
Seite - 402 -
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Hertelendy 402 Hertelendy lieutenant. Als 1787 der Türkenkrieg ^ ausbrach, befehligte H. bereits eine Escadron und zeichnete sich 4788 im Treffen bei Gros est durch seine Tapfer« keit aus. Von vier Säbelhieben schwer verwundet, sank er nieder, ohne ein Le» benszeichen mehr zu geben. Schon wollte die Mannschaft ihn beerdigen, als ein Unterarzt noch Leben in ihm verspürte und ihn vor dem Zebendigbegraben er» rettete. Wieder genesen focht er 1789 auf den Schlachtfeldern in der Wallachet, wo er sich bei Kimpolung (16. Sep- tember d< I.), später bei Oytos aus- zeichnete, an welch' letzterem Orte er die feindlichen Batterien eroberte. Ein Hand« schreiben des Herzogs Leopold von ToScana vom 27. Jänner 1791 wür- digte insbesondere seine Heldenthat. Im französischen Revolutionskriege stand H., dessen Reiterkühnheit bereits sprichwört« lich geworden war, immer in der Vorhut. Bei Offenbach, Eßlingen und im Walde bei Wendenheim, wahrend des Rückzuges aus dem Elsaß, gab er er- neuerte Proben seines Muthes und rückte im Jänner 1794 in Folge seiner Was« fenthaten zum Major vor. Vornehmlich seiner Wachsamkeit und Umsicht als Vor» Posten-Commandant ist der unter den schwierigsten Verhältnissen glücklich aus- geführte Rückzug des rechten Flügels von Beaulieu's Armee bei Rochefort und über die Maas zu danken. Im Jahre 1796 focht er in Italien und zeichnete sich bei Cerea und S. Gior« gio so aus. daß er 1797 zum Oberst- lieutenant befördert würde. Seine Herr» lichste Waffenthat aber führte er in der Schlacht bei Cassano (27. April 1799) aus. Der rechte Flügel der Unsri- gen, aus den Divisionen Ott und Zoph bestehend, wurde von den Truppen, welche General Moreau befehligte, be« reits zurückgedrängt und die feindlichen Bataillone machten schon Bewegungen diesen Flügel zu umgehen. Herte- lendy, dieß gewahrend und ohne erst Befehl abzuwarten, stürzte sich mit seiner Division auf den Feind; bereits hatte er drei Attaquen mit großer Bravour ausgeführt; der überlegene Feind hielt unverrückt Stand; mit zwei Divisionen verstärkt, machte er eine neue Attaque auf das Centrum und den linken Flü. gel der Franzosen und brachte beide in Unordnung; bei der sechsten Attaque endlich hatte er das feindliche Centrum durchbrochen und die Franzosen ergriffen die Flucht. 200 Franzosen wurden von den Husz«ren zusammengehauen, daS feindliche Hauptquartier Infago genom» men, und unser Sieg ward in Folge von Hertelendy's Waffenthat so voll- ständig, daß nebst 2800 Gefangenen, darunter 70 Ofsiciere, 1 Fahne, 12 Ka- nonen, 1 Haubitze und 8 Munitions- wagen erbeutet wurden. Im nämlichen Jahre zeichnete er sich bei Tidone und an der Trebbia (17.—19. Juni) und bei Novi (15. August) aus. Als im Jahre 1800 aus den Iazygiern und Kumaniern das Palatinal'Huszaren« Regiment Nr. 12 neu errichtet worden war, erbat sich dasselbe Hertelendy zum Obersten, und in der 66. Promotion (18. August 1801) wurde H. mit dem Ritterkreuze des Maria-Theresien»Ordens ausgezeichnet. Im Jahre 1303 führte er sein Regiment auf den Kampfplatz und focht wie immer mit Tapferkeit; insbesondere berühmt aber macht ihn und sein Regiment das mit Helden« mäßiger Selbstaufopferung ausgeführte Durchschlagen durch die französische Ar« mee bei der Cavitulation von Ulm, eine That, welche ein Iandsmann Her« telendy's, der Dichter Vitez Michael
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hartmann-Heyser, Band 8
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Hartmann-Heyser
Band
8
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1862
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
514
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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