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Dertelendy 403 Hertelendy
Csokonay ^Bd. I I I , S. 6H in einem
nationalen Liede gefeiert hat. Im Jahre
1808 zum General»Major befördert,
erhielt er eine Brigade in Lemberg und
wurde in einem Schreiben des Erzher»
zogs Palatm unter Einem aufgefor-
dert, sich durch einen Künstler malen
zu laffen und dieses Bild im Regiment
bei dem jeweiligen Commandanten des-
selben zu hinterlegen, damit sein Ge-
dächtniß für alle künftigen Zeiten darin
fortlebe. Im Jahre -1812 zum Feld-
marschall-Lieutenant ernannt, trat er
1814 seiner durch viele Wunden und
Kriegsstrapazen geschwächten Gesundheit
wegen in den Ruhestand, den er noch
sechs Jahre zu Gyöngyös, inmitten
seines geliebten dort stationirten Palati-
nal-Huszaren» Regiments, verlebte. H,
war einer der berühmtesten Reiter«Gene«
rale in der österreichischen Armee, und
sein Erscheinen vor der Fronte elektri«
sirte seine Heldenschaar, die ihm ohne
Zögern folgte wohin er sie führte; denn
sein Durchschlagen bei Ulm steht in der
Kriegsgeschichte einzig da. Wie alt H.
war, als er starb, ob 72, 78 oder gar
82 Jahre, laßt sich bei den in den
Quellen angegebenen Verschiedenheiten
des Geburts. und Todesdatums nicht
festsetzen.
Szölläsy (Ioh. Nep.), Tagebuch gefeyerter
Helden und wichtiger kriegerischer Ereignisse
der neuesten Zeit (Fünftirchen in Ungarn 1837,
bisch. Lyc. Druckerei, 8«.) S. 356 ^nach diesem
geb. 6. Sept. 1742, gest. 16. Juni 1820). —
Hirtenfeld (I.), Der Militär-Maria Thrre.
fien«Orden und seine Mitglieder (Wien 1837,
Staatsdruckerei, 4«.) S. 641 u. 1743 snach
diesem geb. zu Gäzl6ny 1734. gest. 16. Juli
1826). — Ieitner von Leitnertreu (Th.
Ignaz), Ausführliche Geschichte der Wiener
Neustädter Militärakademie (Hermannstadt
1852, Steinhaußen. 8°.) S. 446. — Oester-
reichisches Mi l i tär «Konversations<Le«
rikon von I . Hirtenfeld (Wien 1832,
gr. 8".) Bd. I I I , S. 170 snach diesem geb. zu Gaszlony (?) 1734, gest. 16. Juli 1826).
— Oesterreichische National« Ency>
klopädie von Gräffer und Czikann
(Wien 1835. 80.) Bd. I I , S. 370 n^ach dieser
geb. 1748, gest. 16. Juni 1826); Bd. VI,
Suppl. S. 481 lMch diesem gest. 16. Juni
1820). — Neuigkeiten (Brünner polit.
Blatt, Fol.) 1837, Nr. 244 ^stimmt mit Sz öl«
15 sy in den Angaben der Geburt und des
Todes überein). Ob Hertelendy von der
in Ungarn noch blühenden Ndelsfamilie gleichen
Namens abstammt oder mit derselben sonst in
verwandtschaftlicher Beziehung
steht, kann nicht
angegeben werden, wenigstens erscheint er nicht
auf der Stammtafel, welche Ivan Nagy in
seinem Werke über die ungarischen Adelsfami-
lien: „Hla35»>ror82llF osalääa,! osimsrekköl
äs 1e52ärnia2ä5i tadläkk^" (Pesth 1836 u. f.,
Moriz Näth, 8".) Bd. V, S. 104. mittheilt.
Hertelendy, Gabriel (II.) von (erblin-
deter Dichter, geb. inUngar n im Jahre
1800). Sohn eines Advocaten, der zu
Pesth lebte, besuchte daS Gymnasium da-
selbst, als er von einer Kopfkrankheit be>
fallen, das Unglück hatte, an beiden Augen
zu erblinden. 1814 kam er in's Blinden-
institut nach Wien, wo er bis 1820 blieb.
Daselbst machte er gute Fortschritte in den
eingeführten Lehrgegenständen und in me-
chanischen Arbeiten. Nach seinem Aus«
tritte beschäftigte er sich mit letzteren und
ertheilte Unterricht den Blinden in der
Umgebung seines Wohnortes. Im Jahre
1823 folgte er dem Rufe als Lehrer an
das in Preßburg gegründete, später nach
Pesth übertragene Blindeninstitut; acht
Jahre ertheilte er in demselben aus
verschiedenen Lehrgegenstanden und in
mechanischen Arbeiten Unterricht. 1832
legte er, nachdem er sich mit seinen
Lehrern entzweit, seine Stelle nieder
und lebte von einem kleinen Vermögen,
daS er besaß, und dem Erlös seiner
Arbeiten für sich allein. Um diese Zeit
veröffentlichte er ein Bändchen ungari»
scher Gedichte, welche eine freundliche
Aufnahme fanden, und da er sich
auch die
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon