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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8
Seite - 404 -
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Hertelendy 404 Sertzinger Kenntniß des Griechischen angeeignet, be>! gann er eine Uebersehung des Homer in's Ungarische. Zu diesem Behufe ließ er sich die Odyssee und Iliade vorlesen, schrieb sie dann mit eigens von ihm verfertigten Buchstaben zum Durchstechen für das Gefühl, in griechischer Sprache auf, und nachdem er diese Abschrift in zwei großen Quartbanden vollendet, begann er die Uebersetzung. 1835 erschien davon eine Probe, „NrrZarn des Achilles", zu Pesth im Drucke. Später unterbrach er diese Arbeit. Zugleich setzte er seine mechanische Beschäf- tigung fort, er fand eine Maschine zurBoh« rung artesischer Brunnen, dessen Modell, der Landwirthschaftgesellschaft in Wien vorgelegt, eine beifallige Aufnahme fand, jedoch im Großen nicht ausgeführt wurde. Bemerkenswerth ist, daß er ungeachtet seiner Blindheit allein ausging, nur stin Stock und ein in ungewöhnlicher Weise verfeinertes Gefühl dienten ihm zum Weg- weiser. Bei seiner großen Lebhaftigkeit und Unruhe litt es ihn nicht länger in der Heimat und er wollte das Ausland, wenn nicht sehen, so doch besuchen. So begab er sich 1836 über Wien nach Trieft, ohne andere Begleitung, als er eben im Post» wagen fand. Er bereiste Italien, arbei« tete in mehreren Städten, sich mit der Ausbesserung von Uhren und Maschinen beschäftigend. 1838 wurde er Lehrer an einer Privat»Blindenanstalt in Padua, kehrte aber schon im folgenden Jahre nach Wien zurück, wo er nunmehr seine sammt« lichen Bücher und Geräthschaften ver- kaufte, sein Geld aus der Sparcafse nahm und Anstalten traf zu einer größeren Reise in die Fremde. Den Winter 1839/1840 verlebte er noch bei seinen Verwandten in Oedenburg, und nahm dann im Frühjahr 1840 ein Paß in's Ausland, mit welchem er über Deutschland nach Frankreich reiste. Einige Zeit hielt er sich in Hannover auf, von dort begab er sich dann unmittelbar nach Paris, wo er alsbald eine Lehrer« stelle im dortigen Blindeninstitute erhielt. Ueber seine weiteren Lebensverhältniffe ist nichts bekannt geworden. Frankl (3. A.). Sonntagsblätter (Wien, gr.8°.) I I . Jahrg. (l843). S. 853: „Ein blinder unga. rischer Dichter". Hertzinger, auch Herzinger, Anton (Maler und Kupferstecher, geb. zu Fallbach in Oesterreich unter der Enns im Iahw 1763, gest. zu Prag um 1832). Seine künstlerische Ausbil- dung erhielt er an der Akademie der bildenden Künste zu Wim, wo er auch längere Zeit arbeitete. Später, 1802, begab er sich nach Prag, wo er am Cle- mentinum beschäftigt war, auch hatte er sich einige Zeit in Dresden aufgehalten. Er malte- und stach Genrebilder und Landschaften; vornehmlich gelangen ihm Thierstücke, und er nahm sich in diesen den berühmten I . H. Roos zum Muster. Seine Stiche führte er meist in Tuschma» nier aus. Von seinen Stichen sind be> kannt: „Arichenztntlien in GraM-Mimier" 2 Hefte (in Folio ä. 6 Blätter), das erste enthält Baumparthien, das zweite Thierstücke nach H. Ro o s und A. van de Velde; — „Gliiergrnppc" nach C. Du« jardin in Aquatinta (Qu. Fol.); — „Ami GhierZtiick!:" in Aquatinta>Manier nach H. Noos (Qu. Fol.); — „And- schatt mit N3aZ5rrtclll" nach einem Bilde von Ruysdael in AquatintaManier (1793, Royal'Fol.)', — „Der Nuchrnhain", eben< falls nach Ruysdael, in Aquatinta (Qu. Fol.); — „Nie Jehmbnrg", nach Klengel, das Gegenstück zu dem Vori» gen; — „Faun, eine Nymphe im Schilte ergrei- tcnd", nach P. P. Rubens, Aetzdruck (Fol.); — „Erzherzog Narl. empiängt van Nudllljih nun Hübüburg die Heldlnkrane", alle- gorisches Bild in Aquatinta, in Gemein»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hartmann-Heyser, Band 8
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Hartmann-Heyser
Band
8
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1862
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
514
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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