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von 30.000 fi. C. M. in 4V2percentigen
Metalliques, zunächst für israelitische Kin
der, jedoch soll in derselben auch eine
gewisse Anzahl christlicher und moha
medamscher Kinder aufgenommen werden.
Die Stiftungsurkunde ist am Geburtstage
Sr. Majestät deS Kaisers von Oesterreich,
am 18. August 1833, ausgestellt und
vr. 3. A. Frankl M . IV, S. 334)
hat die schwierige Mission zur Aus«
führung derselben übernommen, am
11. März 1836 die Reise nach Jerusalem
angetreten und die von zahllosen Hinder«
niffen durchkreuzte Aufgabe, wie er in
seinem ihr gewidmeten Werke: „Nach Je«
rusalem", diesem werthvollen Beitrage
zur Geschichte jüdischer Culturzustände,
darstellt, glücklich gelöst. Für den Fall
des Nichtgelingens oder waS bei den anar«
chischen Zuständen deS Orients zu besor»
gen, der nicht erreichten Absicht der Stif«
terin, hat sie für eine entsprechende Ver«
Wendung der ansehnlichen Summe im
Stiftbriefe selbst Sorge getragen und
angeordnet: daß die Interessen der einen
Capitalshälfte zu Stipendien für Hörer
der Medicin, der Rechte, für Lehramts«
candidaten und Candidatinen in Wien,
die der anderen Capitalshälfte aber zu
gleichem Zwecke in Prag verwendet wer»
den sollen. Außer dieser ansehnlichen Stif»
tung hat die edle Frau bereits früher meh«
rere anderebedeutendeSummen gespendet,
als: 6000 fl. zur Ermöglichung des Fort-
bestandes der von der Auflösung bedroh»
ten israelitischen Kinderbewahranftalt in
Prag; 1000 fi. zum Baue des Hauses
der israelitischen Kinderbewahranstalt in
Wien; 4000 fl. für das Kaiserin Maria
Anna»Kinderhospital in Wien, der zahl»
losen kleineren Betrage nicht zu gedenken,
die sie
bei allen Gelegenheiten zu wohl»
thätigen Zwecken und zuFörderung huma«
nistischer Anstalten freigebig spendet. Von vielen der letzteren ist sie auch zum
Ehrenmitgliede ernannt. Frau Herz.
welche der Gemeinderath nach ihrer
Uebersiedelung in die Residenz durch Auf.
nähme in den Gemeindeverband ehrte,
ist Vorsteherin der Kinderbewahranftalt
in der Zeopoldstadt. Aus ihrer Ehe mit
Herz hatte sie mehrere Töchter, deren
Erziehung sie selbst geleitet und die an
feiner Bildung das Spiegelbild der Mut«
ter sind; sie heißen: Ot t i l ie , vermalte
von Haber, Wilhelmine. vermalte
Dr. Ignaz Hofman von Hof-
mannSthal, und Mathi lde, vermalte
Freiin von V i l lan i .
Wiener Mittheilungen. Zeitschrift für israe.
litische Culturzustände, hercmsg. von Dr. M.
Letteris (Wien. 4".) Jahrg. 1883, Nr. 51:
„Elise Herz, geborne von Lämel. Biographische
Skizze." — Dieselben 1853, Nr. 43: „Frau
Elise Herz und die zu gründende erste Kin»
oerbewahranstalt in Jerusalem" von Jet»
teris. — Werthe im er (Joseph), Jahrbuch
für Israeliten (Wien, Leopold Sommer, 8«.)
Neue Folge dritter Jahrgang (5617 ^1836—
1857). S. 98: ^m Wertheim er's „Ehren,
tafel österreichischer Juden"). — Hanns
Iörgel 1336.
Herz zu Herzfeld, Franz Christoph
von (Rechtsgelehrter, geb. zu Salz»
bürg 8. October 1712. gest. ebenda
1. Jänner 1752). Der Sohn des salz-
burgischen Rechtsgelehrten Franz Joseph
H., deffen Hunten in den Quellens
näher gedacht wird. Beendete die juridi«
schen Studien in seiner Vaterstadt, und
begab sich 1734 nach Wien und Gratz,
wo er prakticirte. Nach semer Rückkehr,
Anfang 1736, wurde er zum wirklichen
Salzburgischen Hofrath und nach Erkran«
kung seines Vaters zum außerordentlichen
Professor der Rechte an der dortigen
Hochschule ernannt; am 27. August d. I .
erhielt er die juridische Doctorwürde und
nach dem Tode seines Vaters, 1739,
übernahm er daS ordentliche Lehramt der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon