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Zeß
nachdem die Vereinigung der Abtheilung
des Feldzeugmeisters Grafen Nugent
mit der Hauptarmee erfolgt war, den
Plan zu dem ersten Heraustreten der
Oesterreicher auS der Defensive. Am
27. Mai Abends rückten die Oesterreicher
in musterhafter Ordnung aus Verona
aus, erreichten am 23. Mantua und schon
am 29. wurden die feindlichen Schan-
zen bei Curtatone. eine doppelte Linie
mit vorgeschobenen Redouten, angegrif»
fen und erstürmt. Am 30. Mai erfolgte
die siegreiche Schlacht bei Goito.
Karl Albert, neuer Angriffe gewärtig,
hütete ängstlich.seine Stellung, während
nach dem von Heß nach Radetzky's
Ideen entworfenen Plane Feldmarschall
Radehky nach Verona zurückging und
von da sich auf Vicenza warf. In der
Nacht auf den 4. Juni brach das um
Rivolta versammelte Heer, das 1. und
2. Armeecorps, auf und war am 9. Juni
vor der mit 180 Barrikaden besetzten
Stadt; am 10. wurde der Berg, der die
Stadt beherrscht, gestürmt, bei welcher
Gelegenheit unsere Soldaten Wunder der
Tapferkeit verrichteten. Am 11. Juni
um 6 Uhr Morgens schloß Feld marschall'
Lieutenant Heß mit dem papstlichen
General Durando im Hauptquartiere
deS 2. Armeecorps in der Casa Balbi
die Capitulationsbedingungen, welche das
venetianische Gebiet von den päpstlichen
Truppen befreiten. In Gewaltmarschen
wurde nun nach Verona zurückgeeilt,
um jede Bewegung Karl Albert's,
der seinen Bundesgenossen zu Hilfe eilen
wollte, zu vereiteln. So wurden in der
kurzen Zeit vom 27. Mai bis zum
14. Juni die Aufstellung der Neapolitaner
und Toscaner, 10.000 Mann. bei Man»
tua gesprengt, die gesammte päpstliche
Streitmacht in Vicenza, 13.000 Mann,
aufgelöst und zu einer dreimonatlichen
v. Wurzbach, biogr. Lexikon. VIII Waffenruhe gezwungen, die 4000 Mann
der Besatzung von Treviso unschädlich
gemacht und das Festland Venedigs in
Besitz genommen; die Lombarden und
Sardinier aber hatten alle Zuzüge aus dem
mittlern und südlichen Italien verloren.
Eine fünfwochentliche Waffenruhe wurde
nunzurSteigerung der Schlagfertigkeit der
Armee benützt. Feldmarschall'Lieutenant
Heß unternahm mittlerweile am 27. Juni
eine Recognoscirung nach Südtirol und
ordnete die Aufstellung einer schweren Bat-
terie auf der oberhalb Ceraino gelegenen,
die Hochebene von Rivoli, auf welcher
das piemontesische Heer aufgestellt war,
beherrschenden steilen Felsenlehne an.
Diese Batterie hinderte spater sehr nach-
drücklich das Vordringen des Feindes im
Etschthale. Nach beendeter Waffenruhe,
nnerhalb welcher Frist Heß am 13. Juli
zum Feldzeugmeister ernannt worden,
ergriff der Feldmarschall Radetzky die
Offensive, indem er die feindliche Mitte
durchbrach und den Feind zur Schlacht
vonCuftozza zwang, die am 23. Juli
begann und am 25. nach hartnäckigem
Widerstände des Gegners siegreich für
unsere Waffen endete. Im Armeebefehle
nach der Schlacht sagt Nadetz ky, indem
er auch anderer Helden des Tages gedenkt,
von Heß: „Ich kann .. . vorzüglich das
,ufopfernde und
sich auszeichnende Corps
des General'Quartiermeifterstabes unter
der Leitung ihres ebenso seltenen
als tapfereu General'Quartier-
Meisters von Heß ... nur mit höchster
Anerkennung ihrer verdienstlichen Leistun-
gen und persönlichen Aufopferung für
Kaiser und Vaterland erwähnen". Mit
Allerh. Handschreiben vom 19. Mgust
1848 erhielt H. das Ritterkreuz des
Maria TheresiewOrdens. Karl Albert
wollte noch einmal das Waffenglück ver-
suchen, es folgten die zwei blutigen
:. 24. März l862.) 27
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon