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obbemeldete Verleihung erfolgte. Bei
den nach beendetem Kriege gefolgten ver-
wickelten diplomatischen Verhandlungen
lag deren oberste Leitung in den Händen
des General-Quartiermeisters Heß. Als
später und zwar zu Ende 4830 die Auf«
stellung großer Truvpenkörper im Nor»
den von Böhmen und Mähren und 1834
deren in Galizien, Ungarn und Sieben«
bürgen gegen Rußland nöthig geworden,
wurde H. von Sr. Majestät zu deren Ober-
befehlshaber ernannt. Indem er schon
nach Beendigung des italienischen Feld«
zuges zum Feldzeugmeister und General»
Quartiermeister der gesammten k. k. Armee
ernannt worden war, wurde er später Chef
der Central.Operationskanzlei Sr. Maje»
stät des Kaisers und waren durch diese
Stellung die Leitungsfäden der meisten
militärischen Anordnungen im Großen
wie im Einzelnen in seine Hände gelegt.
Auf seine Anregung wurde die Central»
Befestigungscommission des Reiches in's
Leben gerufen und er zum Vorsitzenden
derselben bestellt. Beim Beginne des
unglücklichen italienischen Krieges im
Jahre 1839 fand H. leider keine Verwes
düng, aber Ende Mai 1839, nachdem
schon die verfehlten Operationen deS Gra
fen Franz Gyulay Md. VII, S. 70)
nicht mehr rückgängig zu machen waren,
wurde H. zur Armee nach Italien ent>
sendet. Nach der Schlacht von Magenta,
Mitte Juni, trat er an der Seite des
Kaisers, welcher persönlich den Ober-
befehl übernahm, an die Spitze der
Armee als Chef des Generalstabes.
Seine Ansicht, nachdem die Chieselinie
aufgegeben worden und die Armee sich in
daS vielgenannte Festungsviereck zurück-
gezogen hatte, nicht wieder über den
Mincio hervorzubrechen, konnte er nicht
zur Geltung bringen. Die Folge davon
war die Schlacht von Solferino, in welcher auch seine Disposition, den Durch-
bruch des Centrums durch eine große
Batterie von 104 Kanonen unmöglich
zu machen, nicht zur Ausführung kam.
H. hatte nun die traurige Aufgabe, am
8. Juli zu Villafranca einen Waffen»
stillstand mit den Franzosen abzuschließen,
der sehr von dem abstach, den er vor
10 Jahren den Piemontesen nach der
Schlacht von Novara bewilligt hatte.
Nach der Rückkehr des Kaisers nach Wien
übernahm H. das Obercommando der
österreichischen Armee in Italien und
wurde in dieser Eigenschaft am 12. Juli
d. I . zum Feld marsch all ernannt. Später
verlegte er sein Hauptquartier nach Wien
und trat nach Auflösung des Obercom«
mando's in seine Stellung als Chef des
General-Quartiermeisterstabes der gan»
zen österreichischen Armee zurück. Am
31. Jänner 1860 hat er auch diese Stelle
niedergelegt, welche an den General«
Feldzeugmeifter Benedek übertragen
nurrde, während H. zum Hauptmann«
der Trabanten-Leibgarde und der Hof«
burgwache ernannt wurde. Früher noch,
am 24. December 1833, feierte H. sein
fünfzigjähriges Dienftjubiläum; wie Se.
Majestät der Kaiser, wie die ganze Armee
an dieser erhebenden Feier sich betheiligt,
so wie über die Familienverhältnisse des
Feldmarschalls ist Näheres unten in den
Quellen mitgetheilt. H. ist Besitzer von
21 Orden, darunter von 13 Großkreuzen,
und zwar außer den drei ersten Orden
seines Vaterlandes, nämlich dem Maria
TheresieN'Commandeurkreuze und den
Großkreuzen des St. Stephan» und Leo«
pold-Ordens. besitzt er die Großkreuze
von Civil» und Militär»Orden von Ruß«
land, der Türkei, Preußen, Bayern, Würt«
temberg, Hannover, Sardinien, Sicilien,
von Baden, Hessen, ToScana. Parma
und Rom. Auch ist H. Ehrenmitglied
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon