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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8
Seite - 426 -
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Seite - 426 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8

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426 dieser Leitung bildete sich H. bis zum 21. Jahre aus. Obwohl er in dieser Zeit vornehmlich dem historischen Fache oblag, brach doch endlich feine Neigung, die im Studium des Pferdes ihren Mittelpunct fand, an den Tag. Er studirte nun die besten Blätter und Bilder der Dres- dener Gallerie und machte sich bald mit seinen Arbeiten als einen trefflichen Pfecdezeichner bekannt; zugleich malte er in Oel. Ganz besonders erregte 1796 ein größeres Oelgemälde die allgemeine Aufmerksamkeit; es stellte einen „Angriff sächsischer Zragllner ant französische Infanterie" vor; noch mehr gefiel ein zweites Bild: „Marsch malischer Kosaken durch Nahmen" Lange galt dieses charakteristische Bild für sein Hauptwerk, wozu eS aber vor nehmlich dadurch geworden, daß es der Künstler in eigenthümlicher Weise selbst vervielfältigt hat. Er ließ nämlich von Stölzel das Bild im Umrisse auf eine Quer-Folioplatte siechen und die Abdrücke malte er dann selbst in bunten Tusch- und Deckfarben aus. Er verschickte dieses Bild an mehrere Fürsten und wurde dafür fürstlich belohnt; die Berliner Kunstakademie ernannte ihn sogar zum Ehrenmitgliede. Indem er mehrere solche gemalte Copien verfertigt hatte, ließ er nun die Platte durch den Kupferstecher Senf in einer kräftigen Aquatinta aus« fuhren. Noch in drei verschiedenen Arten wurde das zu seiner Zeit vielgesuchte Blatt behandelt. Im Jahre 1800, nach Ande- ren erst 1809, übersiedelte er nach Wien, wo er seinen bleibenden Aufenthalt nahm und in der Folge zum Lehrer an der Akademie der bildenden Künste ernannt wurde. Von Wien aus unternahm er seine Kunstreise in die fernsten Gegenden, nach Ungarn, Rußland, in die Türkei und 1829 nach England, um die ver- schiedenen Pferdemcen an den besten Originalen zu studiren. H. hat eine große Fruchtbarkeit in seinen Arbeiten entwickelt; außer einem Werke: „Nett- schule oüer Darstellung öes natürlichen und künstlichen Ganges des Gamplignepferucs", mit K.K., dann mehreren radirten Blättern mit Pferden und seinen in Wien 1823 her» ausgegebenen Pferdeköpfen in natürlicher Größe, als Ergebnissen seiner Reifen zur genauen Kenntniß des arabischen Pferdes, hat er zahlreiche Bilder und vornehmlich mehrere Schlachtenstücke gemalt, da er in den Kriegsjahren vielfach Gelegenheit gefunden hatte, Augenzeuge militärischer Evolutionen zu sein. Ueber seine Arbeiten schreibt Nag!er: „daß darin ein sorg- faltiges Studium der Natur herrscht; daß er verstand, sehr gut zu individualifiren, sei es, daß er Menschen verschiedener Lander oder Pferde darstellte". Er malte in Oel, Pastel und mit Deckfarben, er zeichnete sehr schön in Bister und Kreide auf gefärbtes Papier. H. gilt als einer der bedeutendsten Pferdemaler der neuern Zeit; er besaß ein tiefes Verständniß der verschiedenen Racen dieses edlen Thieres in seinem Zusammenhange mit Volk und Land, so daß seine Bilder in allen ihren Theilen, in der Landschaft, wie in der Staffage gleich vortrefflich sind. Er hatte in Wien nahezu ein halbes Jahrhundert gelebt und ist zu Wilhelmsdorf, einem in Wiens nächster Nähe, zwischen Meid- ling und Schönbrunn gelegenen Dorfe. 80 Jahre alt, gestorben. Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar, Voigt, 80.) XXVII. Jahrg. (1849). S. 4256. — Nagl er (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler<Lerikon (München l838. E. A. Fleisch« mann. so.) Bd. VI, S. <48 — Die Künst. ler aller Zeiten und Völker. Begonnen von Prof. Fr. Müller, fortgesetzt von Oi-. Karl Klunzinger (Stuttgart l86tt, Ebner und Seubert, 3er. 8«.) Bd. I I , S. 374. — Brock, haus' Conoerscitions-Lexikon (iU. Auftage) Bd. VII, S. 6?4. - Meyer (I.), Das große
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hartmann-Heyser, Band 8
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Hartmann-Heyser
Band
8
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1862
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
514
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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