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Hessen 428 Hessen
gefurchtsten Häuptling deS Kaukasus
benutzten Handkoran. Prinz Aleran-
der, dem vom Capitel des militärischen
St. Georg-Ordens für seine Waffenthat
das Ritterkreuz 4. Classe zuerkannt wor«
den war, machte diesen Feldzug, die
unsäglichen Gefahren und Beschwerden
desselben muthvoll theilend, mit, bis die
Armee den Rückzug nach Ger sol-Aul
angetreten hatte. Wie durch ein Wunder
ging der Prinz aus allen diesen Gefahren
hervor, denn von 17 Generalen fanden
drei den Tod auf dem Felde der Ehre,
aber überdieß waren 33 Stabs-, 474
Subalternofficiere und MW Gemeine
auf demselben gefallen. Nun machte der
Prinz eine Reise nach Georgien, Min»
grelien, auf die Halbinsel Kertsch, durch
die Krim nach Sebastopol, wo er mit
dem Großfürsten Constantin, der von
seiner Reise in die Türkei und Griechen-
land daselbst angekommen war, zusam«
mentraf; ging mit diesem nach Nikola-
jew, wo Kaiser Nikolaus mit dem
Thronfolger eintraf. Dann trat er die
Rückreise nach St. Petersburg an und
kehrte nach mehrwochentlichem Aufent«
halte daselbst in die Heimat zurück, in
der er nun einen längern Aufenthalt
nahm. Im Februar 1846 begab er sich
über München und Wien nach Italien,
Griechenland und der »Türkei und kehrte
dann von Darmstadi aus Ende August
nach St. Petersburg zurück. Im Jahre
4831. in welchem er sich
vermalte j^ siehe
Näheres zu Ende dieser Skizze^, verließ
der Prinz den russischen Militärdienst
und trat 1832 als General-Major in die
österreichische Armee, in welcher er als
Brigadier im 3. Armeecorps die Bestim
mung in Mailand erhielt. Seine eigent-
liche militärische und diplomatische Wirk-
samkeit im kais. Dienste beginnt erst mit
dem Ausbruche des italienischen Krieges im Jahre 1839. Noch vor Beginn des-
selben hatte er seine Gemalin und Kinder
nach Darmstadb geschickt und unter den
Schutz seines Bruders gestellt. Schon
an dem ersten und hitzigen Gefechte bei
Montebello (20. Mai) hatte er rühm-
vollen Antheil genommen. Der Prinz be«
fehligte eine Brigade im 3., unter Feldmar»
schall«Lieutenant Graf Stadion stehen-
den Corps; seine Brigade bestand aus dem
Grenadier-, 1., 2. und 3. Bataillon des In-
fanterie-Regiments Baron (5uloz Nr. 31,
dem 4. Bataillon Tiroler Kaiserjäger, einer
Schwadron Uhlanen und einer sechspfün-
digen Batterie. Am 20. Mai Morgens
4 Uhr überschritt der Prinz mit seiner
Brigade den Po bei Vaccarizza und noch
durch ein vier Compagnien starkes Ba«
taillon des Infanterieregiments Zobel
verstärkt, erreichte er Mittags 2 Uhr
Calcababbio und um 3 Uhr das eine
Stunde nördlich der Hauptgefechtsl'mie
gelegene Casteggio < Montebello. Wäh»
rend vorn bereits der heftigste Kampf
entbrannt war, setzte die Brigade in
Schlachtordnung ihren Marsch fort. Am
Eisenbahndamme zwischen Casteggio und
Montebello kam es zum Zusammenstoß
mit dem Feinde, dessen Plänkler, zwischen
Baumreihen günstig aufgestellt, ihr gut
gezieltes Feuer begannen. Unter dem
heftigen feindlichen Plänklerfeuer ließ der
Prinz an günstiger von ihm selbst bezeich'
neter Stelle zwei Geschütze auffahren,
deren Feuer auch von dieser Seite die
Unseren vom Feinde frei machte, welcher
nun die Brigade des Prinzen von der
rechten Flanke zu fassen suchte. Mit dem
Grenadier'Bataillon wies der Prinz die«
sen Angriff kräftig zurück und den Damm
behaupteten die drei Bataillone gegen
alle Angriffe. Erst, nachdem Casteggio
aufgegeben und das Gefecht zur Linken
verstummt war, ließ der Prinz den Rück«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon