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Dessen-Homlmrg 438 Hessen-Homburg
bmar 1809 Oberstlieutenant im Drago-
ner-Regimente Prinz Hohenlohe Nr. 2.
In demselben zeichnete er sich noch im
genannten Jahre in den Schlachten bei
Sacile und an der Piave (8. Mai)
aus und wurde in Folge seines Wohl»
Verhaltens vor dem Feinde am 6. August
d. I . zum Obersten im Kürassier-Negi-
mente Prinz Lothringen, in demselben
ernannt, in welches er vor 43 Jahren in
die Reihen der kaiserlichen Armee getreten
war. Prinz Ferdinand zahlte als
Oberst 28 Jahre. An der Spitze feines
Regiments kämpfte der Prinz in den
Befreiungskriegen der Jahre 1813 und
1813. zeichnete sich bei mehreren Gele-
genheiten aus und erkämpfte sich 1813
in der Leipziger Völkerschlacht gleich
seinem ältesten Bruder Friedrich ss. d.
S. 4361, der an diesem Tage den höhern
Grad dieser Auszeichnung erwarb, das
Ritterkreuz des Maria Therefkn-Ordens.
Es war am ersten Schlachttage am
16. October. Die russischen Kürassiere
3e wasch off's waren dem Anpralle
der von Letort geführten französischen
Reiterei gewichen und hatten Grobem
bereits Prcis gegeben. Der linke Flügel
der Alliirten unter Kleist war daran,
von dem Centrum und von allen am
linken Ufer der Pleisse streitenden Trup-
pen völlig abgeschnitten zu werden und
der schon zweifelhafte Kampf konnte
einen für die Unsrigen ungünstigen Aus«
gang nehmen. Um 2 Nhr Mittags hatte
die Gefahr bereits den höchsten Punct
erreicht, als eben die Kürassiet>Division d'cS
Feldmarschall'Iieutenants Grafen Nostiz
aus Gröbern debouchirte und sogleich
das vorderste Regiment Albert.Küras«
siere unter dem furchtbarsten Kartatschen-
und Kleingewehrfeuer dem anstürmenden
Feinde geschloffen entgegenrückte. Der
Feind stutzte. Nun rückte auch Prinz Ferdinand mit seinen Lothringen«
Kürassieren vor und während Albert-
Kürassiere den Feind in der Front
angriffen, sielen die von dem Prinzen
Ferdinand geführten ihm in die
Flanke. Die feindlichen Reiterregimenter
wurden geworfen, theils niedergehauen,
theils zersprengt. Mehrere Infanterie-
maffen wurden durchbrochen und nieder«
geritten und der Rest schlug in eiliger
Flucht die Nichwng gegen Wachau ein.
Aber der Sieg sollte noch Blut kosten.
Napoleon's Kaisergarden rückten vor.
Vierfache Uebermacht stürmte auf die
beiden Kürassier-Regimenter ein, die in
bester Ordnung und langsam auf den
Haupttheil der Reserve-Cavallerie sich zu
rückzogen, aus welcher nun die Regimen-
ter Franz- und Kronprinz'Kürassiere
in den Kampf kamen und den Sieg des
Tages entschieden. Prinz Ferdinand,
an der Spitze seines Regiments kämpfend,
hatte mitten im Kugelregen, allen Gefahren
unerschrocken sich aussetzend, seinen Krie-
gern ein leuchtendes Beispiel von Kühn-
heit und Tapferkeit gegeben. Der Kaiser
belohnte den Helden für diese schöne Waf-
fenthat mit dem Ritterkreuze des Maria
TheresiM'Ordens. Am 30. April 1813
wurde Prinz Ferdinand zum General-
Major befördert und erhielt eine Brigade
in Ungarn. Noch zehn Jahre diente der
Landgraf in den Reihen der kaiserlichen
Armee, 1824 schied er mit Urlaub aus
derselben, rückte aber in diesem Verhält-
nisse am 21. December 1830 zum Feld-
marschall.Lieutenant und 1843 zum Gene-
ral der Cavallerie vor, welche Charge er.
noch zur Zeit bekleidet. Nach dem Ab-
leben seines Bruders, des regierenden
Landgrafen Gustav s^. d. S. 438^, am
8. September 1848, übernahm Prinz
Ferdinand die Regierung der Land-
grafschaft. Seine Majestät der Kaiser
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon