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Hessen-Homlmrg 437
Feldmarschall» Lieutenant Graf Nostiz
hinzukam. Der denkwürdige 16. October
rückte heran. Der Feldmarschall Fürst
Schwarzenberg hatte die Absicht, das
Centrum und den linken Flügel Napo»
leon's im Vorrücken aufzuhalten, und
wenn möglich zurückzudrängen, unter
Einem aber den rechten Flügel bei
Connewitz und Markkleeberg an«
zugreifen, aufzurollen und dann gegen
Leipzig vorzudringen. Prinz Friedrich
erhielt nun Befehl das Dorf Connewitz,
den eigentlichen Schlüssel der Aufstellung,
durch Merveldt's Corps zu nehmen,
ihm die Divisionen Bianchi und Weiffen«
wolf folgen zu lassen, während die
Nostiz-Kürassiere sich rechts halten und
als rechter Flügel sich an's Merveldt'sche
Corps anschließen sollten. Prinz Fried»
rich hatte diese Bewegung mit muster«
hafter Einsicht geleitet und ausgeführt,
und sein von dem schönsten Erfolge gekrön»
ter Augriff auf die mit großer Macht
vorrückenden Massen des Feindes bei
dem Dorfe Groben zählt zu den glän«
zendsten Episoden der dreitägigen Völker-
schlacht. Am entscheidenden 48. October
wurde ihm das Commando der ersten
40.000 Mann starken Colonne über»
tragen. Diese bestand aus der Division
Lederer am linken Ufer der Pleiffe, aus
dem ersten österreichischen Armee'Corps
des Feldzeugmeisters Colloredo, den
Reserve-Divisionen Bianchi und Weissen«
wolf, der österreichischen Cavallerie-
Reserve Nostiz und der Division Alois
Fürst Lichten
st ein, sämmtlich am rechten
Ufer der Pleisse. Prinz Friedrich hatte
Befehl, auf dem rechten Pleiffeufer von
Markkleeberg über Dölitz und LöSnig. auf
dem linken gegen Connewih vorzurücken.
Bei Dölitz, von wo der Feind bereits ver«
trieben aber mit verstärkter Macht dahin
zurückgekehrt war, entspann
sich ein bluti» ger Kampf. Die Gegenwehr des Feindes
maß sich mit dem Siegesmuthe der
Unsern. Prinz Friedrich in Person im
heftigsten Kugelregen stehend, begeisterte
die Bataillone zum Sturm, mit welchem
das Dorf Dölitz genommen wurde. Prinz
Friedrich, schwer verwundet, sank
vom Pferde und mußte das Commando
der siegreich vorstürmenden Colonnen
dem Feldzeugmeister Colloredo über-
geben. Mit Allerhöchstem Handschreiben
aus Schmalkalden 30. October 1813 er»
hielt Prinz Friedrich das Comman«
deurkreuz des Maria TheresiewOrdens.
Nach seiner Genesung trat er wieder in
die Armee ein, erhielt das Commando
der 3. Colonne, welche aus 2 Grenadier-
und 2 Cavallerie»Divisionen bestand.
Mit diesen überschritt er bei Schaffhausen
den Rhein und traf am 29. December
1813 in Bern ein. Von da setzte er den
Marsch nach Dijon fort, schloß Auxonne
ein und wurde nun Oberbefehlshaber
aller zwischen der Saone und dem Doubs
aufgestellten Truppen mit Einschluß der
Blocade«Corps. Nach den siegreichen
Gefechten bei St. Georges, Long»
sard, Dorieux, drängte der Prinz
den ihm gegenüberstehenden französischen
Marschall Augereau nach Lyon zurück,
vertrieb ihn im siegreichen Kampfe aus
der vortheilhaften, auf der Höhe des
Gebirges innegehabten Stellung bei
Limonest und Rochefort, eroberte am
20. März 1814 den Bergrücken bei
Dardille. den Schlüssel der feindlichen
Aufstellung, und rückte am 21. siegreich
in Lyon, Frankreichs zweiter Hauptstadt,
ein. womit nun der Durchgang zu den
südlichen Provinzen des Landes und die
Vereinigung der Süd« und Nordarmee
gewonnen waren. Am 11. April schloß
Prinz Friedrich mit Augereau einen
Waffenstillstand und beendigte die Feind«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon