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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8
Seite - 441 -
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Sessen-Somburg 44t Heffen-Homburg eine Brigade gehörte. Für die in diesem Feldzuge erworbenen Verdienste wurde er von Sr. Majestät dem Kaiser zum In» Haber deS Infanterie-Regiments Nr. 49 ernannt. Im Befreiungskriege focht der Prinz bei Dresden, wo er eine bedeutende Verletzung erhielt und bewahrte bei Kulm zum ersten Male als selbstständig han« delnder Befehlshaber große Umsicht. Am 21. September 4813 wurde er zum Feld- marschall «Lieutenant befördert und in den Kämpfen der Leipziger Völkerschlacht stand sein Name unter den Helden des Tages. Er wurde nun zum Gouverneur der Stadt Frankfurt ernannt, nahm noch freiwillig Theil am Kampfe bei Hochheim (9. November 1313) und begab sich im Februar 1814 zur Südarmee, deren Reserve (das 6. deutsche Bnndescorps) er befehligte. Ruhmvoll focht er noch bei St. Georges und Limoneft und zog sieg. reich in Lyon ein. Im Jahre 1815 stand cr als Diuifionär im 3. von dem Krön« Prinzen von Württemberg befehligten Armeecorps und that sich wieder bei Straßburg auf das rühmlichste hervor. Nach geschlossenem Frieden kam er als Divisionär nach Wien. Im Jahre 1818 wurde er mit einer diplomatischen Sen» düng nach Rußland, im Jahre 1820 mit einer nach England betraut. Nach seiner Rückkehr von 3ondon kam er zur Erve» dition nach Neapel und wurde zum Gouverneur der Hauptstadt ernannt. Als solcher erwarb er sich durch sein humanes Benehmen den Dank der königlichen Familie und der Nation. Nach seiner Rückkehr wurde er 182!) commandirender General in Innerösterreich und Tirol und überbrachte im Juli 1826 anläßlich der Krönung des Kaisers Nikolaus in Moskau die Glückwünsche des öster' reichischen Hofes dahin. Im Jahre 1827 kam er als commandirender General nach Galizien und wohnte dem russisch, türkischen Kriege als kaiserlicher Bevoll, mächtigter bei. Als der Prinz im Jahre 1830 zur Begrüßung des Kaisers Niko- laus nach Warschau sich begab, wurde er von ihm mit dem Ehrendegen der Tapferkeit in Brillanten ausgezeichnet. Mittlerweile wieder auf seine frühere Stelle als Commandirender Inneroster« reichs zurückversetzt, bekleidete er dieselbe bis Februar 1837, indem er noch in der Zwischenzeit, am 6. Juli 1832, zum Feld« zeugmeister ernannt worden war. Nach« dem sein Bruder, der Landgraf Ludwig, 19. Jänner 1839 kinderlos gestorben folgte ihm Prinz Phi l ipp in der Regie- rung der Landgrafschaft, übernahm aber auch auf den Wunsch deS Kaisers im Octo» bor d. I . die Stelle eines Gouverneurs in Mainz, welche er bis zum Jahre 1844 bekleidete. Dann kehrte er nach Hom» bürg zurück, erhielt noch wenige Wochen vor seinem Tode, 28. November 1846, die Feldmarschallüwürde und starb, seit längerer Zeit bereits kränkelnd, im Alter von 67 Jahren. Die Regierung des Prinzen ist dadurch bemerkenswerth. daß er seinem Lande eine Verfassung zu geben versprach, aber der Tod vereitelte die Er- füllung deS Versprechens. Der Prinz besaß von mehreren Staaten hohe AuS« eichnungen, von Oesterreich außer dem Maria TheresieN'Orden noch das Groß« kreuz des St. Stephan «Ordens. Er war morganatisch mit einer verwitweten Baronin von Schimmelpfennig ver- malt, die fein Bruder und dann auch der König von Preußen zur Grasin von Naumburg erhoben. Gebler(Wilh. Major). Denkwürdigkeiten aus dem Leben des Feldmarschalls Landgrafen Philipp zu HessewHomburg mit Benützung österreichischerOriginalquellen dargestellt (Nien 1848, Gerold. 8°.). — Frankfurter Ober» Postamtszeitung l846. Nr. 348. -
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hartmann-Heyser, Band 8
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Hartmann-Heyser
Band
8
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1862
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
514
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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