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Keuftld 430 Heufler
z. B. gab er Romeo und Julie einen
heiteren Schluß! Im Nebligen besitzt H.
einiges Verdienst als dramatischer Dich»
ter; er hatte sich theils bemüht den
Hanswurst von der Bühne zu verdrängen,
theils, wie im „Bauer aus dem Gebirge",
ihn zu verfeinern; er war einer der Ersten,
welcher in seinen Stücken die Wiener
Localfitten copirte, freilich verstieg er sich
darin nicht über die des gemeinen Lebens
und bediente sich dabei eben nicht zu
feiner Pinselftriche.
Meusel (Ioh. Georg), Lexikon der vom Jahre
1730 bis 18l)0 verstorbenen teutschen Schrift'
steller (Leipzig 1803, Fleischer. 8«.) Bd. V,
S. 447. — (De Luca) Das gelehrte Oester»
reich. Ein Bersuch (Wien 1776. Trattnern,
80) i . Bds. 1. Stück, S. l98. — Real is,
Curiositäten' und Memorabilien'Lerikon von
Wien. Herausgegeben von Anton Köhler
(Wien 1846. gr. 8".) Bd. I I , S. 31. —
Ersch und Gruber, Allgemeine Encyklo-
pädie der Wissenschaften und Künste, I I . Se«
ction. 7. Theil. S. 303. — Lessing's
sämmtliche Werke in Einem Bande (Leipzig
1841, G. I . Göschen, Ler. 8°.) S. 315 u. f.
im 8. und 9. Stücke seiner Hamburgischen
Dramaturgie. — Oesterreichische Bie-
dermanns» Chronik. Ein Gegenstück zum
Fantasten- und PredigerMmanach (Freiheits«
bürg Wademie in Linz) 1785. kl. 8».) S. 98.
— Porträt. Gest. von Liebe, auch vor dem
13. Stücke des Theater.Iournals vom Jahre
1779.
heufler zu Rasen und Perdonegg,
Ludwig Ritter von (Botaniker, geb.
zu Innsbruck 26. August 4817).
Der jüngste Sohn des k. k. Kämmerers
Joseph David Ritter von H. aus
dessen Ehe mit Iosepha Freiin
Lichtenthurn von und zu Achen»
rain. Das Gymnasium und das Lyceum
besuchte H. in Klagenfurt. Früh unter«
nvmmene Ausflüge in seine Heimat
Tirol, welche sich öfter wiederholten,
regten seine Neigung zu Reisen und
Naturbeobachtungen an. Seine ersten
Lehrer in der Botanik waren der ver» diente Florist Friedrich Kokeil und der
Geograph Karl Schmutz, beide damals
(1833) in Klagenfurt; seine ersten Aus»
stüge galten dem durch Wulfen classisch
gewordenen Boden der Satniz und
erweiterten sich allmälig bis auf die
Grenzgebirge Kärnthens, den Eisenhut
und die Koralpe (beide 4833). Gleich
Anfangs widmete H. seine botanischen
Studien den Kryptogamen und zunächst
den Lichenen. Die Studienjahre 1833 bis
1837 brachte H. an der Universität in
Innsbruck zu. Im Herbste 1836 machte
H. eine Reise nach München, wo er mit
dem seither als Professor verstorbenen
Botaniker, Dr. Otto Sendtner, eine
dauernde freundschaftliche Verbindung an-
knüpfte, welche auf die Entwicklung seiner
kryptogamischen und, pstanzengeographi-
schen Studien wesentlichen Einfluß übte.
Die nächste Folge war die Erforschung der
Laubmoose der Gegend von Innsbruck
und schon auf den im Jahre 1837 in der
Gegend von Innsbruck unternommenen,
nahezu hundert botanischen Excursionen
hatte H. über 800 verschiedene phane«
rogamische Pstanzenarten in Blüthe gsfam»
melt und beobachtet. Im Herbste 1837
bezog H. zur Vollendung seiner Studien
die Universität in Wien, wo er bereits
damals mit seinem Landsmanne und Stu>
diengenossen, dem nachherigen Professor
und Mineralogen Dr. Stotter (gest.
1848), den Gedanken einer naturwiffen«
schaftlichen Erforschung Tirols faßte und
seine Vorarbeiten für eine Flora Tirols
fortsetzte. I n Wien wurde H. mit den Bo-
tanikern Endlicher, Fenzl, Putter«
lik und dem Geographen Simony
bekannt. Schon im folgenden» Jahre
wurde ihm und Stot ter das Fach
der Naturgeschichte am tirolischen Fer-
dinandeum theilweise zur Leitung über»
geben, spater wurde H. förmlich zum
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon