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Heyrenbach 463 Seyrenbach
S. l29. — Oesterreichische National«
Encyklopädie, herausg.vonGräffer und
Czikann (Wien 1333. 8«) Bd.II, S. 874.
Heyrenbach. Joseph Benedict (Ge>
schichtsforscher und Priester der
GesellschaftIesu, geb. zu Et ta l in Bayern
24. Mai 1738. gest. zuWien 20. April
1779). Die HumanitätSclaffen besuchte
er im Benedictinerstifte zu Kremsmünfter;
1736 trat er. 18 Jahre alt, zu Wien in
den Orden der Gesellschaft Jesu, kam
1759 nach zurückgelegtem Noviziat als
Wiedecholungslehrer der Humanitats-
claffen nach Raab in Ungarn, kehrte
darauf zur Beendigung der philosophischen
Studien nach Wien zurück, von wo er
1762 als Wiederholungslehrer der Mathe-
matik nach Trentschin in Ungarn geschickt
wurde. Von 1763—1766 versah er zu
Pafsau das Zehramt aus verschiedenen
Fächern, hörte 1767—1770 zu Wien die
Theologie, nach deren Beendigung er sich
zu Iudenburg der dritten Ordensprüfung
unterzog. Im Jahre 1772 wurde er
Historiograph im Profeßhaust, 1773 das»
selbe zu St. Anna in Wien. Nach der
Aufhebung des Ordens (21. Juli 1773)
wurde er Weltpriester, am 1. September
d. I . als überzähliger Custos an der
k. k. Hofbibliothek zu Wien mit jährlichen
450 Gulden und am 7. Jänner 1774 als
wirklicher letzter Custos daselbst angestellt.
Zu gleicher Zeit hielt er außerordentliche
Vorlesungen über Diplomatik an der
Wiener Hochschule. Da er dafür keinen
Gehalt bezog und es zu besorgen war,
daß H. seine Vorträge würde einstellen
muffen, theilte E ck h e l M . I I I , S. 423),
um die studirende Jugend eines so
nützlichen Wissenschaftszweiges und die
Hochschule eines so tüchtigen Lehrers nicht
berauben zu laffen, seinen eigenen Gehalt
von 800 Gulden mit Heyrenbach bis
zu dessen Tode, der ihn leider in der Voll« kraft seiner Jahre — H. zählte erst
41 Jahre — und wie Stoeger ssehe
unten die Quellens meldet, in Folge an-
geftrengter Studien der Wissenschaft ent.
riß. Die Zahl der gedruckten Arbeiten
Heyrenbach's ist minder groß. Seine
selbststandig herausgegebenen Schriften,
sind: „ Ol'sssT'iettlo cls
1773,8".), in neuer Auflage mit einem
Zusätze von Hieronymus Strelecki,
Pfarrer bei St. Barbara (ebd. 1794, 8».);
GrnnilMst kn älteren Stalltsgeschichte van
Oesterreich" (Linz 1776. auch Wien 1777.
8".); — „Rlliser Friedrich'Z GochwAunigunbe;
Fragment ans der österreichisch-bayeri^ chen
Oezchichtc; sammt einem koöox MbstioiMN"
(ebd. 1778, kl. 80.) ^vergleiche Näheres
über diese Schrift in Bergmann's
„Pftegeder Numismatik", I I . Abtheilung,.
S. 62^. I n gelehrten Fachschriften zer«
streut sind erschienen, und zwar in den
„Beitragen zu verschiedenen Wiffen-
chaften" (Wien 1775): „MjillMung uan
der Allgr t>e5 GrimMten-Mnes", wozu das
Kartchen im Hormayr'fchen „Taschen«
buch für vaterländische Geschichte", Jahr»
gang 1812. enthalten ist; — in den
„ Neuen Abhandlungen der konigl. böh»
mischen Gesellschaft der Wissenschaften":
„Ueber die Slllluen in Oesterreich" (Bd. I I ,
im diplom. hist. literar. Theile. S. 3).
Nach der „k. k. privilegirten Realzeiwng
der Wissenschaften und Künste" (Wien
1778). S. 234. hat H. sich auch an der
von Martinez besorgten Ausgabe des
„Weiss-Kunig" (Wien 1775) betheiligt.
Ungleich größer aber und mitunter von
nicht geringem Werthe ist die Zahl seiner
handschriftlichen Arbeiten, welche sich zu
Wien in der kais. Hofbibliothek befinden;
darunter sind vor Allem zu nennen: eine
gediegene Recension von 331. Hand«
chuften derMener Universität in 3 Folio«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Band 8
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hartmann-Heyser
- Band
- 8
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1862
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 514
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon