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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8
Seite - 467 -
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Seite - 467 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8

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Hempel 46? Hempel nach Wien, worin neben ausgebildeteren Formen und richtigerer Zeichnung auch eine Stylistik vorherrschte, welche den älteren Meistern nachgebildet war, ohne jedoch ein bestimmtes Vorbild erkennen zu lassen. Als seine Landsleute Tun- ner und Kupelwieser nach Rom kamen, war Hempel bald im Bunde der Dritte und gemeinschaftlich zeichneten sie die Gemälde Fiesole's in der Capelle Papst Nicolo V. im Vatican. Französische und italienische Künstler machten den deutschen den Vorwurf, daß sie, um heilige Gegenstände malen zu können, selbst fromm würden. Schwer dürfte es sein, zu bestimmen, ob sie fromm waren und deßhalb fromm malten, oder ob sie fromm malten und deßhalb fromm wur- den, gewiß ist es, daß sie jeden Zwiespalt in Leben und Kunst zum Einklang bringen wollten. Mehrere Protestanten traten zur katholischen Kirche über und die. jenigen, welche Protestanten geblieben, strebten ebenfalls nach lebendigem Glau- ben. An der Spitze der Letzteren stand der geniale Julius Schnorr von Ka- rolsfeld. Wie sehr es beiden Parteien Ernst war, beweist, daß sie sich gegen- seitig in Liebe achteten. Noch im Jahre 1323 kehrte H. von Rom nach Wien zurück und da er, wohlhabend von Hause, nicht bemüßigt war, Geld für seinen Lebensunterhalt zu erwerben, malte er Altarbilder unentgeltlich fm Kirchen. 1827 trat er zur katholischen Kirche über ^ver- gleiche über diese Episode seines Lebens unten die Quellens 1829 heirathete er ein Fräulein Frieden heim, mit wel- chem er in der glücklichsten Ehe, umgeben von zahlreichen Kindern, lebt. Im Jahre 1832 kaufte er die Herrschaften Kattau und Missingdorf und wurde in das Con« sortium der niederösterreichischen Stände aufgenommen. 1839 verkaufte er diese Güter und lebte bis 1848 einzig der Malerei in Wien. 1848 zog er nach Klagenfurt, malte für die Kirche zu St. Paul im Lavantthale mehrere Altar» bilder, gründete die Zeichnenschule am Lyceum zu Klagenfurt; ebenso das dor» tige Taubstummeninstitut und gub Unter» richt in beiden, da er sich zufälliger Weise früher die Zeichensprache eigen gemacht hatte. Als Mitglied des historischen Vereines hielt er Vorlesungen über die Mythen der alten Völker, betrachtet vom Standpuncte der christlichen Philosophie. Nirgends hatte er sich so heimisch gefühlt, wie in Kärnthen und würde es wahr« scheinlich nicht verlassen haben, hätte nicht das rauhe Klima nachtheilig auf die Gesundheit seiner brustkranken Frau gewirkt. Er wanderte nach Botzen in Tirol und blieb dort vier Jahre, nur mit Malerei beschäftigt. Nachdem seine Söhne eine Universität besuchen mußten, zog er nach Gratz, erkaufte jedoch 1839 die Staatsgüter Verbovec und Rakovec in Croatien und lebt gegenwärtig auf den- selben. Von Hempel sind folgende Bilder bekannt: „GlMtns mit der Zcmaritin am Nrnnncn" l7l/ /H.); " " „Grablegung GHMi" (6l/^ im Quadrat); — „Jacob's «Vranm. Hinnnelsleiw" (8' H.); — „Nie Flucht nach OMten, umgeben unn uieliit tanzenden, Palmen tragenden unschuldigen Kindlein" (2^ H.); — „Nie Schaukel", das Iesukind schaukelt sich spielend mit den Engeln auf einem Brete, die Engel strengen sich auf einer Seite gewaltig an, das Iesukind in die Höhe zu bringen, es gelingt ihnen aber nicht — es ist zu schwer. Die Muttergottes spinnt, Joseph kehrt eben von der Arbeit heim (3' Br.); — „Nie Antermeckung Ikarus'", halb lebensgroße Figuren; — ein Flügel'Hausaltar, Mitte „Maria mit dem Ninde", oben „mnsmrende Gngel", unten „Nünig Nauid, einen Psalm singend", zur 30*
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hartmann-Heyser, Band 8
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Hartmann-Heyser
Band
8
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1862
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
514
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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