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dem Orte und über die Nahe und nahm
zwei Commissäre und 17 Mann gefan»
gen' der nachrückenden Brigade fielen
überdieß ein beträchtliches Magazin und
drei Kanonen in die Hände. H. kam im
Jänner 1797 mit dem Regimente nach
Italien und machte daselbst den Feldzug
des Jahres 1799 mit. Als das Bataillon
des Oberstlieutenants von Gr i l l im
Kirchenstaate gelandet, bot
sich
H.. damals
Proviant.Officier, freiwillig an, bei der
am 27. Mai beabsichtigten Einnahme
Ravenna's mit 60 Mann die vom Feinde
hartnäckig vertheidigte korta Lkrata zu
nehmen. Durch einen schnellen entschlos-
senen Angriff gelang es ihm. Meister
über das Thor zu werden, eine Kanone
zu erbeuten und zwei Officiere mit
28 Mann gefangen zu nehmen. Am
1. September g. I . rückte er zum Ober»
lieutenant vor. Während der Belagerung
von Cuneo hatte der Feind einen Damm
an der Stura erbaut, durch welchen
das Waffer in die Mühlen der Festung
geleitet wurde. H. bot sich an, denselben
zu zerstören. I n der Nacht vom 23. auf
den 24. November warf er mit 30 Frei-
willigen durch einen raschen Angriff unter
heftigem Kartätschen« und anhaltendem
Musketenfeuer die ihni weit überlegenen,
zum Schutze des Dammes aufgestellten
feindlichen Abtheilungen aus der Mühle,
sprang in das Waffer, wohin ihm zwölf
mit Schanzzeug versehene Freiwillige
folgten, zerstörte vorerst den Damm und
behauptete die Nacht über seinen erober»
ten Posten. Dadurch wurden die Unsrigen
in den Stand gesetzt, Batterien zu errich-
ten, die zur Beschleunigung der Belage»
rung von wesentlichem Nutzen waren.
Am 9. Juni 1800 führte er im Treffen
bei Casteggio die Bataillone in ihre
Stellung; als die in erster Linie aufge»
stellten Truppen schon geworfen waren, bemerkte er, daß der Feind die zweite
Linie der linken Flanke zu umgehen drohe.
Sofort sammelte er mehrere der ver-
sprengten Leute, griff mit denselben den
in der Colonne auf dem AbHange des
Berges anrückenden Feind mit ungemei-
ner Bravour an und warf die ersten
Abtheilungen zurück. Eine gefährliche
Schußwunde hatte ihn zwar kampfunfähig
gemacht, aber der Zweck war erreicht,
denn durch seine aufopfernde That hatte
die Truppe Zeit gewonnen, den geord«
neten Rückzug auszuführen. Für seine
Waffenthaten wurde H. iu der 68. Pro-
motion (am 3. Mai l802) mit dem Rit-
terkreuze des Maria Theresien-Ordens
ausgezeichnet. Im Juli 1804 wurde H.
Hauptmann im Infanterie - Regimente
Fröhlich Nr. 28. Die Feldzüge der Jahre
1803 und 4809 machte er in Deutschland
mit. indem er noch mittlerweile in das
Infanterie » Regiment Nr. 35 übersetzt
wurde. Nach der Schlacht bei Wagram
zum Major im Infanterie - Regimente
Lindenau befördert, erhielt er das Com>
mando eines Grenadier-Bataillons und
gab bei Znaim erneuerte Beweise seines
erprobten Muthes. Als die Franzosen
die Brigade Steyrer von Teschwitz ange«
griffen und nach fünfstündigem hart»
nackigen Kampf zum Rückzüge gezwungen
hatten, mußte H.'s Bataillon den gewal»
tigen Stoß aushalten. H. vertheidigte
nun die nach Teschwitz führende Schlucht
so lange, bis sich die nachrückenden
Bataillone hinter derselben formiren
konnten. Am 13. October 1813 wurde
H. Oberstlieutenant. Aber schon am
1. April 4814 war H. seiner schweren
Wunden wegen genöthigt, in den Ruhe»
stand zu treten, bei welcher Gelegenheit
er den Oberstenscharakter erhielt. Zwei
Jahre später starb er. erst 43 Jahre
alt. Im Jahre 1804 war er" den Sta»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hibler-Hysel, Band 9
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hibler-Hysel
- Band
- 9
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 518
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon