Seite - 362 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hibler-Hysel, Band 9
Bild der Seite - 362 -
Text der Seite - 362 -
3S2 Sruschllner
seine Absicht, die philosophische Doctor-
würde zu erlangen, nicht verwirklichen
konnte, bestand er bei der kön. Prüfungs»
Commission die Prüfung pro iaanit^«
äoesnäl. Nun hielt er ein halbes Iah
Vorträge am Fcicdrichsgymnafium ni
BreSlau. wurde alsdann Hilfslehrer und
1828 ordentlicher Lehrer am Gymna
sium zu Liegnitz. starb aber jung im Alter
von 33 Jahren. H. war literarisch thätig
und ist von ihm eine Uebersetzung des
von Bruzelius und Rääf 1816 zu
Lund herausgegebenen „Lp^oiinen anti
HuitatuN boroaliuin" unter dem Titel
„Don nordischen ZlltkrtlMmrrn. Ans dem Unteini-
5chen übnZrtzt durch . . . und mit nncr Vor
5ll wie Anmerkungen heransgessrbrn vlln Nii-
sching" (Breslau 1827. 8".. mit 11 Ab-
bild. in Steindr.) vorhanden. Auch hat
er eine Geschichte der Stadt Liegnitz in
Handschrift vollendet; die Herausgabe
derselben wurde durch seinen frühen Tod
vereitelt.
Novak (Karl Gabriel), Echlesisches Schrift«
steller>3erikon oder bio»diblioaraphische8 Ver-
zeichniß der im zweiten Viertel des i9. Iahr<
Hunderts lebenden schlesischen Schriftsteller
(Breslau l«2N. W. G. Korn, kl. 8<>.) Fünftes
Heft. S. ?7.
Hruschlluer, Franz (Professor und
Chemiker, geb. zu Wien 2t. Mär.;
1807, gest. zu Karlsbad 2l . Juni
1838). Sein Vater war ausübender Arzt
in Wien, wo der Sohn im Jahre 1830
an der Hochschule die medicinischen Stu»
dien beendete und in den Jahren 1831
und 1832 das Doctorat der Medicin
und Chirurgie erhielt. Im Jahre 1831
ernannte ihn Freiherr vonIacquin zum
Assistenten der Lehrkanzel der Chemie. Als
im Jahre 1834 an den med icinisch.chirurgi.
schen Lehranstalten der Monarchie beson-
dere Lehrkanzeln für die Vorbereitungs-
studien der Wundärzte errichtet wurden,
welche Lehrkanzeln Botanik, Physik und Chemie umfaßten, erhielt H., welcher sich
um jene von Gratz bewarb, dieselbe am
8. März 1836 und versah sie bis 1830.
Im letztgenannten Jahre wurde er zum
Professor der Chemie an der Karl Fran>
zens Universität ernannt und blieb in dieser
Stelle bis zu seinem Tode, der ihn im
kräftigen Mannesalter von 61 Jahren
ereilte. I n dieses einfache Bild eines dem
Lehramte gewidmeten Lebens sind zur
Ergänzung folgende Striche zu zeichnen.
Im Jahre 1840 unternahm H. in den
Ferien eine wissenschaftliche Reise nach
Berlin; im Jahre 1842 brachte er das
Wintersemester in Gießen zu, wo er in
Lieb ig's Laboratorium arbeitete und
dem deutschen Altmeister der chemischen
Wissenschaft eine liebevolle Pietät durch
sein ganzes I^ben bewahrte; im Jahre
1843 begann er seine Vorlesungen über
analytische Chemie, der er nunmehr seine
besondere Aufmerksamkeit zuwendete. Die
wissenschaftlichen Ergebnisse dieser Rich«
tung sind die Analysen mehrerer Boden»
arten, die Untersuchungen der Mineral«
quellen Steiermarks und die zahlreichen
Analysen von Pflanzenaschen, bei welch'
letzterer Arbeit er Studien über den Ein»
fluß des Bodens auf die Vertheilung der
Pflanzen auf der Erde machte und deßhalb
auch mit dem berühmten Botaniker
Unger in Verbindung trat. Mit der
Gabe des Vortrages in nicht gewöhn»
lichem Grade ausgestattet, hat H. auch
als Lehrer eine ersprießliche Wirksamkeit
entwickelt. Seine wissenschaftlichen, durch
den Druck veröffentlichten Arbeiten find,
die selbstständigen: „Glemrnie der medinm-
chm Chlinie nnd Natanik" (Grah 1839,
Kienreich); — „Elemente drr Natnrlehre in
hrer Anwendung ant die Heilkunde" (ebd.
1340), beide Werke zunächst als Leitfaden
für seine Vorträge bestimmt; — „Analyse
>e5 MinewlliadeZ zu Gebart" (ebd. 1848,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hibler-Hysel, Band 9
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hibler-Hysel
- Band
- 9
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 518
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon