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Zuber 377 Hubicki
Theil I I , Sp. 733.^ — t4. Ein Hub er,
dessen Taufname nicht qenannt ist (vielleicht
Eine Person mit Nr. 3), lebt zur Zeit als
Maler in Wien und im Jahre i86<> war in
der Maiausstellung des „Oesterrcichischen
Kunstvereins" sein Bild: „Wettrennen"
(260 fl.) zu sehen. — 15. Ein Hu der war
k. k. Ingenieur»Maior, der im 18. Jahrhun-
derte in der kais. Armee diente. Er vollen-
dete eine Aufnahme und Beschreibung der
Donaustrecke von Belgrad bis Rustuk, welche
Karte im Türkenkriege 1738 mit großem
Nutzen gebraucht wurde. ^Oesterreichi-
sckes Mi l i tä r < Konversatio ns-Leri-
kon (Wien 1850 u. f.) Bd. H l , S. 275.)
Huber, Thaddäus, siehe S. 376 in
den Quellen Nr. 43.
Huber, siehe auck: hueber I^S. 380
bis 386).
ßilbicki, Karl Ritter von (Abge-
ordneter, geb. zu Knihenice in Ga«
lizien um das Jahr 1812). Sohn eines
galizischm Edelmannes und Gutsbesitzers.
Zur Zeit der polnischen Erhebung im
Jahre 1831 verließ H. Galizien und trat
in das vierte polnische UhlaneN'Regiment
ein. Er focht unter Dwernicki in Vol«
hynien und wurde bei Boremla verwun«
det. Von den Russen gefangen, mußte er
als gemeiner Soldat zwei Jahre im
Kaukasus dienen. Seine Eltern reclamir.
ten ihn nun als österreichischen Staats»
angehörigen und nicht ohne Mühe gelang
es ihnen, seine Rückkehr in die Heimat
zu erwirken. Heimgekommen, betrieb nun
H. mit Eifer das Studium der Sprachen
und der Geschichte und lebte auf seinem
Gute, bis er im Jahre 1848 zu Olejow
als Abgeordneter in den conftituirenden
Reichstag, im Jahre 1K61 in das Abge-
ordnetenhaus des österreichischen Reichs«
rathes gewählt wurde. I m constituirenden
Reichstage des Jahres 1848 erstreckte
sich seine Thätigkeit auf mehrere in den
Sitzungen vom 3. und 18. August an den
Finanz» und Kriegsminister gerichtete In- terpellationen. An Ersteren bezüglich der
EinHebung der jüdischen Religionssteuer,
deren rücksichtslose WeiseH. darstellte; an
Letzteren bezüglich der langsamen Bewaff»
nung der Nationalgarden. Die Volks»
bewaffnung als Grundsatz der Revolu»
tion aufstellend, verlangte H. die Errich»
tung von Waffenfabriken, um die allge»
meine Volksbewaffnung zu erzielen. Am
meisten Aufsehen erregte seine in der
Sitzung vom 6. September, bei Gelegen-
heit der Grundentlastnngsdebatte. gegen
den Abgeordneten Franz Grafen Sta-
dion erhobene Beschuldigung, daß der
Graf sich unparlamentarischer Mittel
bediene und die im Reichstage sitzenden
galizischen Bauern auf eine den Gang
der Verhandlungen hemmende Weise
beeinstuße. Die Anschuldigung veranlaßte
eine heftige Debatte, in welcher Graf
Stadion die Haltlosigkeit der gegen
ihn erhobenen Beschuldigung darlegte
und die galizischen Bauern eine Erklärung
abgaben, daß sie Niemand beeinfluße und
sie sich
von Niemanden beeinflußen lassen.
Schließlich verlangte H. in der in der
Sitzung vom 11. October debattirten
Adresse, welche der Reichsrath anläßlich
der Ereignisse des 6. Octobers an Se.
Majestät richtete, daß analog wieAbgeord»
neter Borrosch einige Tage zuvor den
Ausdruck „Kaiser von Gottes Gnaden"
durch „couftitutioneller Kaiser" ersetzt
habe, auch in der Adresse die Worte:
„Die Euerer Majestät von Got t anver-
trauten Völker" weggelassen werden,
welcher Antrag jedoch von der Versamm»
lung abgelehnt wurde. Was seine Tha«
tigkeit als Mitglied des Abgeordneten«
Hauses in den Jahren 1861 und 1862
anbelangt, so zählt H. zu der slavischen
Fraction. welche die Competenz des
Reichstages in mehreren Fragen bestreitet
und durch die Taktik des Nichtstimmens
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hibler-Hysel, Band 9
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hibler-Hysel
- Band
- 9
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 518
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon